Tablet-Hybrid

Surface Pro 3 im Test: Aus alten Fehlern nicht gelernt

Mit dem Surface Pro 3 versucht sich Microsoft erneut an einem Tablet-Hybriden. Bei den Vorgängern konnte der Konzern nicht wirklich überzeugen: Zu schwer, zu groß oder zu unhandlich waren die Vorwürfe. Hat Microsoft aus den Fehlern gelernt? Ist die Zeit reif für ein Tablet, dass mit Ultrabook-Technik und Schutzcover zu einem Notebook wird? Wir haben es getestet.
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Mit dem Surface Pro 3 wagt Microsoft den dritten Versuch, ein leistungsfähiges Tablet auf den Markt zu bringen. Im Inneren werkelt Ultrabook-Technik und ein vollwertiges Windows 8.1 Pro. Beide Vorgänger konnten zwar mit leistungsfähiger Hardware und guten Touchscreens überzeugen, aber die Konstruktion der Tablets warf immer die Frage auf: Warum braucht es diese Geräteklasse? Wir haben das Surface Pro 3 getestet und zeigen, ob sich Microsoft die Kritik an den Vorgängern zu Herzen genommen hat.

Leistung und Verarbeitung

Microsoft Surface Pro 3
Das Surface Pro 3 mit Type-CoverDas Surface Pro 3 mit Type-Cover Microsoft sieht das Surface Pro 3 als perfekten Ersatz für ein Tablet und ein Notebook: Leistungsfähige Komponenten, aber geringes Gewicht und eine Bauform wie ein Tablet. Unser Testgerät war das Modell mit Intel-Core-i5-Prozessor und 4 GB Arbeits­speicher - die eingebaute Festplatte hatte eine Kapazität von 128 GB. Microsoft hat weitere Surface-Pro-3-Modelle mit unter­schied­licher Ausstattung im Angebot. Diese unterscheiden sich in puncto Prozessor, SSD- und Arbeits­speicher. Die Hardware unseres Testgeräts war leistungsfähig genug, um alle im Alltag anfallende Aufgaben zu meistern - wir haben zum Beispiel Videostreaming, Bildbearbeitung und Surfen ausprobiert. Nach wie vor muss Microsoft einen Lüfter einbauen, um den Prozessor bei Bedarf zu kühlen. Normalerweise ist der Lüfter nicht zu hören. In einem Fall stürzte uns ein Programm ab und lastete dabei die CPU komplett aus. Kurz darauf sprang der Lüfter an und sorgte für ordentlich Wirbel - ein lautes zischendes Geräusch war die Folge. Immerhin entstand kein nerviger, hoher Pfeifton, wie man ihn von manchen Notebooks kennt.

Im Netzteil ist eine USB-Buchse eingebaut.Im Netzteil ist eine USB-Buchse eingebaut. Die Verarbeitung des Gehäuses ist ordentlich. Das Gehäuse wirkt robust und knarzte während unseres Tests nicht. Wir hätten uns gewünscht, dass der Rahmen rund um ein einem Stück besteht. Dies ist aber nicht der Fall - wirklich hochwertig wirkt der Übergang zwischen den Einzelteilen nicht.

Mit rund 800 Gramm ist das Surface Pro 3 für ein Tablet recht schwer. Als Couchsurf-Tablet eignet es sich deswegen nicht dauerhaft. Hier haben die Spezialisten (iPad Air oder Android-Tablets) die Nase vorn, denn rund 300 Gramm weniger machen sich schnell bezahlt. Für ein Ultrabook wären 800 Gramm natürlich sehr wenig - wer jedoch das Type Cover hinzurechnet, kommt auf ein Gesamtgewicht von rund 1100 Gramm. Das ist in etwa so viel wie ein Macbook Air wiegt.

Windows 8.1 auf dem Tablet: Nach wie vor unübersichtlich

Als Notebook ist das Tablet weniger geeignet.Als Notebook ist das Tablet weniger geeignet. An der Be­nutzer­ober­fläche von Windows 8 gab es jede Menge Kritik. Microsoft besserte zwar mit kostenlosen Updates nach, aber einige Problempunkte gibt es immer noch. Die folgenden Beobachtungen sind natürlich persönliche Erlebnisse - wer mit Windows 8 oder 8.1 seinen Frieden geschlossen hat, möge die folgenden Absätze mit einem Lächeln überlesen.

Nach wie vor setzt Microsoft mit Windows 8.1 auf zwei Welten. Da ist zum einen der gewohnte Windows-Desktop und zum anderen die Kachel-Oberfläche für moderne Windows-Apps. Beide Umgebungen laufen parallel auf dem Tablet und kommen sich immer wieder in die Quere. Um vom Desktop in eine laufende App zu wechseln, muss der Nutzer vom linken Displayrand rein- und wieder rauswischen. Dann erscheint eine Liste mit den aktuell aktiven Apps - dort ist auch der Desktop aufgeführt.

Der zweite Magnet im Type-Cover stabilisiert das Tablet.Der zweite Magnet im Type-Cover stabilisiert das Tablet. Im Alltag hatten wir immer wieder mit dem Problem zu kämpfen, dass wir zwischen Apps und Software nicht über eine Be­nutzer­ober­fläche wechseln konnten. Empfehlenswert wäre, dass sich der Nutzer für eine der beiden Umgebungen entscheidet - Microsoft ermöglicht aber nicht, die andere Oberfläche komplett abzustellen. Der Irrsinn geht aber noch weiter: Wer glaubt, unter PC-Einstellungen in der Kacheloberfläche alle Optionen der Systemsteuerung (Desktop-Umgebung) zu finden, der irrt: Je nach Kontext gibt es andere Einstellungen.

Nach wie vor ist Windows 8.1 nicht in der Lage, in jeder Anwendung die hohe Pixeldichte des Displays zur Geltung kommen zu lassen. Bereits beim Vorgänger fiel uns zum Beispiel in einigen Dialogfeldern unscharfer Text auf. Im Desktop-Modus sind Schaltflächen oft zu klein, um sie auf Anhieb mit dem Finger zu treffen.

Auf der zweiten Seite unseres Tests erfahren Sie alle Details zu den Stift-Funktionen, der Type-Cover-Tastatur und zum Display.

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