Internetseiten sollen nicht mehr bei Suchmaschinen gelistet werden
Der australische Medienunternehmer Rupert Murdoch
will die Internetseiten seiner Medien für Suchmaschinen und
Nachrichtenaggregatoren wie Google sperren. "Das sind Leute, die
einfach alles aufsammeln und unsere Geschichten klauen", beklagte
sich der Unternehmer, zu dessen Medienimperium unter anderem das
"Wall Street Journal" in den USA oder "The Times" in Großbritannien
gehören, im Interview mit dem Fernsehsender Sky News Australia. Damit
kritisierte er vor allem Google, nannte aber auch Microsoft oder
Ask.com. Murdoch hatte kürzlich bereits angekündigt, journalistische
Inhalte im Internet nur noch gegen Bezahlung anzubieten.
Die Suchmaschinen sorgten zwar dafür, dass mehr Leute auf die
jeweiligen Seiten klickten, loyale Leser würden dadurch aber nicht
gewonnen. "Wir wollen lieber weniger Nutzer, aber dann solche, die
bezahlen", sagte der Chef des weltweit viertgrößten Medienkonzerns
"News Corporation".
"Wenn sie lesen wollen, sollen sie auch dafür bezahlen"
Nutzer hätten journalistische Inhalte im Internet seiner Ansicht
nach nie kostenlos bekommen dürfen. "Wenn sie es lesen wollen, sollen
sie auch dafür bezahlen - für Zeitungen zahlen sie ja schließlich
auch", sagte er. "Es kostet uns sehr viel Geld, gute Zeitungen und
gute Inhalte zusammen zu stellen." Allein über Werbeeinnahmen im
Internet sei das nicht zu finanzieren.
Murdochs "Wall Street Journal" bietet seine Inhalte bereits
kostenpflichtig an. Wird ein Nutzer über die Google-Suche auf einen
Artikel der Zeitung verwiesen, kann er sich den ersten Absatz
ansehen, für den Rest wird er zur Kasse gebeten. Ein ähnliches
Konzept könne er sich auch für den Rest seiner Medien vorstellen,
sagte der 78-Jährige.
Australiens öffentlicher Rundfunksender ABC nannte die Pläne
Murdochs für bezahlte Inhalte im Internet das "klassische Spiel eines
Imperiums im Niedergang".
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