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Handy-Bezahlen: Mobilfunker versuchen es einmal mehr mit mpass

Drei Netzbetreiber wollen mit gemeinsamer Firma mobiles Bezahlen forcieren
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mpass will neu startenmpass will neu starten "Mobilfunker schaffen ein gemeinsames Bezahlsystem" titelt heute das Handelsblatt in seiner Printausgabe. Und Kenner der Branche schauen sich verwundert an und denken: "Ja, 'mpass', gibts doch schon lange". Dass das im Prinzip richtig ist, zeigt das Lesen des Artikels. Doch nach dem Lesen gibt es in der Tat neue Erkenntnisse zu mpass und den Absichten der Netzbetreiber, wenn es um das Bezahlen mit dem Handy in Deutschland geht.

Bisher war mpass nur ein Projekt der drei Netzbetreiber Telekom, Vodafone und Telefónica. Nun aber soll das Projekt auf gemeinsame Beine gestellt werden: Die drei Anbieter wollen eine gemeinsame GmbH gründen, an der sich die drei Wettbewerber finanziell zu gleichen Teilen einbringen wollen. In Konzernkreisen heißt es, die separaten Abstimmungsprozesse in drei Unternehmen dauerten zu lange. Auf einem neuen Markt wie dem für Bezahlen mit dem Handy müssten schnell Entscheidungen gefällt werden. Das Unternehmen soll, so das Handelsblatt, schlank aufgestellt sein und sich vor allem um den Vertrieb und das Marketing des mobilen Bezahlsystems kümmern, aber auch die technische Realisierung übernehmen.

Mobile Payment scheiterte in Deutschland bislang zumeist an der Bedienung oder an der Technik, aber auch an der fehlenden Unterstützung der Netzbetreiber, wie das Aus von Paybox gezeigt hat. mpass funktionierte bislang als Bezahlen per SMS-PIN-Code. Künftig will mpass aber auf NFC setzen. Hinter NFC steckt ein Funkstandard - Near Field Communication. Der sorgt dafür, dass Daten über kurze Distanzen und ohne Berührung übertragen werden können. Das Problem von NFC: Kaum ein Handy unterstützt es und Diensteanbieter sowie Hersteller schieben sich das Henne-Ei-Problem gegenseitig zu: Während die Anbieter sagen, dass sie ohne die Technik keine entsprechenden Dienste anbieten können, argumentieren die Hersteller, sie bräuchten die Handys nicht mit zusätzlicher Technik ausstatten und damit verteuern, wenn es keine Anwendungen dafür gibt.

Handys sollen mit Aufklebern NFC-fähig gemacht werden

Dem Zeitungsbericht zufolge will mpass dieses Problem mit einem Trick umgehen: Mit Aufklebern sollen Handys nachgerüstet werden können. Diese Aufkleber können außen am Handy oder am Akku untergebracht werden. Durch eine Registrierung des Aufklebers mit NFC-Chips könnte die Zuordnung zu einem Mobilfunkkonto eindeutig erfolgen. Finanzieren will sich mpass über Gebühren, die man von den Händlern verlangt. Für die Verbraucher sollen keine Kosten entstehen. Die Aufkleber sollen schon Anfang kommenden Jahres zu haben sein.

Die drei Mobilfunker führen - so die Wirtschaftszeitung - nach eigenen Angaben derzeit "sehr konkrete Gespräche" mit Schnellrestaurants, Drogerien und Coffeeshops, um sie als Partner zu gewinnen. Die Auswahl zeigt: Im ersten Schritt wollen sie das Handy als Alternative zum Bezahlen von kleinen Beträgen etablieren. Langfristig sei es aber auch möglich, ganze Urlaubsreisen damit zu bezahlen.

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