Die
UMTS-Mobilfunknetze sollen naturgemäß nicht
nur die Kapazitäten der bestehenden
GSM/
GPRS-Netze
erweitern, sondern auch neue Dienste ermöglichen. Während in der
Branche nach wie vor über mögliche Killer-Applikationen spekuliert und gesucht
wird, die UMTS zum Erfolg verhelfen könnten, sind die einige neue Inhalte bereits da.
Internet auf DSL-Niveau


Bild: Vodafone
Das wohl interessanteste neue Feature gerade auch für Geschäftskunden ist ein
schneller Internet-Zugang mit einer Performance auf DSL-Niveau.
Die ersten UMTS-Netze erreichten eine Datenübertragungsrate von bis zu 384 kBit/s.
Dank der HSDPA-Erweiterung
werden 3,6 Mbit/s und stellenweise sogar 7,2 MBit/s im
Downstream erreicht, während HSUPA den Upstream auf stolze 1,45 MBit/s beschleunigt -
Geschwindigkeiten, hinter denen GPRS und EDGE in den bisherigen
GSM-Mobilfunknetzen weit zurück bleiben. Statt DSL stehen diese eher auf der Stufe eines
Analogmodems.
Der Internet-Zugang über UMTS wird in Deutschland von allen vier Netzbetreibern
und auch von den Service-Providern vermarktet.
Selbst die meisten Discounter ermöglichen
den schnellen mobilen Internet-Zugang. T-Mobile und
Vodafone bieten auch
UMTS-Datentarife speziell für die Nutzung zu Hause an. Diese unterscheiden sich von den
Standard-Preismodellen durch erheblich günstigere Preise. Dafür ist aber die Nutzung
räumlich begrenzt.
E-Plus ging noch einen Schritt weiter und bietet schon seit
2005 die erste GPRS/UMTS-Flatrate auf dem deutschen Mobilfunkmarkt an. Ab
einem monatlichen Basispreis von 25 Euro kann man mit der
Internet Flatrate ohne Zeit- und
Volumenbegrenzung im Internet surfen oder auch WAP-Inhalte nutzen.
T-Mobile und Vodafone zogen im Frühjahr 2008 nach und bieten nun ebenfalls mobile
Internet-Flatrates an - allerdings mit einer Geschwindigkeits-Drosselung, wenn im
Abrechnungszeitraum mehr als 5 GB an Daten übertragen werden.
T-Mobile und Vodafone bieten ferner Tages-Flatrate für
die mobile Internetnutzung an, die zu Preisen ab 4,95 Euro zu haben sind.
Bei diesen Tarifen gibt es keine Volumenbegrenzung oder Performance-Drosselung. Bei o2
kostet die Tages-Flatrate sogar nur 2,50 Euro, allerdings gibt's eine Drosselung ab
einem Gigabyte Datentransfer auf GPRS-Geschwindigkeit.
Der Internet-Zugang kann mit Laptop-Modemkarten und UMTS-Handys genutzt werden, die
über einen integrierten Web-Browser verfügen. Alternativ kann man das Handy per
Datenkabel, Bluetooth oder Infrarot-Schnittstelle mit
dem PC verbinden und als Modem nutzen. Die Einwahldaten
entsprechen denen für den GPRS-Internet-Zugang des jeweiligen Netzbetreibers.
 |
|
 |
|
|
 |
Hier finden Sie die günstigsten Tarife zur mobilen Internetnutzung:
|
|
|
Telefongespräche mit Begleitbild

Über UMTS können neben herkömmlichen Telefongesprächen auch
Videotelefonate geführt werden. Dabei wird dem
Gesprächspartner das mit der Digitalkamera des Handys aufgenommene Bild übertragen
und man sieht umgekehrt auch denjenigen, mit dem man telefoniert. Leider unterstützen
nicht alle UMTS-Telefone dieses Feature.
In Deutschland können die Telefonate mit Begleitbild in allen vier
Netzen geführt werden. Zur Nutzung der Videotelefonie sind keine speziellen Einstellungen am Telefon
erforderlich. Wer ein dafür geeignetes Endgerät in einem Netz nutzt, das dieses
Feature unterstützt, kann jederzeit ein Videotelefonat aufbauen.
TV via Handy

Die Performance für Datenübertragungen, die mit UMTS möglich ist, genügt auch für
die Live-Übertragung von Audio- und sogar Videostreams, die direkt am Handy
abgerufen werden können. Vor allem Vodafone bietet mit seinem
Mobile TV schon ein breitgefächertes Angebot, aber auch o2 und T-Mobile bieten
Videostreams und TV-Programme in ihren Multimedia-Portalen an. Zum Empfang
ist ein streamingfähiger Multimedia-Player erforderlich.
Einen solchen gibt es nahezu für alle aktuellen Multimedia-Mobiltelefone zumindest
als optionale Zusatz-Software.
Alternativ zu UMTS bieten derzeit DVB-H und DMB sowie
weitere Standards die Möglichkeit, ein Fernsehprogramm aufs
Handy zu liefern. Welches davon sich durchsetzt, bleibt abzuwarten. Zusätzlich sind
inzwischen Mobiltelefone mit DVB-T-Empfangsteil auf dem
Markt.
Downloads: Musik und mehr


Bild: Vodafone
Neben Livestreams sind via UMTS auch schnelle Downloads möglich. Download-Angebote gibt
es zwar schon lange in den bestehenden GSM/GPRS-Netzen - etwa die berühmt-berüchtigten
Logos und Klingeltöne -, doch beispielsweise bei Musiktiteln und Videoclips fallen
Datenmengen an, die sich nur mit UMTS in überschaubaren Zeiträumen übertragen lassen.
... und was noch?

Die Netzbetreiber erhoffen sich von UMTS außerdem einen Schub bei der Vermarktung
ihrer Multimedia-Portale. Allerdings wird es hier vor allem darauf ankommen, ob die
Erweiterung dieser Portale im Sinne multimedialer Anwendungen gelingt. Abgesehen vom
Handy-TV sind sie derzeit noch überwiegend textlastig. Dafür reicht auch die bestehende
GSM/GPRS-Infrastruktur aus.
Sie haben bei unserem Online-Forum die Möglichkeit, Ihre
eigenen Kommentare und Meinungen zu den von uns veröffentlichten
Artikeln und Anbieterseiten abzugeben oder die Meinungen anderer
teltarif-Leser abzufragen. Probieren Sie es doch einfach mal aus!