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Navi-Trend: 3D-Darstellungen in Straßenkarten16.08.2009
09:15 Entwicklung wird noch von Rechenleistung der Geräte begrenztInhaltsverzeichnis:1. Von "Real City" über "Panorama View" bis hin zu "Reality View"2. Sicherheitsrisiko durch 3D-Karten befürchtet
Die heute auf dem Markt befindlichen Navigationsgeräte werben
mit einer ganzen Reihe von Begriffen, die dem potenziellen Kunden den Eindruck gewinnen lassen
sollen, dass hier mit 3D-Objekten gearbeitet wird. Zum Teil ist das auch wirklich so. Was sich
aber genau hinter "Real City" (komplette Straßenzüge in 3D mit Textur), "Panorama View" (Blick
aus der Vogelperspektive mit Horizont), "Landmark View" (einzelne 3D-Objekte mit Textur),
"City View" (3D-Objekte ohne Textur), "Reality View" (Autobahnausfahrten mit genauen Fahrspuren)
oder auch einfach "3D-Darstellung" und "Echt-Sicht" (realitätsnahe Darstellung von Ausfahrten
und Autobahnkreuzen) verbirgt, bleibt dem Interessenten jedenfalls so lange verborgen, bis er
das jeweilige Bild tatsächlich sieht. Was hinter der 3D-Technologie für Navigations-Software
steckt, lesen Sie in diesem Artikel.
nächste Seite: Sicherheitsrisiko durch 3D-Karten befürchtet
Die Google-Welt nur bedingt Vorbild
Und doch geht der Trend in Richtung fotorealistischer 3D-Darstellungen auf den Bildschirmen von Navigationsgeräten. Der Navi-Hersteller Falk, der das Kartenmaterial von Navteq verwendet, hat europaweit mittlerweile 2 300 sogenannte Landmarks erfasst. Das sind markante Gebäude, die für die Bildschirmdarstellung mit einem 3D-Grafikprogramm fotorealistisch nachgebaut werden. Sie dienen vordergründig der Orientierung, sind aber auch meist von touristischem Interesse, so wie zum Beispiel das Kolosseum in Rom. Die Objekte sind gut zu erkennen, insbesondere wenn es sich um so markante Gebäude handelt. Während der Fahrt sollte man ihnen daher nicht zuviel Aufmerksamkeit schenken, um nicht vom Autofahren abgelenkt zu werden. Hier sollen sie allenfalls einen Wiedererkennungswert haben und einem das Gefühl geben, tatsächlich dort zu sein, wo es das Navi anzeigt. Wer dann anhält oder später die Position noch einmal aufruft, kann gegebenenfalls Informationen zu dem Orientierungspunkt aufrufen. Für die Zukunft der Fuß- und Radfahrernavigation sollen die Landmarks gleichfalls von besonderer Bedeutung. Anders als im Auto ist hier das intuitive Navigieren wichtig: Man orientiert sich eher an markanten Gebäuden als an der Straßenführung. Kartenhersteller Tele Atlas plant, Modelle für rund 30 deutsche Städte zu erstellen. Fotorealistische "Landmarks"Zur Erstellung der Landmarks arbeiten zwei Teams weltweit zusammen. Das eine Team erfasst die Gebäude per Foto bzw. Videokamera, Vermessung, GPS-Position, Luftaufnahme und Recherche bei den Behörden. Das andere erzeugt von diesem Material das 3D-Bild in zwei Qualitätsstufen (mit 200 bzw. 500 Polygonen). Mit einer 3D-Software wird zunächst eine Grafik des Fotos erzeugt (Rendering). Dann wird auf die Oberflächen der Fassaden eine sogenannte Textur, die Oberflächengestaltung, aufgebracht. Bei markanten Gebäuden und in Kreuzungsbereichen wird versucht, die reale Fassade als Textur möglichst realistisch abzubilden. Alle anderen Gebäude erhalten eine sogenannte generische Textur, die nur schematisch die Fassadenfarbe und Fensteranordnung nachbildet. Einzelne zusätzliche Elemente zur Orientierung wie zum Beispiel Fahrbahnmarkierungen werden von Hand nachgezeichnet. Europaweit sind bisher rund zwanzig Metropolen erfasst. "In ein bis eineinhalb Jahren sollen 50 bis 60 Großstädte in einer fotorealistischen Darstellung verfügbar sein", sagt Jochen Katzer, Leiter des Predevelopments bei Navigon. Lesen Sie auf der nächsten Seite, welche Hindernisse es für 3D-Karten gibt und wie künftige Trends für Navigationskarten aussehen können.
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