Antrag

Telekom Hybrid: 1&1 will Zutritt oder ein Verbot

Magenta Hybrid ist ein kombiniertes Produkt aus Festnetz und Mobilfunk. Gilt dafür auch die regulatorische Vorgabe, dass die Telekom ein Vorleistungsprodukt für Wettbewerber anbieten muss? 1&1 lässt das prüfen.
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Gibt es diese Werbung bald in der blauen Farbe von 1und1?Gibt es diese Werbung bald in der blauen Farbe von 1&1? Die Deutsche Telekom bietet im Festnetz Produkte an, die sie aufgrund regulatorischer Vorgaben auch für Mitbewerber öffnen muss, man spricht hier von einem Vorleistungsprodukt. Doch gilt das auch, wenn ein Festnetz- mit einem Mobilfunkprodukt gekoppelt wird?

Mit den Magenta-Zuhause-Hybrid-Tarifen erlaubt die Telekom seit einiger Zeit die Kombination von Festnetz und LTE in einem Bündeltarif. Technisch realisiert wird das ganze von einem Hybridrouter, der je nach Verfügbarkeit das (V)DSL-Netz nutzt und für höhere Bandbreiten optional LTE dazuschaltet.

Doch gelten die Vorgaben für Vorleistungsprodukte auch für Magenta Hybrid? 1&1 möchte das von der Bundesnetzagentur feststellen lassen.

1&1 sieht nur zwei Optionen

Interessanterweise berichtet nicht die BNetzA über den Antrag von 1&1, sondern das Breitbandbüro des Bundes, das beim Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur angesiedelt ist. Unter dem Aktenzeichen BK2b-15/005 führt die BNetzA nach den Angaben des Ministeriums den Antrag, der wohl schon vor einigen Wochen oder Monaten gestellt worden sein muss.

Denn laut den Angaben des Breitbandbüros hat bereits am 30. September vor der Beschlusskammer 2 bei der BNetzA eine erste mündliche und öffentliche Verhandlung stattgefunden. Eine Entscheidung seitens der BNetzA stehe jedoch noch aus.

1&1 sieht in dem Antrag im Übrigen nur zwei Möglichkeiten, das Problem adäquat zu lösen: Entweder muss 1&1 der volle Zugang zu Magenta Hybrid gewährt werden - damit müsste die Telekom ein hybrides Vorleistungsprodukt anbieten. Für den Fall, dass 1&1 nur ein eingeschränktes oder kein Vorleistungsprodukt angeboten bekommt, fordert die der Provider in seinem Antrag die Telekom dazu auf, "es zu unterlassen, DSL-Produkte, bei denen die Bandbreite durch Zuschaltung von LTE erhöht wird, anzubieten oder zu bewerben."

Falls 1&1 und gegebenenfalls andere Provider tatsächlich Zugang zu Magenta Hybrid erhalten sollten, stellt sich die Frage, welchen Router sie damit vermarkten sollen. Der gegenwärtige Telekom-Hybrid-Router, der von Huawei hergestellt wird, müsste dann wohl anders gelabelt werden. Oder andere Routerhersteller wie beispielsweise AVM, ZTE, D-Link, Netgear, TP-Link oder Linksys müssten kompatible Geräte bauen. Manche Hersteller erlauben bereits das Anstecken eines LTE-Surfsticks an die USB-Schnittstelle des (V)DSL-Routers.

Der deutscher Router-Hersteller Viprinet vertreibt schon seit einigen Jahren VPN-Router, die mehrere Internetverbindungen zu einer ausfallsicheren Gesamtanbindung bündeln können, dazu zählt auch LTE. Darum hat Viprinet die Werbe-Aussage der Telekom, nach der die Telekom der erste Anbieter von Hybridroutern sei, verbieten lassen.

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