
maXXim:
Kunden im Telekom-Netz,
die nicht widersprochen haben,
werden nun ins o2-Netz migriert
Was wir Mitte Dezember vergangenen Jahres bereits aus Insiderkreisen
erfahren hatten, bewahrheitet sich nun:
Drillisch stellt derzeit erste
maXXim-Kunden im
Telekom-Netz, die der vorangegangenen
Änderung
der Allgemeinen Geschäftsbedingungen nicht widersprochen haben, ins
o2-Netz um.
"maXXim modernisiert Ihre SIM-Karte und Sie profitieren von vielen Neuheiten!" verpackt Drillisch
die Migration unverdächtig.
"Modernisierte SIM-Karte" bedeutet Migration ins o2-Netz
Wie schon bei der Zwangs-Migration von discoTEL-Classic-Kunden wird der Netzwechsel ins Netz von o2 nicht erwähnt,
sondern durch geschickte Formulierungen verschleiert. Der Text lässt vielmehr vermuten, der Kunde
erhalte lediglich eine aktuellere SIM-Karte: "Lieber Herr xxxx, in Kürze erhalten Sie Ihre neue '2in
1 - SIM-Karte'. Diese moderne Karte ist in allen aktuell verfügbaren Handys und Tablet-PCs
einsetzbar, also z.B. in iPhones und iPads, aber auch in allen herkömmlichen Endgeräten. Außerdem
hat diese Karte einen erweiterten Speicher, auf dem Sie noch mehr Telefonnummern und E-Mail-Adressen
ablegen können."
Temporärer Rabatt als "Trostpflaster"
Immerhin verspricht Drillisch: "Bis zum 30.06.2012 schenken wir Ihnen 30 Prozent Ihrer
Handykosten auf Inlandsverbindungen in alle dt. Netze, SMS, MMS und GPRS. (...) Sie zahlen im
Aktionszeitraum für die rabattierten Leistungen z.B. nur noch 5,60 Cent pro Minute und SMS in
alle deutschen Netze. (...) Zusätzlich schenken wir Ihnen pro Monat 10 MB Datenvolumen für
mobiles Surfen z.B. mit einem neuen Smartphone."
Die neuen SIM-Karten sendet Drillisch den Betroffenen unaufgefordert zu, die alte SIM-Karte wird
dann zeitnah abgeschaltet. "Wir bedanken uns für Ihre Treue und wünschen Ihnen weiterhin viel Spaß
mit maXXim!", heißt es abschließend.
teltarif-Leser wird trotz Widerspruchs zwangs-migriert
Auch teltarif-Leser Frank E. ist Kunde eines alten maXXim-Tarifs, der im Mobilfunk-Netz der
Deutschen Telekom realisiert wird. Unser Leser hatte der AGB-Umstellung Mitte Dezember widersprochen
und dies seitens Drillisch auch bestätigt bekommen ("Daher gelten die bisherigen AGB für Sie
unverändert weiter fort."). Dennoch erhielt auch Frank E. nun die Umstellungs-Mail sowie eine
neue SIM-Karte.
Unser Leser protestierte bei dem Mobilfunk-Discounter. "Ich habe der Umstellung auf o2 bereits
mehrfach widersprochen und von Ihnen auch die Bestätigung bekommen, dass ich weiter im D1 Netz
bleiben kann. Jetzt werde ich trotzdem auf o2 zwangsumgestellt. Sie reden von moderneren SIM-Karten.
Was für ein Marketing Quatsch!", schrieb Frank E. sichtlich aufgebracht. Und er verlangte von
Drillisch: "Ich widerspreche hier noch mal ausdrücklich der kurzfristigen Abschaltung meiner
SIM-Karte am 18.01.12. Falls Sie trotzdem abschalten, behalte ich mir rechtliche Schritte vor."
maXXim: Können Umstellung nicht mehr stoppen
Doch es nützte Frank E. nichts. Der maXXim-Support beschied ihm kurz angebunden: "Aus
systemtechnischen Gründen ist es uns nicht möglich, die Umstellung zu stoppen oder einen anderen
Termin zu finden. Wir entschuldigen die Unannehmlichkeiten."
Halten wir fest: Drillisch portiert den Kunden - trotz
Widerspruchs - ins o2-Netz, kann und will diese Änderung jedoch nicht stoppen beziehungsweise
zurücknehmen. Pressesprecher Peter Eggers klärt über den Hintergrund des Fehlers auf: Frank E.
besitzt zusätzlich auch eine discoTEL-Karte im o2-Netz. Bei der Bearbeitung des Widerspruchs (den
unser Leser korrekt und eindeutig verfasst hatte) ordnete der Drillisch-Kundenservice den
Widerspruch jedoch fälschlich der discoTEL-Karte zu, so dass die Zwangs-Portierung für die
maXXim-Karte ins Laufen kam.
Drillisch-Pressesprecher: Es gibt keinen Weg zurück
Eggers bestätigt: "Für die maXXim-Rufnummer lag uns somit kein Widerspruch vor und der
SIM-Kartentausch wurde gestartet. Zum jetzigen Zeitpunkt ist es uns leider nicht mehr möglich, das
Verfahren zu stoppen. Für eine kundenfreundliche Lösung können wir Herrn E. einen kostenlosen
Wechsel in unseren 8-Cent-Tarif maXXim smart [Anm. d. Red.:
Der smart-Tarif nutzt das Vodafone-Netz] mit gleichen Konditionen anbieten." Der Wechsel zurück ins
Telekom-Netz sei ebenfalls nicht mehr möglich, so Peter Eggers.
Frank E. ist stinksauer auf Drillisch. Wie er sich entscheidet, ist derzeit noch offen - doch auch
eine komplette Abkehr von dem Maintaler Unternehmen scheint durchaus nicht unwahrscheinlich.
Auch ohne Zwangsumstellung sind Altkunden nicht sicher
Unterdessen bleibt abzuwarten, ob auch die zweite Information unseres Insiders zur Realität wird.
Denn denjenigen Kunden, die der Änderung der AGB widersprochen haben, soll demzufolge perspektivisch
eine weitere Kunden-Information zugehen. In dieser, erfuhr unsere Redaktion im Dezember, soll den
Kunden der Wechsel unter Beibehaltung von "D-Netz-Qualität" - also durch eine Migration ins
Vodafone-Netz (maXXim smart) schmackhaft gemacht werden. Nehmen die Kunden den Vorschlag nicht an,
droht dann offenbar die fristgemäße Kündigung durch Drillisch.
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