UMTS (Universal Mobile Telecommunications System) wird auch als die dritte
Generation des Mobilfunks (3G) bezeichnet. Das erste Mobilfunknetz in Deutschland
war das 1958 eingeführte und inzwischen eingestellte A-Netz. Es wurde in den 70er
Jahren durch das B-Netz abgelöst, dem in den 80er Jahren das C-Netz folgte. Auch
dieses, Ende 2000 eingestellte analoge Netz der
Deutschen Telekom
zählt noch zur ersten Generation des Mobilfunks.
Die zweite sind die auf dem
GSM-Standard basierenden digitalen
D- und E-Netze, die auch nach Einführung des UMTS-Standards weiter
in Betrieb bleiben. Die Netzbetreiber haben angekündigt,
dass sie eine Verlängerung ihrer derzeitigen GSM-Lizenzen anstreben. Eine Entscheidung
hierüber ist noch nicht gefallen. Die UMTS-Lizenzen haben in Deutschland eine Laufzeit
von zunächst 20 Jahren.
TDMA und WCDMA - Die Carrier-Technologien von GSM und UMTS

Damit sich die vielen verschiedenen Mobilfunkgeräte eines Netzes nicht gegenseitig
stören, gibt es unterschiedliche Verfahren, die Geräte auseinander zu halten. Das
einfachste Verfahren wird beim analogen Radio verwendet. Alle Sender arbeiten
auf verschiedenen Frequenzen. Um einen bestimmten Sender zu hören, wählt man
einfach die jeweilige Empfangsfrequenz. Der Nachteil dieses Verfahrens, das auch Frequenzmultiplex
genannt wird: Man braucht für jede mögliche Frequenz einen eigenen Sender. Eine
Basisstation, die zehn Handys bedienen soll, müsste folglich auch über zehn getrennte
Sende- und Empfangsteile (Transceiver) verfügen. Dies ist aufwändig und teuer.
Deswegen wird beim GSM vorwiegend der Zeitmultiplex (TDMA - Time Division Multiple
Access) verwendet. Das bedeutet, dass auf einer Frequenz nacheinander verschiedene
Geräte senden. Jedes Gerät hat für seine Daten- oder Sprachübertragung jeweils nur
einen bestimmten kurzen Zeitschlitz zur Verfügung. Hierzu ein Beispiel: Ein Sender
überträgt Daten in Zeitschlitzen, die jeweils 1/100 Sekunde lang sind. Die erste
1/100 Sekunde werden dann Daten zum Handy 1 übertragen. Die nächste
1/100 Sekunde ist Handy 2 dran, usw. Nach ca. fünf bis acht Handys beginnt
dann die Rotation von vorne, damit jedes Handy mehrfach pro Sekunde versorgt
wird.
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Alle Informationen rund um UMTS im aktuellen Ratgeber:
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UMTS hingegen basiert auf dem so genannten WCDMA-Verfahren (Wideband Code Division
Multiple Access), das sich stark vom bisher eingesetzten Zeitmultiplex-Verfahren
unterscheidet. Bei WCDMA werden alle Daten innerhalb einer Funkzelle auf derselben
Frequenz und zum gleichen Zeitpunkt übertragen. Auseinander gehalten werden die Daten
durch Codes, welche durch Sender und Empfänger ausgehandelt wurden. Ähnlich wie bei
GPRS teilen sich die Teilnehmer dynamisch, das heißt
automatisch angepasst, die insgesamt zur Verfügung stehende Bandbreite der Funkzelle
Damit lässt sich die Übertragungsgeschwindigkeit erhöhen und die Netzressourcen können
optimal genutzt werden. Weiterer Pluspunkt des Verfahrens: Der Teilnehmer ist immer
online, Informationen sind jederzeit verfügbar und müssen nicht erst abgerufen werden.
Nachteil des Verfahrens: Die maximale Übertragungsrate sinkt mit dem Abstand des Handys
zum Funkmast und mit der Geschwindigkeit, mit welcher das Handy (zum Beispiel im Auto
oder Zug) bewegt wird.
Daten in GSM-Netzen

