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| Festnetz | Internet | Mobilfunk | Handy & Co. | Meldung | Meinung | Service | 13.02.2012 |
Editorial: Wie man Geld richtig beiseite schafft ...02.05.2010
18:05 ... und es (nicht?) verzockt
Zunächst eimal das aktuelle:
Vor zwei Wochen kommentierten wir noch, dass es gut sei, dass
die Mobilfunker keine Unsummen für neue Frequenzen ausgeben müssten.
Knapp über 190 Millionen Euro waren damals nach dem Ende
der ersten Auktionswoche aufgerufen. Inzwischen sind die Gebote auf
über 2,5 Milliarden Euro geklettert. Langsam aber sicher
wird's also teuer.
Gekämpft wird vor allem um die
digitale Dividende,
jene zwei mal 30 MHz an ehemaligen Fernsehfrequenzen, die durch die
Umstellung von analogem Fernsehen auf
DVB-T freigeworden sind, und die sich
recht gut für den Aufbau eines flächendeckenden Netzes eignen sollen.
In der Folge kostet jeder der sechs Frequenzblock mit
2 x 5 MHz aus dem 800-MHz-Bereich mehr als alle anderen
35 Frequenzblöcke zusammen.
Somit wird es Zeit, dass die Mobilfunker nachrechnen: Wie hoch sind die zusätzlichen Netzaufbaukosten, um mit zwei Blöcken aus dem 2600-MHz-Bereich dieselbe Abdeckung zu erzielen wie mit zwei Blöcken aus dem 800-MHz-Bereich? Reichen die dabei eingesparten etwa 750 Millionen Euro aus, die zusätzlichen Kosten abzudecken? VerzocktUnterdessen ist die juristische Aufarbeitung der letzten Mobilfunk-Auktion von vor knapp zehn Jahren, als sechs Bieter sich gegenseitig auf knapp 50 Milliarden Euro hochtrieben, alles andere als abgeschlossen. Besonders MobilCom-Chef Schmid hatte sich im Vorfeld weit aus dem Fenster gelehnt, wie leistungsfähig seine Firma insbesondere mit dem Partner France Telecom im Hintergrund sei. Am Ende hat er aber wohl zu hoch gepokert und seine Firma durch das UMTS-Abenteuer fast und in der Folge sich ganz in die Insolvenz gejagt. Kurz vor seinem Insolvenzantrag schaffte Schmid noch gut eine Million Euro auf einem Liechtensteiner Konto in Sicherheit. Das Kieler Landgericht verurteilte ihn deswegen wegen Bankrotts zu 21 Monaten Haft auf Bewährung, weil er das Geld dadurch seinem Gläubiger SachsenLB entzogen hatte, an den er es eigentlich hätte zurückzahlen müssen. Auch ein späterer Pfändungsversuch der SachsenLB scheiterte. Der Bundesgerichtshof hob das Urteil nun auf und verwies die Sache zur erneuten Verhandlung an das Landgericht Kiel zurück. Dieses muss nun auch prüfen, ob das Geld nicht nur für die SachsenLB, sondern auch für Schmids Insolvenzverwalter damals unerreichbar war. Erst dann sieht der Bundesgerichtshof das Tatbestandsmerkmal des "beseite schaffen" als erfüllt an. Sinngemäß: "Beiseite geschafft ist das Geld erst, wenn es wirklich weg ist". Suche nach dem richtigen EndgerätAber zurück zur aktuellen Mobilfunk-Auktion: Die neuen Frequenzen werden vor allem mit LTE bestückt werden, dem Nachfolger von UMTS/HSPA. Genauso, wie sich mit UMTS die neue Geräteklasse der Smartphones etablierte, dürfte auch LTE hier für Veränderungen sorgen: Diverse neue Geräteklassen wie Ultra Mobile PC (kurz UMPC), Mobile Internet Device (kurz MID) und Internet-Tablets wollen die Lücke zwischen Smartphone und Laptop füllen und ringen um die Gunst des Kunden. Sobald LTE verfügbar ist, werden sie auch damit ausgerüstet werden. Die bisher bei Computing-Plattformen führenden Hersteller Intel (für die Chips) und Microsoft (für das Windows-Betriebssystem), kurz "Wintel", mussten bereits durch den sehr erfolgreichen Verkaufsstart des Apple iPad einen Tiefschlag in diesem sich abzeichnenden Marktsegment einstecken. Und schon kommen für die beiden Konzerne die nächsten Schreckensmeldungen: Microsoft muss offensichtlich das eigene Projekt "Courier" einstellen: Ein Tablet-PC mit zwei berührungsempfindlichen Bildschirmen, der sich aufschlagen lassen sollte wie ein Buch. Und der PC- und Drucker-Hersteller HP kauft Palm und killt Medienberichten zufolge kurzerhand den Wintel-basierten Tablet-PC Slate zugunsten einer auf ARM-Prozessoren und WebOS-Betriebssystem basierenden Neuentwicklung. Und das, obwohl Microsoft-Chef Steve Ballmer auf der CES anfangs des Jahres den Slate noch persönlich vorstellte. Verzockt Euch nicht!Wintel wird es verkraften, im mobilen Markt in den nächsten Jahren weniger Marktanteil zu ergattern, als sie gerne hätten. Dazu sind sie im Desktop-Bereich weiterhin zu gut aufgestellt. Den Mobilfunkern muss man hingegen zurufen: "Verzockt Euch nicht!" Bereits jetzt liegen für die beiden kleineren Mobilfunk-Unternehmen die Lizenzkosten bei Ersteigerung von zwei Blöcken der digitalen Dividende und einigen weiteren Blöcken aus den anderen Bereichen zusammen jeweils in der Größenordnung eines Quartalsumsatzes oder des Jahres-EBITDAs. Das sind keine Peanuts mehr. Weitere Editorials
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