Satelliten-Telefonie

So telefonieren Sie unterwegs per Satellit

Satelliten-Handys ver­sprechen welt­weite Er­reichbar­keit außer­halb herkömm­licher Mobil­funk­netze. Doch nicht alle Anbieter sind tat­sächlich über­all verfüg­bar.
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Außerhalb gut er­schlossener Gebiete wird es schwer mit dem Handy­empfang. Wer sich nicht in Reich­weite eines Mobil­funk­mastes des eigenen Providers oder eines Roaming-Part­ners befindet, bleibt ohne Kon­takt zur Außen­welt. Während dies bei Wanderungen im bayrischen Wald unter normalen Um­ständen nicht weiter tragisch ist, kann die Er­reich­bar­keit in anderen Situa­tionen über Leben und Tod ent­scheiden.

So ist der Mobil­funk­empfang beispielsweise nach großen Umwelt­katas­trophen oft wegen defekter Sende­masten ein­ge­schränkt oder gar nicht mehr mög­lich. Die Rettungs­kräfte be­nötigen zur Koordi­nation aller­dings ein funk­tionierendes Tele­kommuni­kations­system. Dies ist ein Einsatz­szenario von Satelliten­handys, aber auch Seeleute, Forscher, Extrem­sportler und Reisende in ab­gelegenen Gebieten sind auf die Erreich­bar­keit jenseits aller Mobil­funk­netze an­gewiesen. Anbieter solcher Satelliten-Netze sind Inmar­sat, Global­star, Iridium und Thuraya.

Preise sind vergleichsweise hoch

So telefonieren Sie unterwegs per SatellitSo telefonieren Sie unterwegs per Satellit Es exis­tieren mehrere zu­ei­nan­der nicht kompa­tible Systeme für die Satelliten­tele­fonie. Die Minuten­preise spiegeln die hohen Betriebs­kosten bei relativ niedrigen Kunden­zahlen wieder. Zusätz­lich benötigt jeder Kunde aufwändige Hard­ware, die vergleichs­weise teuer und nur mit einem Satelliten­system nutzbar ist. Deren Größe und Preis hängt in­zwischen aber nicht mehr von der Höhe der Umlauf­bahn ab, auf der sich die Satel­liten des jeweiligen Systems befinden.

Von fest stehenden Satelliten...

Grund­sätzlich gibt es zwei verschiedene Varianten, mit denen Satelliten in der Erd­umlauf­bahn kreisen können. Bei einer Variante posi­tioniert der Be­treiber die Satel­liten in einer geo­statio­nären Umlauf­bahn. Diese liegt bei einer Ent­fernung von ungefähr 36 000 km über dem Äqua­tor. In diesem Ab­stand sind die Winkel­geschwindig­keit des Satelliten und der Erd­ober­fläche gleich groß.

Somit scheint der Satellit von der Erde aus be­trach­tet über einem Punkt zu stehen. Von seiner festen Position aus­gehend versorgt ein Satellit immer dieselbe Region der Erde. Auf diese Weise kommt ein welt­weites Satelliten­netz mit minimal drei Erd­trabanten aus. Der Fach­begriff für diese Variante lautet GEO (Geostationary Orbit). Einzig und allein die Polar­regionen lassen sich mit geo­stationären Satelliten nicht ab­decken.

... und rasend schnellen Orbitern

In der anderen Variante betreibt der Tele­kommuni­kations­anbieter seine Satelliten in einem niedrigeren Orbit mit einer Bahn­höhe um 1 000 km. Dabei müssen sich die Satelliten viel schneller bewegen als die Erde rotiert, damit sie nicht vom Himmel fallen. Ein bestimmter Satellit ist von einer Stelle der Erd­ober­fläche aus betrachtet nur in einem begrenzten Zeitraum sicht­bar.

Verschwindet der Satellit hinter dem Hori­zont, muss der Betreiber sicher­stellen, dass zuvor ein anderer Satellit in Sicht­weite des Empfangs­gerätes gelangt und die Ver­bindung übernimmt. Ansonsten würde die Kommuni­kation zusammen­brechen. Deshalb sind mit dieser Variante vergleichs­weise viele Satelliten erforder­lich, dafür sind die Verzögerungen bei Gesprächen wegen der geringeren Ent­fernung niedriger. Der Fach­begriff für diese Variante ist LEO (Low-Earth Orbit).

Auf der folgenden Seite stellen wir Ihnen den Satelliten-Betreiber Inmarsat vor - Sie können aber auch direkt zur Über­sicht aller Satelliten­netze springen.

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