Repeater

WeBoost zeigt LTE-Repeater fürs Auto auf der CES

In den USA ist ein LTE-Repeater zum Einbau in Autos erhältlich. Wir haben uns das Gerät auf der CES angesehen und verraten Ihnen,warum das Gerät in Deutschland technisch nicht funktioniert, aber auch nicht betrieben werden darf.
Von der CES in Las Vegas berichtet
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LTE-Repeater für den Einbau ins AutoLTE-Repeater für den Einbau ins Auto Wer im Auto sitzt, befindet sich zwangsläufig in einem faradayschen Käfig. Sprich: Durch die Karosserie ist man funktechnisch abgeschirmt. Mobilfunkwellen dringen nur stark abgeschwächt ins Wageninnere. Durch diesen Umstand kann es insbesondere in ländlichen Regionen zu Unterbrechungen bei der Funkversorgung kommen, wenn keine Außenantenne verwendet wird.

Verschiedene Automobilhersteller bieten inzwischen optional WLAN-Hotspots für Fahrzeuge an. Das Auto verfügt über ein Mobilfunkmodul, das mit einer Außenantenne verbunden ist. Der Internet-Zugang - etwa über LTE oder UMTS - wird auf WLAN umgesetzt, so dass die Reisenden einen deutlich verbesserten Online-Zugang zur Verfügung haben.

Einen anderen Ansatz verfolgt das amerikanische Unternehmen WeBoost, das auf der Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas einen LTE-Repeater fürs Auto zeigt. Das Gerät trägt die Bezeichnung Drive 4G-X und kostet in den USA 479,99 Dollar. In Europa ist der Verstärker bislang nicht erhältlich.

Beim Drive 4G-X handelt es sich um eine kleine Blackbox, die sich über das Bordnetz des Kraftfahrzeugs mit Strom versorgen lässt. Dazu gibt es zwei Antennenanschlüsse: Über eine Außenantenne gelangen die 4G-Mobilfunksignale zum Repeater. Im Wageninneren wird die zweite Antenne positioniert, die die von außen kommenden LTE-Wellen verstärkt ins Auto leiten.

Betrieb in Deutschland nicht möglich

Wer sich für das Gerät interessiert, sollte allerdings bedenken, dass es in Deutschland gleich aus zwei Gründen nicht eingesetzt werden kann: Derartige Repeater stellen einen Eingriff ins Mobilfunknetz dar. Derartige Anlagen, wie sie von verschiedenen Firmen zum Teil auch für die Nutzung zuhause angeboten werden, dürfen daher in Deutschland nicht betrieben werden.

Selbst wenn man sich über die fehlende Zulassung hinwegsetzen würde, hätte man allerdings in unseren Breiten keine wahre Freude am WeBoost Drive 4G-X. Das Gerät unterstützt nämlich nur die in den USA gebräuchlichen LTE-Frequenzbereiche. Das heißt, das Gerät funkt auf 700, 850, 1700/2100 und 1900 MHz. In Deutschland senden die 4G-Netze wiederum auf 800, 1800 und 2600 MHz. Die Funksignale von Telekom, Vodafone und Telefónica lassen sich mit dem WeBoost Drive 4G-X somit nicht verstärken.

Vorteil des Boosters gegenüber einer Umsetzung der Mobilfunkwellen auf einen mobilen WLAN-Hotspot ist die breitbandige Verstärkung der unterstützen Frequenzbereiche. Anders als bei der Hotspot-Lösung kann demnach jeder Nutzer im Auto seinen eigenen Datenvertrag und sein eigenes Mobilfunknetz nutzen. Nachteil: Das Gerät beherrscht nur die Verstärkung der LTE-Wellen. UMTS oder GSM werden nicht abgedeckt. Ist am Aufenthaltsort kein 4G-Signal verfügbar, so funktioniert demnach auch der Repeater nicht.

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