Zusatz-Energie

Stabiler externer Akku mit Metall-Gehäuse im Test

Ein externer Akku, der das Smartphone ein- bis zweimal mit Energie versorgt und im stabilen Aluminium-Gehäuse kommt: Wir haben die Mophie Powerstation Plus für iPhone und Android getestet. Doch wer bezahlt dafür 100 Euro?
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Mophie Powerstation Plus mit Verpackung
Mophie Powerstation Plus mit Verpackung
Externe Akkus für Smartphones und Tablets gibt es mittlerweile wie Sand am Meer, doch in der Fülle des Angebots ist es nicht immer einfach, den richtigen Zusatz-Akku für unterwegs zu finden. Denn viele billige Akkus sind von der Leistung her viel zu schwach - und das Plastik-Gehäuse ist in vielen Fällen so schwachbrüstig, dass es beim kleinsten Stoß splittert oder bricht.

Doch lohnt es sich, für einen externen Akku 110 Euro auszugeben? Denn das ist die unverbindliche Preisempfehlung, die für die Mophie Powerstation Plus gilt. Kann der externe Akku zu diesem Preis die Konkurrenz hinter sich lassen? In diesem Testbericht beantworten wir diese Frage, getestet haben wir das Modell für das iPhone und den externen Akku mit Micro-USB-Stecker.

Diese Modelle der Powerstation Plus sind erhältlich

Mophie ist ein Unternehmen in Kalifornien, das seit 10 Jahren Smartphone-Zubehör entwirft und vertreibt. Die externen Akkus werden natürlich in China gefertigt.

Zum Test bestellten wir die Mophie Powerstation Plus. Diese tragbare Batterie ist in verschiedenen Ausführungen erhältlich. Mophie Powerstation Plus 2x hat 3000 mAh Kapazität, bei der Powerstation Plus 3x sind es 5000 mAh. Zusätzlich gibt es die Powerstation Plus 4x mit 7000 mAh sowie die Powerstation Plus 8x mit 12 000 mAh Kapazität.

Mophie Powerstation Plus mit Verpackung mit zwei Platten aus eloxiertem Aluminium
Mophie Powerstation Plus mit Verpackung mit zwei Platten aus eloxiertem Aluminium
Sowohl der iPhone- als auch der Micro-USB-Akku in unserem Test hatten 5000 mAh Kapazität. Im Handel erhältlich sind die beiden Akkus für jeweils etwa 100 Euro, sie sind also nur 10 Euro günstiger als die unverbindliche Preisempfehlung. Schon an der edlen schwarzen Verpackung mit Glanzprägungen und Klappdeckel ist ersichtlich, dass Mophie seine Akkus nicht ins Billig-Segment einordnet.
Unter der Klappe liegen die zwei fest verbundenen Kabel
Unter der Klappe liegen die zwei fest verbundenen Kabel

Besonders stabile Verarbeitung des Mophie Akku-Packs

Was bei der Mophie Powerstation Plus im Gegensatz zu allen anderen bisher von uns getesteten externen Akkus auffällt, ist die saubere und stabile Verarbeitung ohne billiges Plastik. Der Akku steckt in einem schwarzen Hartgummi-Gehäuse, das oben und unten von einer Metallplatte aus eloxiertem Aluminium verschlossen wird. Die untere Platte ist fest montiert und kann nicht abgenommen werden. Der externe Akku misst 103,1 mal 19,3 mal 58,4 Millimeter und wiegt 158,8 Gramm.

Nach dem Ausklappen der Kabel kann die Klappe wieder geschlossen werden
Nach dem Ausklappen der Kabel kann die Klappe wieder geschlossen werden
Die obere Klappe, auf der sich das Mophie-Logo befindet, kann ebenfalls nicht ganz abgenommen werden. Zur Benutzung des Akkus wird sie nach oben geklappt. In einer Aussparung liegen nun zwei Kabel übereinander, die fest mit dem Akku verbunden und nicht abnehmbar sind. Das eine ist ein USB-Kabel mit USB-Typ-A-Stecker. Je nach Modell ist das zweite Kabel entweder ein Micro-USB-Kabel oder ein Lightning-Kabel für Apple-Geräte. Hat man eines oder beide Kabel nach außen gebogen, kann die Metallklappe wieder geschlossen werden. An einer Schmalseite des Akkus befindet sich ein Knopf, mit dem der Ladevorgang des angeschlossenen Geräts gestartet wird. Eine dezente Leuchtanzeige mit vier weißen Punkten zeigt den Ladezustand des Mophie-Akkus an.

Zum Design müssen wir sagen, dass wir selten ein so edles und stabiles Gehäuse bei einem externen Akku gesehen haben. Selbst wenn wir den externen Akku im voll beladenen Rucksack neben anderen Geräten transportierten, konnten Stöße ihm nichts anhaben. Die Konstruktion hat aber auch Schwächen. Wer schon einmal unterwegs einen externen Akku dabei hatte, aber das USB-Kabel zuhause vergessen hatte, weiß die fest verbundenen Kabel bei der Mophie Powerstation Plus zu schätzen. Allerdings sind diese mit jeweils nur 7 Zentimetern sehr kurz geraten.