Bei GSM war ursprünglich vorgesehen, dass sich alle Geräte die gesamte mögliche
Datenübertragungsrate gleichmäßig teilen. Der einzelne Anteil wird auch als virtueller
Kanal bezeichnet. Beim GSM-Standard hat dieser eine maximale Datenübertragungsrate von
9,6 kBit/s, bzw. 14,4 kBit/s im Compressed Mode mit verringerter Fehlerkorrektur.
Für Sprachübertragungen ist diese Bandbreite geeignet, für Datenübertragungen hingegen
quälend langsam.
Um diesen Nachteil etwas zu mildern, wurden von den GSM-Netzbetreibern zwei neue
Erweiterungen nachgerüstet: GPRS und HSCSD
ermöglichen es, mehrere virtuelle Datenkanäle zu bündeln, um so die Übertragungsrate zu
erhöhen. Bei HSCSD nutzt das Mobilfunkgerät zur Zeit bis zu vier feste Datenkanäle und
ermöglicht so Übertragungsraten von insgesamt 57,6 kBit/s. HSCSD funktioniert
sehr zuverlässig, hat jedoch einen Nachteil: Da mehrere Datenkanäle belegt werden, wird
auch das Netz entsprechend stärker beansprucht.
Der Hauptnachteil von HSCSD ist, dass alle Kanäle belegt bleiben, so lange das
HSCSD-Handy "online" ist, auch dann, wenn der Nutzer am anderen Ende gerade keine Daten
überträgt, zum Beispiel, weil er eine E-Mail oder eine Webseite liest.
Diesen Nachteil gleicht GPRS aus, indem es jedem Mobilfunkgerät dynamisch einen Anteil
an den insgesamt im Netz vorhandenen Kapazitätsreserven zuteilt. GPRS arbeitet dabei
paketorientiert, es werden keine festen Datenkanäle reserviert. Eindeutiger Nachteil
von GPRS: Sind keine Kapazitätsreserven vorhanden, weil das Netz schon stark ausgelastet
ist oder weil viele Nutzer gleichzeitig Daten übertragen wollen, sinkt die
Übertragungsrate in Richtung Null.
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Daten in UMTS-Netzen

Der entscheidende Unterschied zwischen der GSM- und der UMTS-Technologie liegt
in der Bandbreite der genutzten Frequenzen. In den D- und E-Netzen beträgt
diese etwa 200 kHz. Bei UMTS hingegen sind es 5 MHz - das ist der
25fache Wert. Nur diese großen Frequenzspektren ermöglichen die schnellen
Datenübertragungsraten bei UMTS.
Zudem zeichnen sich UMTS-Netze durch eine neuartige Zellenstruktur aus. Die
kleinste Zelle ist die Picozelle mit einem Durchmesser von unter hundert Metern. Mit
Picozellen werden so genannte 'hot spots', Bürogebäude, Hotels, Flughäfen, Messen u.ä,
versorgt. Die Microzelle mit einer Ausdehnung von bis zu mehreren Kilometern versorgt
ganze Stadtbereiche. Für Vororte gibt es die Makrozelle mit einer Reichweite von
über 20 Kilometern. Hyper- und Umbrella-Zellen, die im globalen Konzept von
UMTS auch als Weltzellen bezeichnet werden, haben eine Ausdehnung von bis zu
mehreren hundert Kilometern.
UMTS kann theoretisch Übertragungsraten bis zu 2 MBit/s ermöglichen.
Durch die HSPA-Technik sind sogar noch
höhere Bandbreiten möglich. In der Praxis bieten die Netzbetreiber derzeit Bandbreiten
von bis zu 7,2 MBit/s im Downstream an. Im Upstream sind es derzeit 1,45 MBit/s.
Noch schnellere Geschwindigkeiten als mit HSPA werden mit
HSPA+ möglich sein.
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