
Datenschutz bei Microsoft: Internet Explorer mit Tracking Protection
Für die Entwicklung des Internets ist der
Datenschutz nach Einschätzung von
Microsoft-Manager Dean Hachamovitch
von entscheidender Bedeutung. "Er bringt ähnlich wie technische
Standards und die Performance das Internet voran", sagte Hachamovitch der Nachrichtenagentur dpa. Auch wenn der Schutz der Privatsphäre weltweit
gefordert werde, lasse sie sich meist nur auf lokale Gegebenheiten
bezogen realisieren. Dafür seien deshalb immer auch Kooperationen
mehrerer Gruppen, Organisationen und lokalen Interessensvertretungen
nötig.
Ob Microsoft sich den Forderungen von EU-Justizkommissarin Viviane
Reding nach einem neuen EU-weiten Datenschutzrecht vorbehaltlos
anschließen wird, könne man zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen,
so Hachamovitch. Zur Bewertung müssten nun erst die Details studiert
werden. Reding hatte am Wochenende auf dem Digital-Kongress DLD des
Burda Verlags in München eine einheitliche Datenschutz-Gesetzgebung
gefordert, die europaweit gelten solle. Nur wenn es klare Richtlinien
gibt, stünden Internet-Unternehmen mit ihren Geschäftsmodellen und
Produkten auf gesichertem Boden, sagte Reding.
EU-Datenschutzrichtlinie nicht nur für Verbraucher, sondern auch für Firmen wichtig
Reding sagte in München, die Gesetzesinitiative für einen einheitlichen Datenschutz in Europa greife nicht nur die wachsende Verunsicherung der Verbraucher auf, sondern solle vor allem junge Internetgründer und die mittelständischen Wirtschaft entlasten. Nur bei klaren Daten-Richtlinien könnten Internet-Firmen auf gesicherter Basis in neue Produkte und Geschäftsmodelle investieren.
Internet Explorer trotz Datenschutz-Features wenig konkurrenzfähig
Hachamovitch ist bei Microsoft für den Webbrowser Internet
Explorer (IE) zuständig. Für einen besseren Schutz der Privatsphäre
der Nutzer haben die Microsoft-Entwickler eine sogenannte Tracking
Protection in den IE integriert. Über verschiedene Listen von
Websites lässt sich darüber zum Beispiel genau justieren, welche
Websites das Surf-Verhalten des Nutzers verfolgen dürfen und welche
nicht. Der Anwender kann dabei einzelne Listen aktivieren und
pflegen, die von verschiedenen Organisationen bereitgestellt werden.
Insgesamt gebe es inzwischen 20 solcher Listen weltweit, sagte
Hachamovitch, drei neue für Europa seien gerade dazugekommen,
darunter eine, die speziell für den Schutz von Kindern ausgelegt sei.
Microsoft war lange Zeit weit führend im Browser-Markt, ist in den
letzten Jahren aber zurückgefallen. Inzwischen versucht das
Software-Unternehmen seine Position auch mit Sicherheits-Features
gegen die wachsende Konkurrenz etwa durch den Firefox oder Google
Chrome zu verteidigen.
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