Nr. 5

Editorial: Der Standard siegt!

Flash-Aus für mobile Plattformen macht das Web etwas kompatibler
AAA

Es war lange Zeit der größte Kritikpunkt an Apples iPhone und iPad: Es gibt keinen Flash-Player. Apple-Boss Steve Jobs wurde hingegen zeitlebens nicht müde, dieses den Kunden nicht als Bug, sondern als Feature zu verkaufen: Der Flash-Player sei ein Ressourcenfresser und beinhalte zahllose Sicherheitslücken. Die Zukunft gehöre HTML 5, nicht Flash.

Editorial: Der Standard siegt! Andere mobile Betriebssysteme, allen voran Android, integrieren hingegen ganz bewusst den Flash-Player. Die Beteiligten werben sogar damit, dass der mobile Flash-Player besser an die Hardware angepasst sei als die PC-Version. Insbesondere die Grafik-Einheiten der Handy-Prozessoren sollen vom mobilen Flash-Player besser genutzt werden als die GPUs vom PC-Flash-Player.

Um so überraschender kommt nun die Ankündigung von Adobe, den Flash-Player für mobile Browser nicht mehr weiterzuentwickeln. Stattdessen setzt Adobe laut einem eigenen Blog-Beitrag für das mobile Internet voll und ganz auf HTML 5. Künftige Versionen des Flash-Players laufen dann nur noch im PC-Browser.

Flash-Apps erwünscht

Gemäß der Ankündigung von Adobe sollen die Entwicklungswerkzeuge Flash bzw. Air weiterhin zur Programmierung plattformübergreifender mobiler Apps genutzt werden können. Diesbezüglich gab es ebenfalls lange Streit mit Apple. Freilich hat hier am Schluss Apple, möglicherweise aufgrund des Drucks aus einem von Adobe angestrengten Kartellverfahren, nachgegeben und die Einstellung von mit fremden Entwicklungsumgebungen erzeugten Anwendungen im eigenen App-Store am Schluss doch wieder zugelassen.

Flash-Apps sind auch weniger problematisch als Flash-Browser-Filme, als sie schon von der Entwicklungsumgebung in jeweils nativen Code des mobilen Ziel-Betriebssystems übersetzt werden. Sie werden nur nach einer Prüfung durch den jeweiligen App-Store-Betreiber für das Endgerät freigegeben. Dieser wird sicher Nachbesserungen fordern, wenn Flash-basierte Apps die CPU unnötigerweise unter Dauerbeschlag nehmen oder die Software nur instabil läuft. Und enthält sie gar Schadcode, lässt sich über den App-Store sehr schnell die weitere Verbreitung verhindern und zudem wahrscheinlich der Urheber identifizieren und haftbar machen.

Auf der folgenden Seite erfahren Sie, was die Abkündigung für die Produzenten von mobilen Betriebssystemen bedeutet.

1 2 vorletzte