Joyn

Joyn soll SMS-Nachfolger werden: Mobile Messaging per RCS-e

Unter dem Namen "Joyn" versuchen die GSMA und ihre Mitglieder angesichts wachsender Konkurrenz für SMS, den neuen Mobilfunk-Standard RCS-e für Messaging und Multimedia bekannt zu machen.
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Unter dem Namen "Joyn" versuchen die GSMA und ihre Mit­glieder, den Standard RCS-e (Rich Communications Suite enhanced) für mobiles Messaging, Video­telefonie und Datei­transfers bekannt zu machen. Ähnlich wie mit der SMS soll die Kom­munikation via Joyn dabei zwischen Smartphones in allen Mobil­funk­netzen und mit allen Handy-Betriebs­systemen möglich sein. Aktuell sind die Netz­be­treiber davon allerdings noch weit entfernt.

In Deutschland ist der Dienst bisher bei Vodafone und der Telekom gestartet. o2 hat seit 2013 mehrmals eine Einführung angekündigt und dann wieder verschoben. Derzeit gibt der Münchener Netzbetreiber an, dass der Dienst ab Mitte dieses Jahres verfügbar sein soll. E-Plus hat derzeit keine Pläne für Joyn. Daher ist die Kommuni­kation via Joyn derzeit weitgehend auf netzinterne Kontakte beschränkt.

Auch wenn die Unternehmens­sprecher der Netzbetreiber einen direkten Zusammenhang abstreiten, ist die Einführung von Joyn als Reaktion auf Smartphone-Messenger wie etwa WhatsApp einzuschätzen, welche das lukrative SMS-Geschäft gefährden. Auch zahlreiche Handy-Hersteller wie etwa Samsung, LG, HTC, Huawei, Motorola, Nokia, RIM, Sony und ZTE unterstützen den neuen Standard.

Handy per App für Joyn aufrüsten

JoynJoyn Für die Nutzung von Joyn muss das Handy mit passender Soft­ware aus­gerüstet sein. Nach dem Willen der Mobil­funk­anbieter soll der Dienst von den Handy-Herstel­lern in mög­lichst viele Geräte direkt integriert werden. Auf bestehende Smart­phones kommt Joyn per App, falls diese für das jeweilige Handy-Betriebs­system verfügbar ist. Aber auch mit Feature-Phones sollen Kunden Messaging per Joyn nutzen können. Ob es möglich ist, bereits verkaufte Einfach-Handys auf Joyn umzurüsten oder ob nur zukünftig erhält­liche Geräte dafür nutz­bar sind, ist noch unklar.

Ob sich Joyn durchsetzen wird, ist ebenfalls noch offen. So hat sich etwa MMS (Multimedia Messaging Service) nie weitreichend für den Austausch von Multi­media-Inhalten ver­breiten können. Die Akzep­tanz bei den Kunden wird vor allem davon abhängen, ob die Mobilfunk­anbieter den Kunden einen Mehr­wert von Joyn gegenüber den etablierten Messaging-Apps vermitteln und eine sinn­volle Preis­gestaltung finden können. Sowohl die Telekom als auch Vodafone geben bisher an, dass Kunden, die bereits eine Messaging- oder Daten-Flat­rate gebucht haben, keine zusätz­lichen Ent­gelte für Joyn-Dienste zahlen müssten, abgesehen von Gesprächs­kosten für Video-Telefonie.

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