Joyn

Joyn als SMS-Nachfolger: Mobile Messaging per RCS-e

Unter dem Namen "Joyn" versucht die GSMA den Mobilfunk-Standard RCS-e für Messaging und Multimedia bekannt zu machen. Die Deutsche Telekom ver­öffent­lichte im April 2014 eine neue App, um frühere Schwierigkeiten auszuräumen und die Funktionalität zu erweitern.
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Joyn: Mobile Messaging per RCS-eJoyn: Mobile Messaging per RCS-e Unter dem Namen "Joyn" versuchen die GSM Association (kurz: GSMA) - die Indus­trie­vereinigung der inter­nationalen Mobil­funk­anbieter - und ihre Mitglieder, den Standard RCS-e (Rich Communications Suite enhanced) für mobiles Messaging, Video­telefonie und Datei­transfers bekannt zu machen. Ähnlich wie bei der SMS soll die Kom­munikation via Joyn dabei zwischen Smartphones in allen Mobil­funk­netzen und mit allen Handy-Betriebs­systemen möglich sein. Aktuell sind die Netz­be­treiber davon allerdings noch weit entfernt.

Handy per App für Joyn aufrüsten

Für die Nutzung von Joyn muss das Handy mit der passenden Soft­ware aus­gerüstet sein. Nach dem Willen der Mobil­funk­an­bie­ter soll der Dienst von den Han­dy-Herstel­lern in mög­lichst viele Geräte direkt integriert werden.

Auf bestehende Smart­phones kommt Joyn per App, falls diese für das jeweilige Handy-Betriebs­system verfügbar ist. Aber auch mit Feature-Phones sollen Kunden Messaging per Joyn nutzen können. Zahlreiche Handy-Hersteller wie etwa Samsung, LG, HTC, Huawei, Motorola, Blackberry, Sony und ZTE unterstützen den Standard.

Joyn von Beginn an vergleichsweise chancenlos

Deutsche Netz­betreiber wollten mit Joyn vermutlich eine Alter­native zu Smartphone-Messengern wie etwa WhatsApp und anderen SMS-Konkur­renten etablieren - auch wenn die Unternehmens­sprecher der Netzbetreiber einen solchen direkten Zusammenhang abstreiten. Der Start der neuen Platt­form verlief aber eher holprig.

Der Messenger Joyn hat einige Konkurrenz: z. B. WhatsApp, Viber, Threema und BlackBerry.Der Messenger Joyn hat einige Konkurrenz: z. B. WhatsApp, Viber, Threema und BlackBerry. Mit einiger Verzögerung stand Joyn seit August 2012 für Kunden von Vodafone zur Ver­fü­gung, seit Anfang des Jahres 2013 auch für Kunden der Deutschen Telekom, allerdings in einer Beta-Version. Der An­bie­ter o2 plante sich im Laufe desselben Jahres zu betei­ligen, der Start­termin wurde jedoch immer wieder auf unbestimmte Zeit ver­scho­ben. E-Plus hatte kein Interesse an einer Einführung des Standards. Die Kunden beider Netzanbieter waren daher von der Nutzung des Dienstes aus­ge­schlos­sen und die Kommunikation via Joyn somit weitgehend auf netzinterne Kontakte beschränkt.

Als problematisch erwies sich zudem, dass die Verwendung von Joyn eine speziel­le App voraus­setzte, die nicht für jedes Handy-Modell verfüg­bar war. Im Telekom-Netz konnte der Dienst sogar erst verwendet werden, nachdem der Nutzer durch die Kunden­betreuung frei­geschaltet und die Joyn-App neu­instal­liert wurde. Ebenso war die Verwendung mit Discounter-SIM-Karten über das Telekom-Netz aus­ge­schlos­sen. Dies sind einige Gründe dafür, warum der Dienst im Vergleich zur Konkurrenz nur eine kleine Nutzergruppe vorweisen konnte.

Telekom probiert 2014 einen Joyn-Neustart

Bereits Ende des Jahres 2013 startete Vodafone einen eigenen, mit Joyn kompatiblen Messenger als SMS-Erweiterung namens "Message+", allerdings nur für Vodafone-Kunden mit iOS- oder Android-Handy.

Neustart der Telekom mit verbesserter Joyn-AppNeustart der Telekom mit verbesserter Joyn-App Im April 2014 wagte die Telekom einen neuen Versuch, Joyn in Gestalt einer kom­plett überarbeiteten und verbesserten App ebenfalls nur für iOS- und Android-Smart­phones zu etablieren. Neben einem Push-Dienst, der den Eingang neuer Nach­rich­ten anzeigt sowie einer auto­ma­tischen Erkennung und Aufnahme von Joyn-Nutzern ins Adress­buch, ist nun auch die Nutzung des Dienstes im Kontakt zu Freunden möglich, die keine Joyn-Kunden sind, dann aber nur per SMS oder MMS. Ohne einen entsprechenden Smartphone-Flatrate-Tarif sind inzwischen allerdings beide Möglich­keiten kosten­pflichtig.

Vorteil von Joyn ist der Datenschutz

Datenschutz war bereits bei der alten Joyn-Version ein großer Pluspunkt. Anders als beim Konkurrenten WhatsApp, der wiederholt wegen Sicher­heits­lücken und Daten­schutz­bedenken in der Kritik stand, findet bei Joyn unter anderem keine zentrale Speicherung von Adress- und Kontakt­daten statt, die Weitergabe von Kundendaten zu Werbezwecken ist ausgeschlossen und die Verschlüsselung aller Daten und Inhalte des Nutzers soll die Kommunikations­sicherheit der Kunden gewährleisten. Es bleibt abzuwarten, ob die neue Version des Dienstes sich im Gegensatz zur früheren bewähren kann.

Kann Joyn sich diesmal etablieren?

Ob sich Joyn durchsetzen wird, ist noch offen - viele halten das Projekt allerdings schon jetzt für gescheitert. So hat sich etwa auch die MMS (Multimedia Messaging Service) nie weitreichend für den Austausch von Multi­media-Inhalten ver­breiten können. Die Akzep­tanz seitens der Kunden wird vor allem davon abhängen, ob die Mobilfunk­anbieter ihren Kunden den Mehr­wert von Joyn gegenüber etablierten Messaging-Apps vermitteln können und eine sinn­volle Preis­gestaltung entwerfen.

Über weitere Vor- und Nachteile von Joyn, WhatsApp und anderen Messengern können Sie sich in unserem Ratgeber zum Thema Messenger für Smartphones informieren.

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