4G

Großbritannien versteigert LTE-Lizenzen: 250 MHz für 2,7 Mrd. Euro

Fünf Netzbetreiber haben Frequenzen um 800- und 2600 MHz ersteigert
AAA

Bis morgen Abend müssen fünf Firmen in Groß­britannien (UK) ins­gesamt 2,341 Milliar­den britische Pfund (2,674 Milli­arden Euro) an die Ofcom, die bri­tische Re­gulierungs­be­hörde, über­weisen. Dann läuft die Zahlungsfrist für die gerade beendete 4G-Auktion aus. Sieben Netz­betreiber hatten hier um ein Frequenz­spektrum von insgesamt 250 MHz geboten, fünf haben am Ende den Zuschlag für Fre­quenzen aus dem Bereich um 800 MHz und 2,6 GHz bekommen. Sie können in einigen Wochen mit dem Netz­ausbau der LTE-Netze auf der britischen Insel beginnen. Zum Vergleich: In Deutschland waren bei einer vergleichbaren Auktion 2010 insgesamt 4,4 Milliarden Euro erzielt worden.

Die Vergabe der Lizenzen erfolgte unter anderen Rahmenbedingungen als in Deutschland. Hier mussten alle Netzbetreiber zusammen im 800-MHz-Bereich Versorgungsauflagen erfüllen. In UK waren die Auflagen anders. Hier wurde eines der 800-MHz-Spektren mit einer Versorgungsauflage belegt. Ersteigert hat diesen Bereich mit 2 x 10 MHz Telefónica UK. Weiterhin haben Everything Everywhere (2 x 5 MHz 800-MHz-Band und 2 x 35 MHz 2,6-GHz-Band), Hutchission 3G (2 x 5 MHz 800-MHz-Band) Niche Spectrum Ventures (gehört zu BT) (2 x 15 MHz gepaart und 1 x 20 MHz ungepaart 2,6-GHz-Band) sowie Vodafone (2 x 10 MHz 800-MHz-Band und 2 x 20 MHz gepaart sowie 1 x 25 MHz ungepaart 2,6-GHz-Band) ersteigert. MLL Telecom und HKT Company waren leer ausgegangen

Telefónica muss bis Ende 2017 Indoor-Empfang von 98 Prozent ermöglichen

Frequenzversteigerung in UKFrequenzversteigerung in UK Telefónica muss nun mit seinem Netz bis Ende 2017 einen Indoor-Empfang von 98 Prozent sicherstellen, was einer 99-prozentigen Outdoor-Abdeckung entspricht. Der Ausbau kann im Frühling oder im frühen Sommer beginnen. Wie auch in Deutschland wird mit den 800-MHz-Netzen eine Flächendeckung sichergestellt. Die Frequenzen stammen auch in Großbritannien aus der digitalen Dividende. Die 2,6-GHz-Netze hingegen dienen vor allem dazu, hohe Datenraten an bestimmten Standorten zu liefern, da sie keine so gute Flächenausdehnung haben wie 800-MHz-Frequenzen haben.

Nach aktuellem Stand dürfte Vodafone damit die besten Voraussetzungen haben, da sowohl ein großes 800-MHz-Spektrum als auch ein großes 2,6-GHz-Spektrum ersteigert wurde. Allerdings hat Vodafone mit 790 Millionen Pfund auch den höchsten Einzelbetrag gezahlt. Everything Everywhere wird sich mit seinen Frequenzen auf Städten konzentrieren, aber auch eine Basis-Land-Versorgung anbieten können, während Hutchison und Telefónica keine 2,6-GHz-Netze haben und die BT-Gruppe keine Flächenfrequenzen ersteigert hat. BT hat mit 186 Millionen Pfund auch am wenigsten gezahlt.

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