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Motorola Moto X Style im Test: Mittelmaß am oberen Ende

Das Moto X Style muss im Test zeigen, ob es ein hochwertiges und alltagstaugliches Smartphone ist. Gibt es auch spannende neue Features?
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Motorola hat mit dem Moto X Style ein zweites Smart­phone der Moto-X-Reihe dieses Jahr vorgestellt. In unserem Test muss das Smart­phone zeigen, dass es eine hochwertige Alternative zum Moto X Play ist und auch in puncto Multimedia und Gaming zu überzeugen weiß.

Haptik, Verarbeitung

Motorola Moto X Style im Test
Motorola Moto X Style im Test
Ja, groß ist es, das Moto X Style. Dank der abgerundeten und geriffelten Rückseite liegt es trotzdem recht gut in der Hand. Wer aber kleine Hände hat, dürfte wohl stets zwei Hände benötigen, um das Smart­phone zu bedienen.

Die Verarbeitung ist ansonsten tadellos. Spaltmaße sind nicht auszumachen. Das Displayglas ist durch zwei über die Glasfläche hervorstehende Balken vor Kratzern geschützt - zumindest auf einem planen Tisch. Fällt das Smart­phone hingegen runter, so ist es wahrscheinlich, dass an den Seiten die gefürchtete Spider-App gestartet wird, denn vor einem Display-Bruch ist das Glas dort nicht geschützt. Einen Sturz wollten wir mit unserem Testgerät nicht "simulieren".

Moto X Style mit geriffelter Rückseite
Moto X Style mit geriffelter Rückseite

Einrichtung und los gehts

Vor dem Smart­phone-Spaß steht die Einrichtung: Hierbei kommt der klassische Einrichtungsassistent von Android zum Einsatz. Der fragt zum Beispiel die Zeitzone ab, stellt die WLAN-Verbindung her (ohne WPS-Funktion) und schließlich erfolgt der Login mit dem Google-Konto. Android-typisch gibt es im Play Store nach der Einrichtung Aktualisierungen zu installieren. 27 Apps waren im Auslieferungszustand nicht aktuell. Die Installation dauert dementsprechend - bei uns gut zehn Minuten, die sich angesichts der Spannung, das Smartphone nun ausprobieren zu können ewig anfühlen.

Display: Groß aber nicht ausreichend hell

Moto X Style mit unveränderter Android-Optik
Moto X Style mit unveränderter Android-Optik
Motorola hat sich beim Moto X Style für ein 5,7-Zoll-QHD-Display entschieden - die Auflösung liegt also bei 1440 mal 2560 Pixel. Dabei kommt die IPS-Technik zum Einsatz, die für stabile Farben bei schrägem Blickwinkel sorgen sollte. Das gelingt auch weitgehend - erst bei sehr schrägem Draufschauen entsteht ein leichter Graustich - die Helligkeit und Farben bleiben aber weitgehend stabil. Wie schon beim Moto X Play bietet Motorola zwei unter­schied­liche Farb-Modi. Voreingestellt ist der Modus "Intensiv", wobei hier die Sättigung der Farben erhöht ist. Wer hingegen etwas realistischere Farben bevorzugt, wählt den Modus "Normal". Den ganz großen Unterschied machen diese Einstellungen jedoch nicht - auch wenn das Demonstrationsfoto im Modus "Intensiv" erheblich stärkere Pinktöne zeigt. Die Helligkeit des Displays kann nicht vollends überzeugen, da die maximale Einstellung im hellen Tageslicht nicht immer ausreicht.

Leistung: Nichts Halbes, nichts Ganzes

Die aktuelle Generation der Android-Smartphones hat ein ganz akutes Problem: Es gibt eigentlich keine wirklich überzeugenden Prozessoren. Nur Samsung und Apple (für das iPhone) haben echte CPU-Kracher im Angebot - beide Hersteller aber geben ihren Exynos 7220 bzw. den A9-Chip nicht aus der Hand. Der Rest des Feldes muss sich mit Qualcomm- oder Mediatek-Prozessoren begnügen. Chips wie der Snapdragon 808 oder 810 sind per se nicht schlecht, aber sie leiden an einigen Problemen. Während der Snapdragon 810 zur Überhitzung neigt, leidet der 808er unter dem nominell schwächeren Grafikchip. Beim Moto X Style hat sich Motorola für den Snapdragon 808 entschieden. Der Sechs-Kern-Prozessor besteht aus zwei High-Speed-Cores und vier Energiespar-Kernen. Allerdings fällt der Adreno-418-Grafikchip aber gegenüber der CPU spürbar ab.

Kopfhörerbuchse und SIM-Karten-Slot am oberen Rand
Kopfhörerbuchse und SIM-Karten-Slot am oberen Rand
In den üblichen Benchmarks zeichnet sich dementsprechend ein durchwachsenes Bild ab. Antutu beispielsweise: Hier erreicht das Moto X Style Ergebnisse zwischen 44 145 und 52 558 Punkten. Solide Werte, aber in den Details liegt das Problem: Der Wert über 52 000 ließ sich nicht mehrfach hintereinander erzielen. Bei zeitnahen Wiederholungen lagen die Werte um 48 000 - ein deutliches Zeichen für eine thermal bedingte Drossel. Die Werte um 45 000 Punkte scheinen Ausreißer nach unten zu sein. Ein weiteres Problem zeigt sich bei den Antutu-Einzelwerten Single-Thread Integer bzw. Float-Point sowie bei der Grafikleistung (im speziellen die 3D-Wertung): Die Single-Thread-Leistung ist ein Hinweis auf die Systemleistung im Alltag - hier verliert das Moto X Style gegen ein Smart­phone mit Snapdragon 801! Bei der Grafikleistung ist das wenigstens nicht der Fall, aber ein Einzelwert zwischen 15 000 und 20 000 ist dabei auf jeden Fall erstrebenswert, gerade für Smart­phones der Oberklasse. Auch hier glänzt das Moto X Style nicht: 13 000 Punkte in der 3D-Wertung bei Antutu sind solide - mehr nicht. Wir testen außerdem 3DMark. Die Ergebnisse sind hier in Ordnung: 19 582 Punkte erreicht das Moto X Style. Das Moto X Style liegt mit den genannten Benchmark-Werten in etwa auf dem Niveau eines Honor 7. Den kleinen Bruder, das Moto X Play hält es aber in Schach.

Entscheidend sind aber die Erfahrungen in der Praxis. Für unseren Test mit dem Wasser-Jet-Racer Riptide GP2 konnten wir nicht die vollen Details einstellen, ohne dass die Grafikanimationen zu ruckeln begannen. Einige Sessions mit Lara Croft Go hinterließen ein heißes Smart­phone, selbst wenn wir es nur im 3D-animierten Spielmenü laufen ließen - auf bis zu 49 Grad erhitzte sich das Gehäuse an einigen Stellen, entsprechend fiel auch der Akkustand ins Bodenlose.

Im Alltag macht das Moto X Style ohne Zweifel eine recht gute Figur. Die Be­nutzer­ober­fläche stellt das Smart­phone meist flüssig und ohne wahrnehmbares Ruckeln dar. Beim Scrollen innerhalb vom Chrome-Browser oder anderen Apps mussten wir aber manchmal Framedrops feststellen.

Auf der zweiten Seite erfahren Sie, ob das Moto X Style mit der TurboCharge-Funktion tatsächlich binnen kürzester Zeit aufgeladen ist. Außerdem gehen wir auf die Kamera ein und ziehen ein Fazit.

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