Taktung

Mobiles Internet: So wirkt der Abrechnungstakt auf die Kosten

Manche Anbieter mit Tarifen für das mobile Internet bieten dank gleicher Entgelte auf den ersten Blick die selben Kosten für die Datennutzung - in der Praxis ist aber auch die Taktung entscheidend für den Betrag, der am Ende auf der Rechnung steht.
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Die Nutzung des mobilen Internets wird immer populärer, nicht zuletzt, da die Preise für die Datenkosten in den vergangenen Jahren stark gefallen sind. Manche Tarife kommen dabei mit identischen Entgelten pro Megabyte Datenvolumen daher, doch in der Praxis bestimmen noch andere Tarifdetails, welcher Preis nachher auf der Rechnung steht: Die Taktung spielt nämlich auch bei Datentarifen eine wichtige Rolle. Im Folgenden wollen wir Ihnen daher die Bedeutung an einem Beispiel erläutern.

Auf den Abrechnungstakt achten

Der Abrechnungstakt bei Datentarifen kann die Höhe der Rechnung beeinflussenDer Abrechnungstakt bei Datentarifen kann die Höhe der Rechnung beeinflussen Nehmen wir also an, dass ein Megabyte sowohl bei Anbieter A als auch bei Anbieter B 24 Cent kostet. Dennoch ist das Surfen mit Anbieter A in der Praxis oftmals teurer als mit Anbieter B. Doch warum? Im Kleingedruckten der Verträge findet sich der Hinweis auf die Abrechnungsschritte. Dieser liegt bei Anbieter A laut Vertragsunterlagen bei 400 kB, bei Anbieter B beispielsweise dagegen nur bei 10 kB. Im Klartext heißt dieses: Jedes Mal, wenn das Smartphone wieder offline geht, sprich die Verbindung mit dem Internet trennt, werden die verbrauchten Kilobyte auf den vollen Abrechnungstakt gerundet.

Ein hoher Abrechnungstakt macht dabei gerade bei modernen Smartphones einen großen Unterschied aus. Beispielsweise geht manches Smartphone je nach Konfiguration immer wieder online und schaut, ob neue E-Mails im Postfach eingetroffen sind. Wird keine E-Mail empfangen, sondern nur eine Abfrage an den Server gesendet, fällt ein geringer Datenverbrauch im einstelligen-kB-Bereich an. Geht das Smartphone dann wieder offline, so bedeutet dies für einen Anbieter-A-Kunden, dass 400 kB abgerechnet wurden, während hingegen im Tarif des Anbieters B nur auf 10 kB gerundet wurde. Im Rückschluss heißt dies, dass ein Megabyte schneller verbraucht ist - und auch entsprechend auf der Rechnung ihren Niederschlag finden.

Wenn das Smartphone zum Beispiel alle 15 Minuten nach neuen E-Mails schaut, greift dies nicht nur den Akku stark an, sondern führt auch dazu, dass bei Anbieter A auf den Monat gesehen 1,1 GB nur durch das Überprüfen auf E-Mails verbraucht werden. Bucht der Kunde eine fiktive 500-MB-Flatrate, ist dieses Highspeed-Volumen bereits nach der Hälfte des Monats verbraucht. In einer fiktiven 1-GB-Flatrate des Anbieters B würden auf Grund der Abrechnung in 10-kB-Schritten nur 960 kB pro Tag verbraucht, sprich 28,8 MB pro Monat.

Gilt auch für den Aufruf von Webseiten

Und so kann mancher Dienst, der zwischendurch offline geht, unerwartete Kosten verursachen. Dies gilt auch für das Ansurfen von Seiten mit dem mobilen Browser, wenn die Verbindung getrennt wird. Angenommen, beim Aufruf einer Webseite werden insgesamt 1245 kB abgerufen - im Takt des Anbieters A würden dann in der Praxis 1600 kB abgerechnet, bei Anbieter B hingegen lediglich 1250 kB. 350 kB werden bei Anbieter A also verschenkt. Bei entsprechend häufiger Nutzung macht sich dementsprechend der Unterschied schnell bemerkbar.

Fazit: Nicht nur auf den MB-Preis achten, sondern auch auf Abrechnungsschritte

Wie die Beispiele zeigen, sollte bei der Wahl eines Tarifes nicht nur auf die Gesprächsminutenpreise geachtet werden. Ist die zukünftige Nutzung des mobilen Internets angedacht, kann sich auch ein Blick auf die Abrechnungsschritte lohnen. Teilweise kann ein etwas höherer Megabyte-Preis mit kleineren Abrechnungsschritten preiswerter sein, als ein anderer Tarif, in dem die MB-Kosten auf den ersten Blick günstiger sind.

Bucht der Kunde eine Internet-Flatrate, ist er zwar auf den ersten Blick nicht mehr direkt von den Folgen großer Abrechnungsschritte betroffen, aber bei genauerer Betrachtung zeigt sich auch hier, dass die Drosselungsgrenze schneller erreicht ist.

Wer viel im Büro sitzt ist oder auch sonst ein Ladegerät in seiner Nähe hat, der kann mit einem Trick verhindern, dass das Smartphone offline geht. Bei der Nutzung von Instant-Messaging-Diensten bleibt das Handy immer online. Im Endeffekt werden hierbei weniger Kilobyte verschenkt, da die Rundung nur dann erfolgt, wenn das Handy offline geht.

Ratgeber zum Thema "Mobiles Internet"