Festeinbau

Festeinbauten: GPS-Navigation im Auto

Integrierte Navigationssysteme im Auto sind zumeist deutlich teurer als tragbare Navis oder Smartphone-Apps. Doch sie bieten auch einige komfortable Zusatzfunktionen. teltarif.de stellt Sie Ihnen vor.
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Der Festeinbau eines Navigationssystems ins Auto hat in den letzten Jahren zunehmend Konkurrenz erhalten und erscheint im Vergleich zu den Alternativen vor allem eines: teuer. Während tragbare Navigationsgeräte ab 100 Euro zu bekommen sind und selbst mit üppiger Ausstattung und Kartenmaterial selten mehr als 300 Euro kosten, schlägt ein vom Hersteller fest eingebautes Navi beim Neuwagen ab Werk mit mindestens 1000 Euro zu Buche. Einige Auto-Firmen verbauen besondere Modelle der bekannten PND-Hersteller wie TomTom und Garmin oder von Autozubehör-Spezialisten wie Clarion, Zenec, Alpine und Pioneer, die auch Geräte zum nachträglichen Festeinbau anbieten. Andere setzen auf Eigenentwicklungen, wofür der Kunde dann eher mit Größenordnungen ab 3000 Euro aufwärts rechnen muss.

Festeinbauten: GPS-Navigation im AutoFesteinbauten: GPS-Navigation im Auto Die spezialisierten Navigationsgeräte - egal, ob Festeinbau oder tragbar - verlieren zunehmend Marktanteile an die Navigation per Handy. So besitzt Google Maps mittlerweile auch eine Navi-Funktion und Windows Phones sind ab Werk mit der Software Nokia Here für Turn-by-Turn-Navigation ausgestattet. Wer sein Handy nachrüsten möchte, erhält in den Appstores Navi-Software von Herstellern wie Navigon, TomTom oder Sygic.

Vorteile von Festeinbauten

TomTom CarminatZum nachträglichen Festeinbau: TomTom Carminat Ein möglicher Vorteil des Festeinbaus vom Pkw-Hersteller ist die bessere Integration ins Auto. So sind die Geräte mit zahlreichen Sensoren und Fahrerassistenz­systemen im Auto verbunden und in das Bedienkonzept für das Cockpit integriert. Häufig bieten Festeinbauten ein stabileres GPS-Signal, da die im Auto integrierten Antennen für besseren Empfang sorgen als die Mini-Antennen in einem Navi oder Smartphone. Zudem kann das festeingebaute Navi auch bei fehlendem GPS-Empfang, etwa im Tunnel oder auf unterirdischen Parkdecks, aus den Daten von Tachometer und Lage­sensoren die Position des Autos bestimmen.

Des Weiteren sind festeingebaute Navigations­geräte in der Regel in das Info- und Multimedia­system des Pkws integriert. Das zeigt sich dann darin, dass sich beispiels­weise die Lautstärke des Media-Players automatisch bei einer Navi-Ansage verringert. Ist auch eine Freisprecheinrichtung im Auto verbaut, so ist die Wiedergabe von Navi-Ansagen mit der Telefonie abgestimmt und während eines Telefongesprächs kann der Fahrer die Ansagen automatisch stumm stellen lassen. Zudem sind einige wichtige Elemente zur Bedienung von Navi und Freisprechanlage in der Regel für den schnellen Zugriff im Lenkrad verbaut. Für einige Modelle werden auch Docking-Stations für Media-Player oder Smartphones angeboten. So wird das Auto zur vernetzten Multimedia-Zentrale.

Neben den vom Hersteller ab Werk integrierten Festeinbauten kann der Autobesitzer auch Geräte von Dritt­herstellern in einer Auto-Werkstatt einbauen lassen, was zumeist einen Preisvorteil mit sich bringt. Die nachträglich montierten Festeinbauten können zum Teil auch auf Sensordaten des Autos zugreifen, sind aber nicht im gleichen Maße ins Auto integriert wie die Herstellereinbauten ab Werk. In beiden Fällen ergibt sich für den Fahrer als Vorteil, dass in Gegensatz zu einem Smartphone oder Navi keine zusätzliche Halterung angebracht werden muss und keine Kabel freiliegen. Dafür ist die Position des Geräts beim Festeinbau fix vorgegeben. Befindet sich das Display des integrierten Navigationsassistenten weit unten in der Mittelkonsole, erschwert dies die Sichtbarkeit und Bedienung für den Fahrer. Bei tragbaren Geräten kann der Fahrer diese hingegen nach persönlichen Vorlieben oder konkreter Situation - zum Beispiel, wenn ein Beifahrer im Auto ist - variieren.

Nachteile von Festeinbauten

Alpine INE-W970BTNachrüstsystem Alpine INE-W970BT Den größten Nachteil von Festeinbauten gegenüber anderen Navigations­systemen haben wir bereits genannt - den hohen Preis. Daher eignen sie sich vor allem für Vielfahrer, die den zusätzlichen Komfort schätzen. Einmal erworben, ist das festeingebaute Navi an ein konkretes Fahrzeug gebunden und steht in anderen Autos, etwa dem Mietwagen im Urlaub, in der Regel nicht zur Verfügung. Einige Modelle besitzen aber auch ein abnehmbares Bedienteil mit Display, das unterwegs als vollwertiges Navi eingesetzt werden kann, zum Beispiel auch zur Fußgänger-Navigation.

Wer nach einiger Zeit einen anderen Wagen erwirbt, kann sein altes fest eingebautes Navi auch mitnehmen und im neuen Wagen fest einbauen lassen, falls es von einem Dritt­hersteller kommt. Dazu muss der Autobesitzer allerdings mit Kosten von einigen hundert Euro für den Umbau rechnen.

Nicht nur die einmaligen Anschaffungs­kosten, auch Karten-Updates sind bei Festeinbauten häufig teurer als bei Navis oder Smartphones. Wer mit einem Festeinbau liebäugelt, sollte daher unbedingt darauf achten, dass Karten-Updates im Kaufpreis enthalten oder gegen ein möglichst geringes Entgelt möglich sind. Beherrscht das Navi das Aufspielen von neuem Karten-Material via SD-Karte, kann sich der Auto-Besitzer zudem den teuren Besuch einer Werkstatt für das Update sparen.

Viele neue Features im Navi-Bereich hielten zuerst bei den tragbaren Geräten Einzug und die Festeinbauten hinkten hinterher. Doch auch TMC gehört heute zur Standardausrüstung und Echtzeit-Verkehrsinformationen via Mobilfunk und NAVTEQ Traffic (früher: TMC pro) sind heute bei den Pkw-Herstellern zu haben. Ähnlich wie bei Navis gibt es auch Angebote, bei denen die zeitlich unein­geschränkte Nutzung im Kaufpreis inklusive ist. In der Regel ist jedoch ein kosten­pflichtiges Abo für die Echtzeit-Verkehrsinformationen notwendig.

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