Regierung: Mehr Strahlenbelastung durch neue Frequenzen
27.05.2010 17:49
Werte bleiben aber weit unter gesetzlichem Grenzwert
Die Strahlenbelastung in Deutschland wird nach Angaben
der Bundesregierung mit Nutzung der
jüngst versteigerten neuen Mobilfunkfrequenzen zunehmen. Die Gesamtimmission
werde aber voraussichtlich nur ein Minimum des gesetzlichen Grenzwertes betragen, heißt
es in einer Antwort der Regierung auf eine Kleine Anfrage der Grünen, wie der Pressedienst
des Bundestages (hib) berichtete. Eine genaue Einschätzung über die Erhöhung der Belastung
kann die Regierung demnach aber zur Zeit nicht abgeben, da nur wenige Informationen über
die künftige Technologien und Anlagen vorhanden seien.
Die Bundesnetzagentur hatte jüngst Frequenzen für den
Mobilfunk der vierten Generation (4G) versteigert. Studien zum neuen Übertragungsstandard
Long Term Evolution (LTE) liegen laut Regierung aber nicht vor, wie hib berichtete. Das Bundesamt
für Strahlenschutz geht laut Regierung davon aus, dass LTE an die bisher genutzten Frequenzbänder
grenzt und daher keine wesentlichen Unterschiede zu erwarten seien. Es gebe aber noch Forschungsbedarf
zu möglichen Auswirkungen auf Kinder.
Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hatte vor Beginn der Frequenz-Versteigerung
Mitte April gewarnt, über die Langzeitwirkungen der Mobilfunkstrahlung auf die menschliche
Gesundheit und die Umwelt sei "noch viel zu wenig bekannt".