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| Festnetz | Internet | Mobilfunk | Handy & Co. | Meldung | Meinung | Service | 28.05.2012 |
Editorial: Der noch-nicht-Milliarden-Poker18.04.2010
19:10 Frequenzauktion könnte noch einige Zeit dauern
Es ist offenbar nicht die Woche für Höhenflüge: Nicht nur sind
dank der Vulkanaschewolke tausende Flüge ausgefallen. Auch bei der
aktuellen Mobilfunkauktion sind die
Preise bisher am Boden geblieben. Nach Runde 35 am Freitagabend
sind in Summe knapp über 190 Millionen Euro aufgerufen.
Das ist nur etwas mehr als das doppelte der ersten Runde am
Montag morgen. Zum Vergleich: Die - im Nachhinein betrachtet
wahnwitzige - UMTS-Auktion von 2001
war mit 1,652 Milliarden Mark (845 Millionen Euro) gestartet. Am Ende
der ersten Woche hatten sich die Gebote bereits auf über
10 Milliarden Mark
(5 Milliarden Euro) nach oben geschraubt.
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Für die Mobilfunker ist es zunächst einmal gut, dass sie bisher keine Unsummen aufrufen mussten, um an die insbesondere für mobiles Internet dringend benötigten neuen Frequenzen zu kommen. Noch ist aber die Auktion nicht beendet. Läuft sie noch etliche Wochen weiter, könnten die Preise abermals in gefährliche Höhe klettern.
Am stärksten umkämpft ist der Bereich der
Digitalen Dividende
bei 800 MHz. Dieser eignet sich am besten zur überregionalen
Versorgung, da die vergleichsweise niedrige Frequenz eine hohe
Reichweite verspricht. Aber ausgerechnet in diesem Bereich stehen
nur sechs Frequenzblöcke zu je 2x5 MHz zur Verfügung.
Aufgrund ihrer umfangreichen Ausstattung im naheliegenden GSM-900-Band wurden die Bietrechte von Deutscher Telekom und Vodafone bei der digitalen Dividende auf jeweils maximal zwei Frequenzblöcke zu je 2x5 Mhz limitiert. Beide Anbieter machten von diesen Bietrechten auch vollumfänglich Gebrauch. Allerdings sieht man in den von der Bundesnetzagentur veröffentlichten Zahlen immer nur die Höchstgebote einer Runde, so dass dort manchmal auch nur ein Gebot von Vodafone und/oder T-Mobile zu sehen ist, wenn sie für den anderen Block gerade überboten wurden. Für E-Plus und o2 liegt das Limit bei der digitalen Dividende hingegen bei drei Blöcken, doch beide starteten mit Geboten für zwei Blöcke. Auffällig war hier das Bietverhalten von E-Plus: Diese überboten in Runde zwei direkt die beiden in Runde eins von o2 gehaltenen Frequenzblöcke, obwohl die Blöcke, die von Vodafone und Telekom gehalten wurden, deutlich billiger gewesen wären. Denn in Runde 1 hatte o2 für einige ihnen offensichtlich wichtige Frequenzen das zwei- bis dreifache des Mindestgebotes eingegeben, während die anderen Mobilfunker mit niedrigen Geboten starteten, die allenfalls 1 Prozent über dem Mindestgebot lagen. In Runde sieben zog E-Plus dann überraschend ihr bis dahin immer noch am höchsten liegendes Gebot für einen der beiden Blöcke der digitalen Dividende zurück. Vielleicht war diese Rücknahme als Signal an o2 gedacht: "Seht her, wir sind auch mit einem Block der digitalen Dividende zufrieden." Doch o2 reagierte nicht darauf und bot in den folgenden Runden unbeirrt weiter für zwei Blöcke. Diese versuchte sich o2 zunächst möglichst "billig" zu holen, indem sie jeweils einen Block von Deutscher Telekom und Vodafone überboten, die diese beiden aber jeweils sich in der Folgerunde sofort zurückholten.
Ab Runde 19 kommt es kurzzeitig zum direkten Gefecht zwischen
E-Plus und o2: o2 bietet für den Block A, den E-Plus hält, und Block B,
den E-Plus zurückgegeben hatte, obwohl zu diesem Zeitpunkt die anderen
Blöcke noch billiger gewesen wären. E-Plus holt sich in Runde 20 den
Block A zurück; o2 überbietet in Runde 21 abermals direkt E-Plus.
Diese holen sich in Runde 22 einen Block von Vodafone, die sich diesen
in Runde 23 sofort wieder zurückholen.
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