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Microsoft schafft Rekordgewinn dank Kinect und Office 2010

28.01.2011
11:57

Verschiebung zu Hardware bringt aber höhere Kosten mit sich

Microsoft meldet einen Rekrodgewinn von 20 Milliarden Dollar.
Microsoft meldet einen Rekordgewinn von 20 Milliarden Dollar.
Der weltgrößte Softwarekonzern Microsoft konnte mit Videospielen und seiner Büro-Software Rekordverkäufe verzeichnen: Im zweiten Geschäftsquartal (zu Ende Dezember) stieg der Umsatz um fünf Prozent auf noch nie dagewesene 20 Milliarden Dollar. "Wir sind begeistert darüber, wie die Kunden unsere Produkte zu Weihnachten angenommen haben", sagte Finanzchef Peter Klein gestern Abend in Redmond.

Als besonderer Renner erwies sich die Bewegungssteuerung Kinect für die Spielekonsole Xbox 360. Kinect hatte sich binnen 60 Tagen acht Millionen Mal verkauft. Auch das Firmenkundengeschäft mit dem neuen Büro-Programm-Paket Office 2010 entwickelte sich gut wie nie. Dagegen schwächelten die Verkäufe von Windows 7, nach dem das brandneue Betriebssystem im Vorjahr für einen echten Boom gesorgt hatte. Mit inzwischen mehr als 300 Millionen verkauften Lizenzen bleibt Windows 7 aber durchaus eine Erfolgsgeschichte.

Beim Gewinn zeigte sich indes die Kehrseite der Gewichteverschiebung von der Soft- zur Hardware: Mit 6,6 Milliarden Dollar trat Microsoft fast auf der Stelle. "Xbox und Kinect verursachen höhere Kosten als der Rest unserer Produkte", sagte Finanzchef Klein. Diese Geräte sind in der Produktion sehr aufwenig. Software dagegen, wenn sie einmal entwickelt ist, wirft riesige Profite ab - praktisch ohne weitere Kosten.

Analysten hatten indes sogar mit einem Gewinn-Rückgang gerechnet, so dass die Aktie zu Handelsschluss an der New York Stock Exchange 0,3 Prozent im Plus lag. Microsoft hatte die Zahlen versehentlich schon während des laufenden Börsenbetriebs online gestellt. Normalerweise sollen die Ergebnisse erst erscheinen, nachdem der Schlussgong ertönt ist, damit sich die Investoren in Ruhe einen Überblick verschaffen können.

Tablet-Trend verpasst

Finanzchef Klein zeigte sich optimistisch für die Zukunft: "Wir glauben, dass die Firmenkunden ihre Computerausstattung weiterhin erneuern werden." Neue Computer bedeuten in der Regel auch neue Software. Apple-Chef Steve Jobs hat den klassischen PC inwischen als Auslaufmodell deklariert und schwärmt von einer Zukunft mit kleinen, leichten Geräten wie seinem iPad.

Microsoft ist hier noch nicht auf der Höhe - erst die kommende Generation von Windows wird problemlos auf den flachen Minirechnern mit berührungsempfindlichem Bildschirm laufen können. Microsoft setzt dafür auf die Chips von ARM. Die Prozessoren des britischen Entwicklers treiben die meisten der bisher erhältlichen Tablet-Modelle an.

Bei den immer beliebter werdenden Smartphones will Microsoft mit dem neu entwickelten mobilen Betriebssystem Windows Phone 7 verlorenen Boden gutmachen. Das neue Betriebssystem läuft inzwischen auf mehreren Spitzen-Modellen bekannter Hersteller, hat aber noch nicht so richtig eingeschlagen. Smartphone-Käufer greifen derzeit viel lieber zu Android-Geräten. Trotzdem arbeitet Microsoft eifrig daran, das neue Smartphonesystem attraktiver zu machen: Täglich sollen mehr als 100 Zusatzprogramme hinzu kommen, die so genannten Apps. "Wir haben aber noch einiges an Arbeit vor uns", räumte Klein ein. Ohne einen durchschlagenden Erfolg bei den mobilen Geräten sieht es nicht gut für Microsoft aus: Der Konkurrent Apple liegt mit Umsatz und Unternehmenswert bereits vor Microsoft. Und mit einer Verdopplung des Quartalsgewinns auf 6 Milliarden Dollar ist Apple mittlerweile auch verdächtig nahe an den Gewinn von Microsoft herangerückt. Das ist vor allem vor dem Hintergrund bemerkenswert, dass Apple Mitte der 90er Jahre in einer schweren Krise steckte und praktisch als erledigt galt. Dann holte die Apple-Mannschaft Steve Jobs zurück an die Unternehmensspitze und konnte in der Folge mit dem Musikspieler iPod, den neuen Intel-Modellen bei seinen Mac-Rechnern, dem iPhone und dem iPad immer wieder erstaunliche Erfolge landen. Deshalb warten Branchenkenner nun gespannt darauf, wie sich die beiden Technologieriesen im laufenden Quartal schlagen werden.

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mit Material von dpa
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