Navigation

Navigation per Satellit: Wissen, wo's lang geht

Mithilfe von Satellitensystemen kann heute jeder fast überall bequem seinen Standort bestimmen und sich den richtigen Weg zum Ziel anzeigen lassen. Ob im Auto, per Fahrrad oder zu Fuß - für jede Fortbewegungsart gibt es geeignete Karten und Anwendungen.
Von Susanne Kirchhoff / Marc Thorwartl
Kommentare (287)
AAA

Navigation per Satellit: Wissen, wo's lang gehtNavigation per Satellit: Wissen, wo's lang geht Ob per App auf dem Handy oder mit einem Navi, die mobile elektronische Navigation und Routenplanung, zumeist satellitengestützt per GPS und GLONASS, gehört im heutigen Straßenbild längst zur Normalität. Mit immer günstigeren oder gar kostenlosen Navigations­lösungen für GPS-fähige Smartphones und dem Preis­verfall bei tragbaren Navigationsgeräten hat sie in den vergangenen Jahren ihren unaufhaltsamen Siegeszug gestartet.

Ursprünglich wurden Satelliten­systeme zur Positions­bestimmung und Navigation für die militärische Nutzung entwickelt. So wurde GPS, genauer gesagt NAVSTAR-GPS, durch die USA und GLONASS durch die Sowjetunion, bzw. Russland aufgebaut. Beide Systeme sind seit Mitte der 90er Jahre voll funktionsfähig. Mittlerweile ist nicht nur GPS, sondern auch die GPS-Alternative GLONASS weltweit verfügbar, welche jedoch noch nicht von allen Geräten unterstützt wird. GPS ist hingegen für die zivile Nutzung vollkommen etabliert.

Positionsbestimmung per Satellit

Das NAVSTAR-GPS nimmt dazu eine Weg-Zeit-Messung vor. Die Systeme berechnen die Dauer vom Absetzen eines Satellitensignals bis zu dessen Eintreffen beim GPS-Empfänger. Zur exakten Positionierung und davon ausgehenden Routenplanung ist der Empfang von mindestens drei Satellitensignalen erforderlich. Als Faustregel gilt: Je mehr Satelliten empfangen werden, desto genauer ist die Ortung. Über den so genannten Dopplereffekt lässt sich nicht nur die Position eines Fahrzeugs bestimmen, sondern auch die Geschwindigkeit, mit der es sich bewegt. Bis Ende der 1990er Jahre ließ die Genauigkeit der Positionsbestimmung mit GPS allerdings noch zu wünschen übrig - erst dann hob das US-Verteidigungs­ministerium die absichtlich eingebaute Ungenauigkeit des Systems für die zivile Nutzung auf. GPS erfreut sich seither ständig wachsender Popularität, nicht zuletzt dank immer intelligenterer Software und Kartenmaterialien.

Aktuelle Meldungen rund um Navigation und GPS

1 2 3 420 vorletzte

Fahrzeugnavigation mit Festeinbauten

Die ersten Festeinbauten zur Fahrzeug-Navigation mit GPS hatten mit den heute bekannten Geräten nur wenig gemein - das frühe CarIn-System von Philips beispielsweise hatte die Ausmaße einer großen Schuhschachtel. Doch im Lauf der Jahre wurden die Prozessoren leistungsfähiger und die Gerätegehäuse immer kleiner, und nach Einführung der DVD konnten größere Datenmengen mitgeführt werden, so dass ein einziger Datenträger für beispielsweise europaweite Navigation ausreichte. Heute gehört darüber hinaus der Empfang von TMC-Daten (Traffic Message Channel) zur Standardausrüstung eines Navi-Geräts. Diese informieren über die aktuelle Verkehrslage und ermöglichen damit eine dynamische Routenführung, insbesondere zur Stauumfahrung. Ferner sind heute meist auch eine Bluetooth-Freisprechfunktion sowie ein MP3-Spieler enthalten.

Das PND: Navi in der Tasche

Inzwischen hat sich das tragbare Navigationsgerät, auch kurz PND (Portable Navigation Device) genannt, zum kleinen Alleskönner entwickelt. Die Auswahl ist groß, und wofür man sich entscheiden sollte, hängt vom eigenen Budget und Geschmack ab. Auch wenn 4,3-Zoll-Bildschirme sicherlich etwas fürs Auge bieten, ist für die gemeine Navigation eine 3,5-Zoll-Variante allemal ausreichend. Eine üppige Ausstattung bieten alle Geräte. Für Motorrad- und Fahrradfahrer sind spezielle Outdoor-PNDs erhältlich. Ob Bluetooth-Freisprecheinrichtung oder Sprachsteuerung wirklich notwendig sind, muss jeder für sich entscheiden. Nur ein Kriterium sollte jedes PND erfüllen: Die TMC-Funktionalität zur dynamischen Routenführung.

Aktuelle GPS-Handys

Trend: Navigation mit dem Handy

Die Handy-Navigation bietet sich vor allem für Gelegenheitsnutzer an, die ein kleines, handliches Gerät zum Navigieren bevorzugen und auf Zusatzfunktionen verzichten können. Ein integrierter GPS-Empfänger gehört bei aktuellen Smartphones zur Grundausstattung. In Kombination mit kostenlos verfügbarer Navigationssoftware und Web-Diensten macht der Trend zur Handy-Navigation den Herstellern tragbarer Navigationsgeräte (PNDs) das Leben schwer. PNDs können jedoch gegenüber GPS-Handys nach wie vor Vorteile besitzen, was Empfangsqualität, Akku-Laufzeit, Bedienung, nutzbares Karten-Material und Zusatzfunktionen wie etwa zur Outdoor-Navigation angeht.

Praktische Infos rund um mobile Navigation

Hintergrund: Technik und Geschichte von GPS und seinen Konkurrenten