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| Festnetz | Internet | Mobilfunk | Handy & Co. | Meldung | Meinung | Service | 28.05.2012 |
Funkschnittstelle beim Mobilfunk: So funkt ein HandyWarum nur wenige Gespräche pro Sendemast möglich sindInhaltsverzeichnis:1. Telefonieren per Handy: Nie alleine auf einer Frequenz2. Beispiel einer Sendemasten-Konfiguration
Ein Handynetz besteht zum einen aus der Technik, die hinter dem Sendemast zum Einsatz kommt -
der so genannten Netzarchitektur -, aber auch aus der entscheidenden Strecke vom Sendemast
zum Handy. Gerade diese Funkschnittstelle ist entscheidend für das korrekte Funktionieren eines
Mobilfunknetzes. Wir erklären Ihnen, wie die Sprach- und Daten-Signale vom
Sendemast zum Nutzer gelangen und was die Anbieter beim Aufbau neuer Sendemasten beachten
müssen.
nächste Seite: Beispiel einer Sendemasten-Konfiguration
![]() Zwei BTS-Schränke für UMTS und GSM. Über HF-Kabel wird das Signal zum Sendemast geleitet In Deutschland kommen aktuell zwei Mobilfunkstandards zum Einsatz: GSM und UMTS. Für beide Standards gibt es entsprechende Erweiterungen, die sich vor allem auf die Datengeschwindigkeit auswirken. Es handelt sich dabei um EDGE und um HSDPA. GSM und UMTS sind auf der Funkebene zwei vollkommen getrennte Netze. Theoretisch wäre die Abstrahlung über gleiche Sendeelemente möglich, praktisch wird dieses aber nur selten gemacht. GSM-Netze sind zwei Übertragungsformen in einer
Die Kombination sieht so aus, dass ein Handynutzer für jede Senderichtung zunächst einmal unterschiedliche Frequenzen nutzt. So kann es sein, dass ein o2-Kunde bei einem Gespräch seinen Partner auf der Frequenz 930,1 MHz empfängt, selbst aber auf 885,1 MHz sendet. Diese beiden Frequenzen nutzt der entsprechende o2-Kunde allerdings nicht alleine, sondern auf den gleichen Frequenzen können je nach Konfiguration des Senders noch sechs bzw. sieben weitere Gespräche stattfinden, ohne dass die Teilnehmer sich gegenseitig stören. Der Wechsel der Zeitschlitze und somit der Zeitfenster in denen die Sprach-Daten übertragen werden erfolgt so schnell, dass das menschliche Gehör es nicht wahrnehmen kann. Vergleichbar ist das mit einem Kinofilm, der pro Sekunde aus 25 einzelnen Bildern besteht. Die Länge eines solchen Zeitschlitzes beträgt 577 Microsekunden. Bei GSM enthält jeder Kanal 8 Zeitschlitze, die nacheinander auf das Medium zugreifen dürfen. Acht Benutzer teilen sich diesen Kanal, das heißt erst wenn Nutzer zwei bis acht ihre Daten übermittelt haben, darf Nutzer eins wieder Daten senden. Durch Kompression des Gesprochenen in den übrigen sieben Zeitschlitzen schaffen es Handy und Netz, die komplette Sprache in diesem kleinen Zeitrahmen zu übermitteln. Über einen solchen Zeitschlitz werden auch Signalisierungsdaten, etwa die bei einem Gesprächsaufbau übertragenen Authentifizierungs-Daten, aber auch SMS übertragen. Nicht alle Frequenzen können an einem Standort genutzt werden
Anders formuliert: Einem Netzbetreiber steht jeweils pro Mast nur ein Teil der eigentlich zur Verfügung stehenden Frequenzmenge zur Verfügung. Würde der Re-Use-Faktor nicht eingehalten, kann es zu Störungen kommen. Ausnahme: Klein- und Kleinstsender (Picozellen), die nur wenige Meter weit strahlen, aber die Kapazität erhöhen, können auch innerhalb eines Sendemast-Radiuses aufgebaut werden, da ihre Sendeleitung so gering ist, dass sie den nächsten Sendemast nicht stören.
Auf der nächsten Seite lesen
Sie, wie die Sendemasten in der Praxis bestückt sind und was GSM von UMTS
unterscheidet.
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