Gestoppt

Löschung gestoppt: Megaupload-Daten vorerst sicher

Rechenzentren werden Daten noch mindestens 2 Wochen speichern
Von mit Material von dpa
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Löschung gestoppt: Megaupload-Daten vorerst sicherMegaupload-Daten vorerst sicher Erstens kommt es anders, zweitens als man denkt: Dieses Motto lässt sich derzeit gut auf die Meldungen rund um die Schließung des Filehosters Megaupload anwenden. Nachdem in einem Brief der zuständigen US-Staatsanwaltschaft die Löschung der auf der Plattform gespeicherten Daten angekündigt wurde, muss diese Aussage nun anscheinend revidiert werden.

Ira Rothken, Megaupload-Anwalt und bereits für IsoHunt und TorrentSpy tätig, teilte heute über Twitter mit, dass die Betreiber von zwei Rechenzentren zugesagt hätten, die Nutzerdaten noch mindestens zwei Wochen zu speichern. In der Zwischenzeit solle versucht werden, eine Lösung mit den US-Behörden herbeizuführen.

Nutzer mögen "sich direkt an Megaupload wenden"

Zuvor hatte die zuständige US-Staatsanwaltschaft in einem Schreiben vom Freitag erklärt, die Vermieter von Server-Kapazitäten für Megaupload könnten an diesem Donnerstag damit beginnen, die Inhalte zu löschen. Während die US-Justiz selbst nach der Vollstreckung des Durchsuchungsbefehls keinen Zugriff auf die Daten mehr habe, läge die Entscheidung, was nun mit den hochgeladenen Filmen, Musikdateien oder Fotos passieren wird, in den Händen der zuständigen Rechenzentren Carpathia Hosting und Cogent Communications. Carpathia erklärte: "Wir haben keine Möglichkeit, die auf den Servern liegenden Inhalte an die Nutzer von Megaupload zurückzugeben." Man möge sich direkt an Megaupload wenden.

Noch am Wochenende ließ Ira Rothken verlauten, dass sich Megaupload um eine Lösung bemüht, die Daten von rund 50 Millionen Nutzern vor der Löschung zu bewahren. Diese Bemühungen hatten nun scheinbar Erfolg. Zu den sich noch auf den Servern befindlichen Inhalten gehören sowohl als kritisch eingestufte Daten wie urheberrechtlich geschützte Filme, Musikdateien oder Fotos als auch private Dateien.

Seit die Plattform Megaupload aufgrund von Vorwürfen der Urheberrechtsverletzung geschlossen und die verantwortlichen Betreiber - darunter auch der aus Deutschland stammende Gründer Kim Dotcom - verhaftet wurden, kommen die Nutzer nicht mehr an ihre Daten heran - auch wenn es sich um legale Dateien wie etwa Familienfotos oder private Briefe handelt. Die Website zeigt nur noch einen Hinweis des US-Justizministeriums und der Bundespolizei FBI zur Beschlagnahme der Internet-Adresse.

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