total mobil

Ausblick: Das bringt der Mobilfunkmarkt im Jahr 2012

Regionale Mobilfunkangebote, neue Datentarife, günstigere Auslandstelefonate
AAA

Die Zeiten, in denen sich die Mobilfunkprovider wöchentlich mit neuen Billigtarifen unterbieten, sind längst vorbei. Wer beim Mobiltelefonieren sparen will, kann bereits heute auf eine große Auswahl günstiger Vertrags- und Prepaid-Tarife zurückgreifen. Doch das Auswahlkriterium wird in Zukunft nicht unbedingt bei den Minutenpreisen liegen, sondern bei den monatlichen Paketangeboten und den darin angebotenen Leistungen. Dabei wird die mobile Internet-Nutzung eine immer wichtigere Rolle spielen: Mit der zunehmenden Verbreitung von Smartphones wird auch die mobile Internet-Nutzung weiterhin rasant zunehmen - es fragt sich nur, ob die Netzbetreiber beim Ausbau der Kapazitäten der steigenden Nachfrage hinter kommen. Doch dazu später.

2012 verspricht ein spannendes Mobilfunkjahr zu werden.2012 verspricht ein spannendes Mobilfunkjahr zu werden. Im neuen Jahr wird nämlich wieder Bewegung in den Mobilfunk-Markt kommen: Mehrere regionale Telefon-Anbieter wollen mit eigenen Mobilfunk-Angeboten starten. Dazu haben sie eine Einkaufsgenossenschaft gegründet, in der unter anderem die Stadtwerke Schwedt, htp aus Hannover und SWU Telenet aus Ulm vertreten sind. Insgesamt sollen es mehr als 20 Anbieter aus dem Branchenverband Breko sein, die sich zusammengeschlossen haben, um auf diese Weise bessere Konditionen im Einkauf zu bekommen. Mobilfunk-Partner für die neuen Angebote ist Telefónica o2.

Bisher haben einige der lokalen Gesellschaften die Mobilfunk-Produkte der Netzbetreiber vermarktet. Allerdings war die Marge für die Anbieter sehr gering. Mit den eigenen Tarifen möchten sie nicht nur neue Kunden gewinnen, sondern erhoffen sich auch höhere Gewinne. Ob das in einem als gesättigt geltenden Markt gelingen wird, wird sich zeigen müssen. Die Regionalanbieter versprechen jedenfalls, dass sie ihren Kunden durch die günstigen Einkaufskonditionen sehr attraktive Angebote unterbreiten können - wir sind gespannt und werden Sie auf dem Laufenden halten. Die ersten Anbieter wollen bereits im Anfangsquartal des neuen Jahres loslegen.

Mobilfunktarife: Ist bei 6 Cent die Grenze erreicht?

Die aktuelle Untergrenze beim Minutenpreis für einen Mobilfunk-Einheitstarif liegt bei 6 Cent für Gespräche ins Festnetz sowie alle deutschen Mobilfunknetze. Es ist gerade erst einen Monat her, dass teltarif.de den Tarif n-tv go! melden konnte. Zwar wurden bereits ein Jahr zuvor die Terminierungsentgelte im Mobilfunk drastisch gesenkt, entsprechende Preisrunden bei den Mobilfunk-Anbietern waren allerdings nicht zu beobachten - was daran liegen mag, dass die Minutenpreise zumindest bei den Mobilfunk-Discountern zuvor schon schmerzhaft dicht an den Terminierungs-Entgelten lagen, die sich die Mobilfunk-Netzbetreiber gegenseitig für die Zustellung von Gesprächen in ihre Netze berechnen. Das bedeutet, dass an Gesprächen in andere Handy-Netze zum günstigen Einheitspreis wenig bis nichts zu verdienen war. Diese Situation hat sich seit gut einem Jahr entspannt, so dass theoretisch durchaus noch "Luft nach unten" für günstigere Minutenpreise für Handygespräche vorhanden ist. Andererseits muss man natürlich auch bedenken, dass die Anbieter auch weniger an den Gesprächen zu Mobilfunkanschlüssen im eigenen Netz verdienen. Trotzdem ist es gut möglich, dass wir 2012 einen 5-Cent-Discounter sehen werden, auch wenn die Jagd nach dem günstigsten Minutenpreis schon von der Jagd nach dem günstigsten Paket-Tarif bzw. der günstigsten Flatrate abgelöst wurde.

Vieltelefonierer nutzen häufig ohnehin schon Pauschal-Angebote, mit denen rechnerisch noch deutlich günstigere Minutenpreise erreicht werden. Wobei beim derzeit günstigsten Paketangebot All-in vom Drillisch-Anbieter Deutschland-SIM zuletzt eine Preiserhöhung zu vermelden war: Der Preis für das wirklich sensationell günstige All-In-Paket mit monatlich jeweils 50 Gesprächsminuten und 50 SMS in alle deutschen Netze sowie einer Handy-Internet-Flatrate mit 200 MB ungedrossem Datenvolumen liegt nun bei 6,95 Euro pro Monat. Gestartet war All-In mit dem Knallerpreis von 4,95 Euro pro Monat - das war offenbar nicht durchzuhalten. Daher ist kaum zu erwarten, dass wir in diesem Bereich noch günstigere Angebote sehen werden.

Auf der folgenden Seite lesen Sie, was im kommenden Jahr für die Daten-Nutzung zu erwarten ist.

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