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Festnetz Internet Mobilfunk Handy & Co. mobicroco Meldung Meinung Service 28.05.2012 

HSPA+: Weitere Tricks zur Erhöhung der Bandbreite

HSPA+- kann in der Theorie bis zu 84 MBit/s ermöglichen


Auf der ersten Seite unseres Ratgebers zu HSPA+ haben wir Ihnen bereits zwei Tricks gezeigt, mit denen bei HSPA+ die Bandbreite erhöht wird - jetzt zeigen wir Ihnen zwei weitere Optimierungen: Altbekannt ist die Methode, mehrere Kanäle zusammenzuschalten, wenn man höhere Datenraten erreichen will. Nicht nur in Deutschland, sondern auch in anderen Ländern mussten die Netzbetreiber zumeist für eine UMTS-Lizenz zwei oder mehr gepaarte 5-MHz-Pakete erwerben. Da bei UMTS auch benachbarte Basisstationen auf derselben Frequenz arbeiten können, ist bei vielen Netzbetreibern nur ein 5-MHz-Paket in Benutzung.

Nutzt man zwei 5-MHz-Bänder und zusätzlich die verbesserte Modulation (siehe Trick 1 auf der vorhergehenden Seite), sind bis zu 42 MBit/s möglich. Vorteil der Kanalbündelung: Es gibt keinen zusätzlichen Verlust von Bitrate an der Zellgrenze; an allen Stellen der Zelle kommt in etwa die doppelte Bitrate an. "In etwa" deshalb, weil sich die beiden Träger unabhängig voneinander ausbreiten und je nach Situation vor Ort mal der eine und mal der andere stärker gedämpft wird. Intelligente Netze werden natürlich versuchen, jedes Endgerät bevorzugt über das Band zu versorgen, das den relativ besseren Empfang bietet.

Auch für die Aufrüstung auf 42 MBit/s wird oft zusätzliche Hardware bei den Netzbetreibern erforderlich sein. Bisherige Sende- und Empfangsgruppen sind ja auf 5 MHz ausgelegt, nicht auf 2 mal 5 MHz.

Trick 4: Alle drei Tricks kombiniert

Kombiniert man Trick 1 (mal 1,5), Trick 2 (mal 2) und die Kanalbündelung (mal 2) ist gar eine Versechsfachung der Bitrate gegenüber HSPA auf 84 MBit/s möglich. Zumindest Qualcomm deutete auf dem Mobile World Congress an, in diese Richtung zu arbeiten.

Leider sind die genannten Beschleunigungs-Technologien grundsätzlich zueinander inkompatibel. Immerhin ist aber die Basis UMTS bzw. HSPA einheitlich. Ein HSPA+28-Surfstick mit MIMO fällt somit in einer HSPA+21-Mobilfunkzelle mit 64 QAM auf Standard-HSPA mit 14 MBit/s zurück. Für die Geschwindigkeitsstufe 42 MBit/s wird es wahrscheinlich sogar zwei Standards geben: 64 QAM + MIMO oder 64 QAM + Kanalbündelung. Hat man den falschen 42er-Stick in einer 42er-Zelle, wird man aber immerhin bis zu 21 MBit/s nutzen können, denn 64 QAM ist ja beiden gemeinsam.

Technik Modulation Bits pro Chip MIMO Kanalbündelung maximale
Bitrate
HSPA 16 QAM 4 - - 14,4 MBit/s
HSPA+21 64 QAM 6 - - 21 MBit/s
HSPA+28 16 QAM 4 2x2 - 28 MBit/s
HSPA+42 64 QAM 6 2x2 - 42 MBit/s
HSPA+42 64 QAM 6 - 2 42 MBit/s
HSPA+84 64 QAM 6 2x2 2 84 MBit/s

HSPA+-Ausblick

Schon der HSPA+-Ausbau auf 84 MBit/s ist ambitioniert. Diese hohe Bitrate wird zudem nur unter absolut optimalen Bedingungen erreicht, insbesondere einem störungsfreien Kanal und keinen weiteren Nutzern in der Zelle. Real werden die Nutzer somit in einigen Jahren Downloadraten im Bereich von 10 bis 50 MBit/s erreichen.

Es sind aber noch weitere Steigerungen denkbar. Eine Umstellung auf 3-mal-3- oder gar 4-mal-4-MIMO würde nochmals 50 oder gar 100 Prozent höhere Bitraten erlauben. Bei der aktuell rasanten Entwicklung der Halbleitertechnik wird auch dieses in wenigen Jahren beherrschbar sein.

Angesichts der zunehmenden Beliebtheit von mobilen Internetzugängen sind die Netzbetreiber gezwungen, dem Evolutionspfad von HSPA und HSPA+ zu folgen. Denn die maximale Bitrate wird jeweils von allen Nutzern in einer Zelle geteilt. Wollen mehrere gleichzeitig einen YouTube-Videostream schauen, dann reicht die Performance von Standard-HSPA einfach nicht mehr aus.

Natürlich wird auch LTE die Technik der Zukunft sein, um die genannten hohen Bitraten oder gar noch höhere zu erreichen. Der HSPA+-Upgradepfad hat jedoch einen unschlagbaren Vorteil: Auch das älteste UMTS-Endgerät bleibt voll kompatibel. Es nutzt die Ressourcen zwar weniger effizient als eine jeweils aktuelle HSPA+-Datenkarte. Aber besser eine langsame Verbindung als gar keine.

Schnell anbinden

Immer wichtiger wird für die Netzbetreiber zudem die schnelle Anbindung der Basisstationen ans Internet. Die genannten Bitraten gelten ja pro Sektor. Bei den typischen 120-Grad-Sektoren kommt man auf drei Sektoren für den "Rundumblick". Bei 84 MBit/s pro Sektor werden so in Summe bis zu 250 MBit/s pro Basisstation in die Luft gepumpt! Erhöht man gar auf 4-mal-4-MIMO und verdichtet man auf 60 Grad pro Sektor, wird im Peak gar 1 GBit/s erreicht. Allerdings bleibt die Frage, ob die Netzbetreiber wirklich so weit gehen werden: Immerhin wären auf einer so hochgerüsteten Basisstation 24 Antennen erforderlich!

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Quelle: teltarif.de: AGOF internet facts 2012-01, Erwachsene ab 14 Jahre