Sie verlassen das Flugzeug und Ihr erster Gedanke gilt dem Anschalten Ihres
Mobiltelefons, weil Sie sich melden wollen. Was heute eine völlige
Selbstverständlichkeit ist, das Sprechen über ein Telefon ohne Schnur,
gehörte nicht immer zum Alltagsleben des modernen Menschen. Erst im Jahre 1992
als der Funkstandard GSM eingeführt wurde, begann die Erfolgsgeschichte des
Mobilfunks in Deutschland.
Der erste Standard für volldigitale Mobilfunknetze


GSM-/UMTS-Funkmast
Bild: nobbi.com N. Hüttisch
GSM (Global System for Mobile Communications) war der erste Standard für
volldigitale Mobilfunknetze und löste die bis dahin analogen Netze A, B und C
ab. Heute ist er der weltweit am meisten verbreitete Mobilfunkstandard. In
Deutschland beruhen die Netze der vier Betreiber,
T-Mobile, Vodafone,
o2 und E-Plus auf dem GSM-Standard.
Und auch die Netze in allen anderen EU-Staaten funken mit der GSM-Technik auf
den Frequenzen um 900 und um 1800 MHz. In anderen Ländern existieren
zusätzliche Frequenzen um 850 und um 1900 MHz.
Weil man als Nutzer sein Handy im gesamten EU-Ausland nutzen kann, ist die
Nutzung der zellgebundenen, digitalen Sprach- und Datenübertragung so
selbstverständlich, wie länderübergreifend (allein die
Roaminggebühren bremsen die ungeteilte Freude). Mehr als
drei Milliarden Menschen in über 100 Ländern nutzen heute GSM. Rein
statistisch hat jeder Deutsche mindestens ein Handy.
GSM und UMTS existieren parallel

Der mobile Mensch will jedoch nicht nur Sprechen, sondern auch Daten
austauschen und unterwegs aufs Internet zugreifen. Im Zeitalter von
Multimedia reicht eine Übertragunsgtechnik, die
lediglich eine Übertragungskapazität von bis zu 14,4 kBbit/s bietet und
zudem in Minuten abgerechnet wird, nicht mehr aus. Das Surfen mit GSM erfordert
Geduld, die Geschwindigkeit erlaubt maximal das Aufrufen einfacher
Internetseiten und das Senden von E-Mails. Mit
GPRS
und
EDGE wurde GSM aufgepeppt. Diese Standards
erlaubten erstmalig eine paketorientierte Abrechnung.
Noch schneller geht das mobile Surfen mit UMTS und einer
Datenübertragungsrate bis zu 7,2 MBit/s. Der neue Standard, auch
Funkstandard der dritten Generation genannt, startete im Jahr 2004. Mit
UMTS (Universal Mobile Telecommunications System)
wird der Datentransfer komplett paketorientiert abgerechnet. Mit den meisten
modernen Handys können heute beide Betriebsarten genutzt werden. Je nachdem
welche Netzart wo zur Verfügung steht, wählt sich das Mobiltelefon automatisch
ein. Wann GSM UMTS vorzuziehen ist, sagen wir Ihnen im Ratgeber
Telefonieren über UMTS.
Mit dem Handy ins Internet

Doch die Entwicklung immer leistungsstärkerer mobiler Datendienste ist noch
lange nicht abgeschlossen. Sogar UMTS lässt sich schneller machen. Die
Erweiterungen heißen HSDPA (High Speed
Downlink Packet Access) und HSPA+.
Während GSM und UMTS mit den Erweiterungen GPRS und EDGE parallel nebeneinander
her existieren, ist bereits von einem vierten Funkstandard die Rede. In wenigen
Jahren soll LTE mit einer vielfachen Geschwindigkeit
UMTS beerben.
Übertragungs-Geschwindigkeiten der Mobilfunkstandards

 | Mobilfunk-Standard |
 | maximale Downstream- Geschwindigkeit |
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 | GSM |
 | 14,4 kBit/s |
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 | GPRS |
 | 53,6 kBit/s |
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 | EDGE |
 | 220 kBit/s |
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 | UMTS |
 | 384 kBit/s |
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 | HSDPA |
 | 7 200 kBit/s |
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 | HSPA |
 | 14 400 kBit/s |
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 | HSPA+ |
 | 28 000 kBit/s |
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 | LTE - in Planung |
 | 100 000 kBit/s |
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