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Die Technik im Detail: So funktioniert EDGE

Der große Vorteil von EDGE besteht darin, dass für die Nutzung dieser Technik seltener komplett neue Sender- oder Antennenanlagen notwendig sind. Es muss lediglich die bestehende GSM-Infrastruktur aufgerüstet werden, was im Gegensatz zu dem Aufbau eines komplett neuen Netzes wie bei UMTS deutlich schneller und kostengünstiger erfolgen kann.
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Die Technik im Detail: So funktioniert EDGEDie Technik im Detail: So funktioniert EDGE Der große Vorteil von EDGE besteht darin, dass für die Nutzung dieser Technik seltener komplett neue Sender- oder Antennenanlagen notwendig sind. Es muss lediglich die bestehende GSM-Infrastruktur aufgerüstet werden, was im Gegensatz zu dem Aufbau eines komplett neuen Netzes wie bei UMTS deutlich schneller und kostengünstiger erfolgen kann. Manche neueren Basisstationen lassen sich gar per Software-Upgrade auf EDGE aufrüsten. EDGE bietet insbesondere aufgrund der Nutzung der 900er-Übertragungsfrequenzen einfacher die Möglichkeit, auch in solchen Gebieten höhere Datenübertragungsraten zu ermöglichen, die bislang nicht oder nur unzureichend mit UMTS abgedeckt sind.

Die Funktionsweise von EDGE

EDGE basiert auf dem GPRS-Standard, bei dem die Daten in Form von Paketen über ein GSM-Netz versendet werden. Wenn mit einem Handy telefoniert wird, reserviert das GSM-Netz automatisch einen kompletten Kanal für eine ununterbrochene Verbindung und blockiert diesen für andere Nutzer. Hingegen können sich bei GPRS wie auch bei EDGE mehrere Nutzer einen oder mehrere freie Kanäle teilen. Diese freien Kanäle werden dann gemäß den Anforderungen der Nutzer mit Datenpaketen befüllt. Fordern viele Nutzer in einer Mobilfunkzelle gleichzeitig eine hohe Datenrate an, kann es zur Überlastung kommen, so dass die pro Nutzer verfügbare Datenrate sich entsprechend reduziert.

Bei EDGE werden bessere Modulationsverfahren als bei GPRS eingesetzt, so dass pro Zeiteinheit mehr Daten übertragen werden können. Entsprechend steigt die in einer Mobilfunkzelle zur Verfügung stehende Kapazität, ohne dass zusätzliche Frequenzen benötigt werden. Allerdings müssen sowohl Basisstation als auch Endgerät EDGE-kompatibel sein, damit die Vorteile genutzt werden können. Die Endgeräte schalten dabei je nach Verfügbarkeit automatisch zwischen EDGE und GPRS um.

Es ist möglich, dass eine Basisstation in ihrer Zelle einzelnen Endgeräten EDGE-Pakete schickt und andere noch mit GPRS versorgt. Je höher der EDGE-Anteil bei den gerade aktiven Datennutzern ist, desto höher wird die insgesamt verfügbare Datenrate, und desto seltener kommt es zur Bandbreitenreduktion wegen Überlastung.

EDGE hat zudem Potenzial für noch höhere Datenraten: Evolved EDGE verspricht einen bedeutend höheren Downstream als das klassische EDGE.

Weitere Informationen zu EDGE und anderen Mobilfunkstandards

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