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| Festnetz | Internet | Mobilfunk | Handy & Co. | Meldung | Meinung | Service | teltarif.de | 10.03.2010 |
In kaum einem anderen Konsumgütermarkt verläuft die Entwicklung so
schnell wie bei den Handys. Wenn die Verbraucher nach durchschnittlich
knapp zweijähriger Nutzungsdauer ein neues Gerät kaufen, erwarten sie
eine spürbare Verbesserung. Eine einfache Weiterentwicklung reicht
den verwöhnten Konsumenten oft nicht aus. Die Folge: Was heute hip ist,
gehört möglicherweise schon in wenigen Jahren zum Altmetall bzw.
Altplastik.
Die Entwicklungsabteilungen der Handyhersteller stehen so unter ständigem Innovationsdruck. Wer nur ein bestehendes Produkt immer weiter verbessert oder sich gar zwei oder drei Patzer leistet, ist schnell weg vom Fenster. So hat es bereits Siemens erwischt und so droht es nun auch Motorola. 2004 landeten die Amerikaner mit dem ultraflachen RAZR V3 einen echten Coup. Bis die Konkurrenz ebenfalls die Flunder-Technik beherrschte, konnte Motorola sehr schöne Stückzahlen verkaufen. Doch seitdem fehlen die Innovationen. Auf sinkende Umsätze reagierte das Unternehmen jeweils mit einer Verkleinerung seiner Mannschaft. Damit spart der Konzern zwar kosten, aber er nimmt sich auch die dringend benötigte Innovationskraft. Und so dürfte das vierte Quartal 2008 (minus 50 Prozent im Vergleich zum Vorjahr) noch nicht das letzte rabenschwarze Quartal gewesen sein. Auch bei Sony-Ericsson kriselt es, Dabei war dieses Joint-Venture aus den Handy-Sparten von Sony und Ericsson in den letzten Jahren sogar ein Beispiel für erfolgreiche Krisenbewältigung. Nach Verlusten in den letzten beiden Quartalen und kaum neuen Impulsen im Sortiment wird nun über einen Ausstieg von Ericsson verhandelt. Dieser dürfte zwar helfen, Kosten zu sparen, aber kaum zu einer kurzfristigen Trendwende führen. Von der Schwäche der Europäer und Amerikaner können im Handymarkt vor allem die Koreaner profitieren: Samsung und LG haben sich inzwischen auf Platz zwei und drei der Rangliste der weltgrößten Handyhersteller hochgearbeitet. Vermutlich machen es geringere Lohnkosten im Heimatland diesen Herstellern einfacher, den Trends zu folgen.
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