
LTE in Deutschland mittlerweile gestartet
UMTS ermöglicht über die Erweiterungen
HSDPA (schneller Downstream) und
HSUPA (schneller Upstream) Datenraten im
Bereich von
DSL - doch der Folgestandard
LTE (Long Term Evolution) ist noch bedeutend schneller:
Pro Zelle ist im
Mobilfunk auf Basis von LTE
eine Übertragung von 100 MBit/s und mehr möglich.
Digitale Dividende für LTE
Wie bei allen Funkdiensten gilt auch für LTE: Je niedriger die Frequenz, desto
höher die mögliche Reichweite. Gleichzeitig sind durch die historische
Entwicklung und die physikalischen Gegebenheiten im niedrigen Frequenzbereich
nur vergleichsweise schmale Bänder frei, die für LTE umgewidmet werden
können.
Hilfreich war hierbei die Einführung des digitalen terrestrischen Fernsehens (DVB-T). Hierdurch wurde das sogenannte UHF-Frequenzband
zwischen 790 und 862 MHz für anderen Nutzungen frei. Europaweit ist daher eine Realisierung von LTE vor allem im 800-MHz-Band angestrebt, allerdings ist der LTE-Ausbau noch nicht überall so weit fortgeschritten wie in Deutschland. Zusätzlich setzen die Netzbetreiber hierzulande LTE auch auf anderen Frequenzen ein, zum Beispiel im 1800-MHz- und 2600-MHz-Band. In den USA hingegen funkt LTE vorwiegend auf den Frequenzen um 700 und 2100 MHz.
Im Rahmen einer Frequenzauktion bei der Bundesnetzagentur (BNetzA),
die am 20. Mai 2010 endete, ersteigerten die Mobilfunk-Netzbetreiber o2 und Vodafone sowie die Deutsche Telekom mit ihrer Mobilfunksparte entsprechende
Frequenzblöcke aus der digitalen Dividende. Doch LTE-Anwendungen sind auch in anderen Frequenzbändern realisierbar, so zum Beispiel im GSM- oder UMTS-Frequenzbereich. Bei der Frequenzauktion im Jahr 2010 haben die Mobilfunkanbieter auch
in diesen Bändern Frequenzblöcke aus der ersten UMTS-Frequenzauktion, die zehn
Jahre zuvor stattgefunden hatte, ersteigern können. Diese Frequenzblöcke waren
von den Unternehmen Quam und mobilcom
zurückgegeben worden. Einige Blöcke davon hat E-Plus ersteigert und plant damit
in Ballungsräumen LTE im 1800-MHz-Bereich anzubieten.
LTE-Angebote für stationäre und mobile Internet-Nutzung
Bei der Frequenzversteigerung der digitalen Dividende machte die
Bundesnetzagentur die Auflage, den LTE-Ausbau zuerst in den sogenannten "weißen
Flecken", also bisher nicht mit Breitband-Internet-Zugängen versorgten Gebieten,
vorzunehmen. Daher ist LTE zuerst vor allem in eher ländlichen Regionen
verfügbar. Hier verfolgen die Mobilfunk-Netzbetreiber die Strategie, Internet
per LTE als DSL-Ersatz zu vermarkten. Obwohl LTE eine Mobilfunk-Technologie ist,
enthalten diese LTE-Tarife nur einen stationären Internet-Zugang an einer
festgelegten Adresse, oft in Kombinationen mit Telefon-Anschluss und
Festnetz-Flatrate.
Sobald die Netzbetreiber die Ausbau-Verpflichtungen der
Bundesnetzagentur in einem Bundesland erfüllt haben, dürfen sie LTE auch in
Großstädten und anderen Ballungsräumen auszubauen. Dort soll LTE vor allem dazu dienen, Kapazitätsengpässe für mobiles
Internet zu schließen, die aufgrund der Popularität von Smartphones und
UMTS-Surfsticks entstanden sind.
LTE: Verfügbarkeit prüfen
Vodafone, die Deutsche Telekom und o2 sowie die Service Provider 1&1 und mobilcom-debitel haben ihre LTE-Angebote gestartet. Dabei ist derzeit die Zahl der LTE-Basisstationen
jedoch noch nicht besonders groß. Um herauszufinden, ob LTE an der eigenen Adresse verfügbar
ist, gibt es auf den Webseiten von Telekom (www.telekom.de/4g) und o2 (o2 LTE) Verfügbarkeitschecks, bei denen der Interessent
seine Adresse eingeben muss. Dagegen gibt es von Vodafone eine recht
detaillierte Deutschland-Karte zur Netzabdeckung, die auch die LTE-Verfügbarkeit anzeigt.
LTE-Tarife
Wir haben eine Übersicht über aktuelle LTE-Tarife
für die stationäre und mobile Nutzung für Sie zusammengestellt. Diese sind in der Regel Flatrates mit einer abgestuften Drosselung: Nach Überschreiten des monatlichen High-Speed-Inklusiv-Volumens entstehen keine weiteren Kosten
fürs Surfen, jedoch wird - wie derzeit bei Internet-Flatrates im Mobilfunk
üblich - die Übertragungsgeschwindigkeit gedrosselt.
Die Entwicklung der LTE-Technologie ist also in vollem Gange. Es bleibt
spannend, ob die Mobilfunker ihren Versprechen einhalten können und wie die
LTE-Angebote von den Kunden angenommen werden.
Auf weiteren Seiten zu LTE lesen Sie, welche Technik hinter LTE
steckt sowie welche Tarife und Handys es bereits gibt:
Ratgeber zum Thema LTE
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