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Microsoft: Windows 8 läuft gut, aber Apple verdient viel besser

Office schwächelt; hohe Marketingkosten drücken Gewinn
Von mit Material von dpa
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Die bunte Kacheloberfläche von Windows 8 kommt an.Die bunte Kacheloberfläche von Windows 8 kommt an. Marktmacht ist nicht alles: Obwohl Microsofts Windows unter den Betriebssystemen auf PCs seit ewigen Zeiten die überlegene Nummer eins ist - der Windows-Marktanteil bei Desktop-PCs lag lange bei deutlich über 90 Prozent - so hat der Erzrivale Apple im Zeitraum von Oktober bis Dezember mehr als doppelt so viel verdient. Unterm Strich fiel der Gewinn bei Microsoft im zweiten Geschäftsquartal gegenüber dem Vorjahreszeitraum um vier Prozent auf 6,4 Milliarden Dollar (4,8 Milliarden Euro), wie Microsoft berichtete.

Dabei erwies sich das neue Windows 8 durchaus als Umsatzbringer. Allerdings schwächelte gleichzeitig die Business-Sparte mit den wichtigen Office-Büroprogrammen. Zudem nagten hohe Marketing- und Vertriebskosten für die Einführung des neuen Betriebssystems an den Einnahmen.

Microsoft-Chef Steve Ballmer zeigte sich zufrieden mit dem Start von Windows 8. Das neue Betriebssystem habe die Kunden begeistert. Es verkaufte sich mehr als 60 Millionen Mal - und ist damit genauso erfolgreich wie der Vorgänger Windows 7 bei dessen Start.

Die Anleger waren allerdings weniger angetan: Die Aktie fiel nachbörslich um zwei Prozent. Die wichtige Business-Sparte büßte ein Zehntel ihres Umsatzes ein. Bald soll eine neue Office-Version heraus kommen, auf die viele Kunden zu warten scheinen.

Umsatz legt zu

Dank der gestiegenen Windows-Verkäufe legte der konzernweite Umsatz um drei Prozent auf 21,5 Milliarden Dollar zu. Die Windows-Sparte alleine verbesserte sich um 24 Prozent. Der Konzern drückt seine wichtigste Software noch bis zum 31. Januar mit Kampfpreisen in den Markt: Ein Upgrade für den PC kostet derzeit in Deutschland knapp 30 Euro - ab Februar wird es allerdings deutlich teurer. Dazu werden wir in Kürze noch eine eigene Meldung bringen.

Windows 8 war am 26. Oktober in den Verkauf gegangen. Es ist die wichtigste Neuvorstellung seit Jahren: Mit Windows 8 will Microsoft endlich einen Fuß ins boomende Geschäft mit Tablet-Computern und Smartphones bekommen. Ob die abgespeckte Spezialversion Windows RT für mobile Geräte dabei wirklich hilft, darf angezweifelt werden - bislang sorgt Windows RT eher für Irritationen, weil das System zwar wie ein Windows 8 aussieht, aber herkömmliche Office-Anwendungen darauf nicht benutzt werden können. Unter den Tablets gibt das iPad von Apple bislang den Ton an.

Im mobilen Segment kämpft Microsoft seit Jahren zäh um mehr Wachstum, bislang aber mit vergleichsweise geringen Erfolg. Hier hatte Apple mit seinem mobilen Betriebssystem iOS den bisherigen Platzhischen Symbian wesentlich erfolgreicher Marktanteile abjagen können. Die Situation wurde dadurch für Microsoft nicht komfortabler - zumal sowohl Apple als auch Microsoft unter dem rasanten Erfolgslauf von Android leiden, das auf immer mehr Smartphones und Tablets zu finden ist.

Das Markenzeichen von Windows 8 sind die großen bunten Farbflächen zum Starten von Programmen - ideal für berührungsempfindliche Bildschirme. Um in den Tablet-Markt vorzudringen, hat Microsoft sogar einen eigenen Flachrechner namens Surface herausgebracht. In Deutschland gibt es das Gerät in der einfachsten Variante ab 479 Euro zu kaufen, ähnlich viel wie Apple für ein iPad in der aktuellen vierten Generation verlangt.

Hintergrund der Bemühungen sind die schrumpfenden PC-Verkäufe. Die Marktforschungsfirma Gartner errechnete für das Weihnachtsquartal ein Minus von 4,9 Prozent auf 90,3 Millionen Notebooks und Desktops. Konkurrent IDC ermittelte sogar einen Rückgang von 6,4 Prozent auf 89,8 Millionen Geräte. In den meisten Fällen wird ein neuer PC mitsamt Windows ausgeliefert.

Als weiterhin verlustreich erwies sich das Internet-Geschäft rund um die Suchmaschine Bing und das Portal msn.com. Allerdings konnte Microsoft das Minus eindämmen. Mit dem Geschäft rund um die Spielekonsole Xbox verdiente der Konzern mehr Geld.

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