Ladebutton und vier weiße LED für Ladestandsanzeige
Ladebutton und vier weiße LED für Ladestandsanzeige
Für die Verbindung zum Smartphone oder zu einem Laptop mag diese Kabellänge vielleicht ausreichen. Will man die Mophie Powerstation Plus allerdings an einer Steckdosenleiste laden, ist das sehr fummelig, weil der Akku stets mit Zug auf dem Kabel schräg an der Leiste hängt. Und dabei sind wir gleich beim zweiten entscheidenden Nachteil: Wer den externen Akku unterwegs ohne Laptop wiederaufladen möchte, muss zwingend ein USB-Steckernetzteil oder einen KFZ-Ladeadapter ohne Kabel mitnehmen. Denn die Mophie Powerstation Plus hat keinen Micro-USB-Eingang.

Einige Smartphone-Hersteller legen ihren Smartphones nur Steckernetzteile mit fest verbundenem Micro-USB-Kabel bei. Im schlimmsten Fall muss der Nutzer, der schon 100 Euro für die Mophie Powerstation Plus bezahlt hat, noch ein separates USB-Steckernetzteil oder einen KFZ-Ladeadapter kaufen. Powerstation Plus 4X und 8X verfügen immerhin über eine USB-A-Buchse am Gehäuse, um gleichzeitig ein zweites Gerät laden zu können.

Mophie-Modelle an einem iPhone und an einem Android-Smartphone
Mophie-Modelle an einem iPhone und an einem Android-Smartphone

So viel Energie liefert die Mophie Powerstation Plus

Die Powerstation Plus lädt laut Mophie mit bis zu 2,4 Ampere. Eine intelligente Ladeschaltung wählt laut dem Hersteller automatisch den passenden Ladestrom für das angeschlossene Gerät aus. Mophie verspricht, dass der Akku rund 500 Mal vollständig wiederaufladbar sein soll.

Laut der Bedienungsanleitung soll die Mophie Powerstation Plus sofort nach dem Anschluss ans Smartphone mit dem Ladevorgang beginnen. Das hat in unserem Test beim Lightning-Modell immer, beim Micro-USB-Modell allerdings nur manchmal funktioniert. In einigen Fällen mussten wir den Knopf am externen Akku drücken, damit per Micro-USB Energie abgegeben wurde. Während der Ladevorgänge leuchten die weißen LED nicht dauerhaft, sondern sie schalten sich nach 30 Sekunden ab. Um den Ladezustand des externen Akkus zu erfahren, muss dann erneut der Button am Akku gedrückt werden.

Ladekurve im Battery Monitor Widget
Ladekurve im Battery Monitor Widget
Die Energiezufuhr wird bei der Mophie Powerstation Plus durchgeschleift, das heißt der Akku kann gleichzeitig Energie aus der Steckdose oder von einem Laptop erhalten und an ein Gerät abgeben. Mophie verspricht, dass ein "energiehungriger Tablet-Akku" in sechs Stunden zu 100 Prozent wieder aufgeladen werden kann.

Je nach Kapazität eines Smartphone-Akkus kommt es darauf an, ob dieser ein- oder zweimal über die Mophie Powerstation Plus neu aufgeladen werden kann. Ein 2500-mAh-Akku kann zweimal so gut wie komplett aufgeladen werden. Im Test haben wir die Ladevorgänge an einem OnePlus One mit 3100-mAh-Akku und an einem iPhone 6S Plus mit 2750 mAh-Akku durchgeführt. Beim OnePlus One hat ein quasi kompletter Ladevorgang von 3 Prozent auf 98 Prozent Kapazität rund zwei Stunden gedauert. Beim Phone 6S Plus dauerte dies etwa eine halbe Stunde länger. Danach war bei beiden Mophie-Akkus etwa so viel Energie übrig, dass es noch für eine halbe Akkuladung gereicht hat, danach mussten die externen Akkus selbst wieder an die Steckdose.

Fazit: Stabil, schick, zuverlässig - und teuer

Besonders gut hat uns im Test gefallen, dass die Mophie Powerstation Plus sehr stabil gebaut ist und ein schickes Design hat. Dass die Kabel fest mit dem Akkupack verbunden sind, hat Vor- und Nachteile - letztendlich ist es Geschmackssache. Smartphones können - je nach Kapazität des Handy-Akkus, eineinhalb- bis zweimal in einer annehmbaren Zeit mit Energie betankt werden. Der Preis ist mit 100 Euro allerdings sehr hoch - die externen Akkus dürften für viele Interessenten zu teuer sein. Weniger stabile Akkus mit 5000 mAh ohne Kabel gibt es im Internet schon für 10 bis 15 Euro.

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