Mobilfunk der 4. Generation noch nicht alltagstauglich
Deutsche Handynutzer müssen sich bis zur Einführung
von Mobilfunknetzen der vierten Generation (4G) noch mindestens bis
zum nächsten Jahr gedulden. Während in verschiedenen Städten
Skandinaviens bereits einige der Netze mit LTE-Standard (Long Term
Evolution) für Endkunden betrieben werden, befindet sich Deutschland
derzeit noch im Entwicklungsstadium.
Anbieter wie Vodafone oder T-Mobile führen nach eigenen Angaben
Tests durch. Allgemein wird LTE als "ideale Technologie im
Mobilfunkbereich" angesehen, wie es ein Sprecher des Anbieters o2 auf
ddp-Anfrage formuliert. Aufgrund der sehr hohen maximalen Datenraten
von bis zu 100 MBit/s sei der UMTS-Nachfolger LTE "prädestiniert für
den mobilen Hochgeschwindigkeitszugang zum Internet", heißt es bei
Vodafone.
Wann jedoch mit ersten LTE-Anwendungen im Markt zu rechnen sei,
könne noch nicht gesagt werden. Gleiches gelte für die Kosten für
Endkunden. Unisono heißt es, dass es noch an geeigneten Endgeräten
und der "nötigen Infrastruktur im Netz" fehle. Alles hänge von
"lizenzrechtlichen Rahmenbedingungen" ab, sagte ein Telekom-Sprecher
auf ddp-Anfrage. Tatsächlich werden die benötigten Frequenzen "zum
Anfang des zweiten Quartals" von der Bundesnetzagentur versteigert.
Nach Angaben der Behörde wollen sechs Unternehmen an der Auktion
teilnehmen.
Die Versteigerung der UMTS-Frequenzen im Jahr 2000 hatte mehr als
50 Milliarden Euro in die öffentlichen Kassen gespült. Für die
"Vergabe von Frequenzen für den drahtlosen Netzzugang zum Angebot von
Telekommunikationsdiensten" im Falle von LTE wird Experten zufolge
nicht mit einem derart hohen Erlös gerechnet. Ab 2011 sei mit dem
Ausbau der Infrastruktur zu rechnen.