Lese-Komfort

Lesen wie im Buch: MagicScroll macht Web-Artikel zu Buchseiten

Kostenloses Chrome-Add-On macht Schluss mit Scrollen und Werbung
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Lesen wie im Buch: MagicScroll macht Web-Artikel zu BuchseitenMagicScroll verwandelt Web-Artikel in Buchseiten Wer häufig lange Texte im Internet liest kennt das Szenario vielleicht: Bunte Werbung an den Seiten der Webseite und mühseliges Scrollen im Text lenken beim Lesen ab und bewirken, das die Aufnahme­fähigkeit leidet. Zumindest für alle Nutzer des Chrome-Browsers von Google wurde nun ein Add-On entwickelt, das Abhilfe verspricht. Die Anwendung mit dem Namen MagicScroll Web Reader knüpft an die Reader-Funktion vieler Browser an und kann kostenlos aus dem Chrome-Web-Shop heruntergeladen werden.

Die Idee hinter MagicScroll ist einfach: Klickt der Leser auf das nach der Installation des Add-Ons sichtbare Buchsymbol im Browser-Kopf, verwandeln sich herkömmliche Webseiten in eine Buchansicht. Das vertikale Scrollen durch lange Texte entfällt, da Nutzer nun von Seite zu Seite blättern können - ähnlich dem von E-Books bekannten Prinzip. Auch die Werbung auf den Webseiten wird ausgeblendet. Stattdessen zeigt der Bildschirm lediglich die "Buchseite", die links und rechts von einem schwarzen, wenig ablenkenden Rand eingerahmt wird.

Es sei mühsam, im Web zu lesen, äußerte sich Richard Wallis, Chef-Entwickler von MagicScroll, gegenüber dem Blog The Next Web. Zwar böten viele Zeitschriften und News-Seiten ihre Artikel auch online an, was ohne Frage sehr bequem sei. Doch bringe das Lesen der Texte auf den Webseiten der Anbieter und Verlage auch Nachteile: Im Vergleich zu gedruckten Texten würden online gelesene Artikel seltener zu Ende gelesen werden. Auch die Lese­geschwindig­keit und die Aufnahme­fähigkeit würden zurückgehen, so der Entwickler.

Den Grund für dieses Phänomen sieht Wallis vor allem in der Ablenkung durch bunte Webseiten-Elemente und die durch das Scrollen resultierende Bewegung des Textes. MagicScroll konzentriere sich hingegen auf den reinen Text, indem Störungs­faktoren wie Werbung ausgeblendet werden und der Nutzer seiten­weise durch die News blättern statt scrollen kann.

Einstellungen und Funktionsweise des MagicScroll Web Reader

Der MagicScroll Web Reader soll laut Aussage der Entwickler selbst­erklärend anwendbar und den eigenen Bedürfnissen entsprechend anpassbar sein. Statt manuell zu blättern können Nutzer so beispiels­weise auch das Programm für sich arbeiten lassen. Dabei muss zunächst die individuelle Lese­geschwindig­keit angegeben werden. Anschließend erscheint eine horizontal verlaufende Umbruchlinie im Text, die der Einstellung der Lese­geschwindig­keit entsprechend im Text nach unten gleitet. Während unterhalb der Linie der alte Text gelesen wird, erscheint oben bereits der Text der neuen Seite. An die automatische Scroll­funktion müssten sich Leser unter Umständen erst gewöhnen, so Wallis. Bei korrekt eingestellter Lese­geschwindig­keit würde diese aber einen echten Mehrwert bieten.

Über die Einstellungen am oberen linken Bild­schirm­rand kann zudem die Hinter­grund­farbe Schwarz in eine beliebige andere Farbe geändert werden. Auch kann die herkömmliche Webansicht mit einem Klick auf den Button Normal­ansicht wieder hergestellt werden. Bei Aktivierung der Buchansicht ist es sinnvoll, dies über den darzu­stellenden Artikel zu tun. Befindet sich der Leser auf der Startseite der Homepage, auf der unter Umständen mehrere Artikel angezeigt werden, kann das Add-On nicht auslesen, welcher Artikel dargestellt werden soll. In diesem Fall werden lediglich Bruchstücke verschiedener Texte angezeigt.

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