Das Handy wird in Deutschland so viel genutzt wie noch nie
Noch nie wurde in Deutschland so viel mit dem Handy telefoniert wie heute.
In diesem Jahr werden es im Durchschnitt 310 Millionen Minuten pro Tag sein,
die die Deutschen mit ihrem Handy abgehend telefonieren. Das sind fast vier Minuten
pro Einwohner und Tag. Zu diesem Schluss kommt eine Studie des
Branchenverbandes VATM und von
Dialog Consult
unter Prof. Dr. Torsten J. Gerpott.
Zum Vergleich: Im Vorjahr haben die Deutschen im Schnitt
293 Millionen Minuten pro Tag abgehend mit dem Handy telefoniert.
Die zunehmende Verbreitung von Handy-Flatrates lässt die von Mobilfunkanschlüssen
abgehenden Sprachverbindungen 2012 um fast 6 Prozent wachsen. Der Festnetzmarkt
verzeichnet indes einen Rückgang um 1,2 Prozent, liegt mit 639 Millionen Minuten aber
immer noch weit vorne. Ein Drittel der abgehenden Telefonate werden vom Handy geführt.
Mobile Daten sorgen für ein Viertel der Mobilfunk-Umsätze
Erstaunlich ist, dass nach Angaben von Gerpott nur 30 Prozent der Mobilfunknutzer auch
mobile Datendienste nutzen. "Wenn man sich auf der Straße umschaut, hat man subjektiv ein
anderes Bild", gibt er zu. Mit diesen mobilen Datendiensten erzielen die Mobilfunker einen
jährlichen Umsatz von 4,5 Milliarden Euro, das etwa ein Viertel des gesamten Umsatzes der
Mobilfunker ist. Weitere 2 Milliarden Euro werden mit SMS generiert, 100 Millionen Euro mit MMS-Diensten.
Im Schnitt benötigt jeder Postpaid-Nutzer pro Monat 196 MB Datenvolumen. Im vergangenen Jahr
waren das noch 147 MB, 2007, also vor fünf Jahren, übersichtliche 5 MB. Auch insgesamt ist das
generierte Datenvolumen in den Mobilfunknetzen gestiegen. Jenseits von LTE werden
130,7 Millionen GB im Jahr über die deutschen Mobilfunknetze geschickt. Das ist binnen eines Jahres
ein Zuwachs von 29,6 Millionen GB. Auch die Nutzung von SMS nimmt noch weiter zu. 157,2 Millionen
Kurznachrichten werden in diesem Jahr pro Tag über die Netze verschickt. Das sind 9,4 Millionen pro Tag mehr
als im vergangenen Jahr. Allerdings rechnet Gerpott hier mit einem Rückgang, da die SMS
zunehmend durch Messaging-Dienste wie WhatsApp oder aber das von den Netzbetreibern eingeführte Joyn
ersetzt werden dürfte. MMS verschwinden im "Grundrauschen". Gerade einmal 360 000 Nachrichten werden
pro Tag in Deutschland verschickt.
115,1 Millionen SIM-Karten in Deutschland aktiv
Zum Jahresende wird es nach Schätzung der Marktstudie etwa
115,1 Millionen SIM-Karten in Deutschland geben. Gegenüber 2011 ist das ein Anstieg
von einer Million. Damit ist der Markt langsamer gewachsen als von 2010 auf 2011, was aber
auch an der Ausbuchung nicht mehr aktiver Prepaid-Karten aus den Kundendatenbanken
bei den großen Netzbetreibern liegen könnte. In Sachen Wachstum
konnten die beiden kleineren Netzbetreiber E-Plus (+1,2 Prozent)
und Telefónica o2 (+0,6 Prozent) leichte Marktanteilszuwächse erreichen, während Vodafone
und Telekom leicht negative Zahlen vorweisen. Der Prepaid-Anteil im Gesamtmarkt liegt bei
54 Prozent.