MNP

Portierung: Die Handynummer zum neuen Anbieter mitnehmen

Wer seinen Mobilfunk-Anbieter wechselt, kann in vielen Fällen seine Handy-Rufnummer zum neuen Anbieter mitnehmen. Wir zeigen Ihnen, wie das Verfahren funktioniert und was die Portierung bei den einzelnen Anbietern kostet.
Kommentare (546)
AAA
Teilen (148)

Portierung: Die Handynummer zum neuen Anbieter mitnehmenPortierung: Die Handynummer zum neuen Anbieter mitnehmen Wer einen Vertrag mit einem Mobilfunk­anbieter abschließt, bekommt für sein Handy automatisch eine passende Rufnummer des Netzbetreibers zugeteilt. Was aber tun, wenn zuvor bereits ein Vertrag bei einem anderen Anbieter bestand und die alte Handy-Nummer bei­behalten werden soll? Hier hilft die Rufnummern­portierung: Sie bezeichnet die Mitnahme der bisherigen Rufnummer bei einem Wechsel des Tele­kommuni­ka­tions­anbieters. Seit dem 1. November 2002 sind auch die Mobilfunkanbieter verpflichtet, ihren Kunden den Service der Rufnummernmitnahme zu bieten. Hier wird das Verfahren der Rufnummern­por­tie­rung als Mobile Number Portability (MNP) bezeichnet.

Die Vorgängerinstitution der heutigen Bundesnetzagentur, die Regulierungs­behörde für Telekommunikation und Post (RegTP), hatte jedem Mobilfunk-Kunden ein lebenslanges Nutzungsrecht auf seine Rufnummer zugesprochen. Somit "gehört" eine Handy-Nummer nicht dem jeweiligen Anbieter, sondern dem Kunden. Nach den Vorgaben der Behörde haben die Anbieter in Deutschland einheitliche Richtlinien für die Mitnahme geschaffen.

Bei Rufnummernmitnahme bleibt Netzvorwahl erhalten

Bei der Portierung bleibt nicht nur die eigentliche Rufnummer, sondern auch die bisherige Netzvorwahl erhalten. Dies ist für den Besitzer der Rufnummer natürlich erst einmal komfortabel, da die Rufnummer komplett gleich bleibt: also Anschluss­nummer inklusive Vorwahl.

Für Anrufer der Nummer hat das allerdings nicht nur Vorteile: Sie müssen sich zwar keine neue Nummer merken, allerdings können sie auch nicht mehr anhand der Vorwahl erkennen, bei welchem Netzbetreiber sich die Rufnummer befindet.

Netzvorwahl und Mailboxnummer bleiben bei der Rufnummernportierung erhaltenNetzvorwahl und Mailboxnummer bleiben bei der Rufnummernportierung erhalten Vor der Einführung der Rufnummern­portierung war es recht einfach zu erkennen, in welchem Netz ein Mobilfunkkunde telefoniert. So gehörte eine 0171 zu T-Mobile (heute die Mobilfunk-Sparte der Telekom), eine 0172 zu Vodafone und eine 0178 ins E-Plus-Netz. Durch die Portierung ist es nun aber möglich, dass eine Rufnummer, die mit 0171 beginnt, nicht mehr im Telekom-(T-Mobile)-Netz, sondern zum Beispiel im E-Plus-Netz eingebucht ist. Dies bringt unter Umständen unerwartete Mehrkosten mit sich: Konnte ein Anrufer aufgrund seines Mobilfunkvertrags bisher Telekom-(T-Mobile)-Anschlüsse besonders günstig erreichen, kann der Anruf zu einer 0171-Nummer, die sich tatsächlich aber im E-Plus-Netz befindet, nun sehr teuer werden.

Bei Unsicherheiten bezüglich der Netzzugehörigkeit können Kunden daher die Option der Anbieter nutzen, über Kurzwahlen, per SMS oder auf anderen Wegen das zugeordnete Netz jeder Mobilfunk-Rufnummer zu erfragen. Die folgende Tabelle zeigt Ihnen die verschiedenen Vorgehens­weisen bei den vier Netzbetreibern, inklusive anfallender Kosten - die Service-Provider bieten unter Umstän­den abweichende Möglichkeiten zur Abfrage. Zudem gibt es mittlerweile auch einzelne Apps, mit denen die Netzabfrage gestartet werden kann.

Übersicht der Netz-Abfrage-Möglichkeiten bei den Netzbetreibern

Anbieter kostenlose Kurzwahl SMS Sonstiges
Telekom
(T-Mobile)
4387 SMS mit Rufnummer an Kurzwahl 4387
- Kosten: 19 Cent
Abfrage per Internet im Telekom-WAP-Portal
- Kosten: WAP-Zugang
Vodafone 12313 nicht möglich nicht möglich
E-Plus 10667 nicht möglich nicht möglich
o2 nicht möglich SMS mit "NETZ Rufnummer"
an Kurzwahl 4636
- Kosten: wie SMS
nicht möglich

Nach der Portierung: die Mailbox und mögliche Probleme

Auch bei der Portierung bleibt die Rufnummer der Mailbox unverändert, gespeicherte Informationen können allerdings nicht zum neuen Anbieter transferiert werden. Somit bedarf es einer erneuten Einrichtung des Anruf­beantworters. Alte Meldungen sowie der Ansagetext werden gelöscht. Bei einer Abfrage über Kurzwahl ist jedoch zu beachten, das hier die Nummer des neuen Anbieters verwendet werden muss. Die jeweilige Kurzwahl können sie der nachfolgenden Tabelle entnehmen.

Anbieter Kurzwahl
Telekom
(T-Mobile)
3311
Vodafone 5500
E-Plus 9911
o2 333
Nach der Portierung kann das bisher verwendete Handy in der Regel problemlos weiter genutzt werden, Aus­nahme bilden hier lediglich sehr alte Handy-Modelle, die nur eine Netzfrequenz (900 oder 1800 MHz) unter­stützen. Zu beachten ist zudem das Problem einer mög­lichen SIM-Lock-Sperre bei Prepaid-Handys.

Vorzeitige Portierung

Durch die TKG-Novelle im Jahr 2012 müssen die Mobil­funk­anbieter heutzutage ihren Kunden die Mitnahme einer Ruf­nummer zu einem anderen Anbieter auch dann ermög­lichen, wenn ihr Vertrag noch länger läuft - die sogenannte vorzeitige Portierung. In diesem Fall erhält der Kunde für seinen alten Vertrag eine neue Rufnummer, kann aber in der Regel die alte SIM-Karte zunächst weiter nutzen. Für die Verwendung der portierten Rufnummer ist nach Abschluss der Portierung natürlich die SIM-Karte des neuen Anbieters erforderlich. Die Servicenummern des bisherigen Anbieters können dann nicht mehr verwendet werden.

Teilen (148)

Meldungen zur Rufnummernportierung

1 2 3 420 vorletzte