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Ausblick: Das bringt der Mobilfunkmarkt im Jahr 2012

Regionale Mobilfunkangebote, neue Datentarife, günstigere Auslandstelefonate
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Immerhin eine Sache wird in diesem Jahr ganz bestimmt günstiger werden: Die Handynutzung im EU-Ausland. Ab dem ersten Juli soll der Minutenpreis nach aktueller Planung für abgehende Gespräche vom Handy auf rund 38 Cent pro Minute sinken, eingehende Anrufe werden weiterhin mit rund 13 Cent pro Minute abgerechnet. Der Preis für SMS wird dann auf knapp 12 Cent pro Kurznachricht sinken. Der Endkunden-Preis für die mobile Datennutzung im Ausland soll in diesem Jahr auch erstmals reguliert werden: Ab Juli dürfen noch maximal 107 Cent (netto 90 Cent) pro MB berechnet werden. Der sogenannte "Cut-off-Mechanismus", der das Datenroaming automatisch bei 50 Euro netto (in Deutschland: 59,50 Euro) beendet, sofern der Kunde nicht von sich aus ein höheres Limit festgelegt hat, soll weiterhin bestehen bleiben.

Neu im Roaming-Bereich sind außerdem zwei weitere Maßnahmen: Mobilfunk-Anbieter, die kein eigenes Netz haben - etwa MVNOs oder die Mobilfunk-Discounter - sollen ab 1. Juli das Recht haben, Zugang zu den Mobilfunknetzen jedes Netzbetreibers in ganz Europa zu erhalten. Hiervon verspricht sich die EU-Kommission, dass es dann mehr Wettbewerb zwischen den Anbietern geben wird und die Preise dadurch sinken. Bislang hat sich allerdings gezeigt, dass die Netzbetreiber wenig Neigung haben, die Aufforderung zu echten Wettbewerb ernst zu nehmen: Sie setzen in der Regel exakt das um, was die EU ihnen vorschreibt - und werden allenfalls kreativ, um die EU-Vorgaben auszutricksen, indem sie alternativ zu den EU-Tarifen, die sie verpflichtend anbieten müssen, eigene Angebote stricken, die für die Handy-Kunden unterm Strich wieder teurer werden können.

Außerdem ist beispielsweise schon die absurde Situation eingetreten, dass der SMS-Versand im EU-Ausland günstiger ist als in vielen Standard-Tarifen vorgesehen, bei denen die Netzbetreiber häufig noch 19 bis 20 Cent für den Versand einer SMS innerhalb Deutschlands berechnen. Wer allerdings viele SMS versendet, hat schon reichlich Möglichkeiten, den Preis durch entsprechende SMS-Optionen zu senken.

Leider ist es auch so, dass die EU-Regulierung selbstverständlich nur für den EU-Raum greift. Die Erfahrung hat gezeigt, dass die Netzbetreiber die ihnen vorgegebenen günstigen Preise für die Mobilfunk-Nutzung innerhalb der EU kompensieren, indem sie bei Gesprächen und der Datennutzung in Nicht-EU-Ländern mehr verlangen. Reisende, die sich oft in anderen Gegenden der Welt aufhalten, werden also nach wie vor nach günstigeren Möglichkeiten Ausschau halten müssen. Ein Blick in unsere Reise-Ratgeber kann dabei helfen.

Alles in allem erwarten wir ein interessantes Jahr im Mobilfunk - gerade weil die Mobilfunk-Anbieter im gesättigten Markt mit neuen Ideen und neuer Technik um immer anspruchsvollere Kunden kämpfen müssen, werden wir sicherlich einiges zu melden haben.

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