LTE ist nicht gleich LTE
10.01.2012 07:48
Kaum eine CES-Ankündigung schafft den Weg nach Deutschland
 AT&T bringt 4G-Mobilfunk in die USA
Technisch gilt die USA häufig als das Maß aller Dinge, viele Entwicklungen
finden ihren Ursprung im Silicon Valley in Kalifornien. Anders
ist die Situation, wenn es um Mobilfunk und deren Netzversorgung
in Amerika geht. Gerne wird mit gewissen Spot von Europa aus
in die Vereinigten Staaten
geblickt und auf die schlechte Netzversorgung und geringe Gesprächsqualität
bzw. den schlechten Datendurchsatz hingewiesen. Aktuell gibt es aber
Zeichen, dass sich diese vermeintliche, schlechte Position der USA
schon in Kürze drehen könnte und die USA beim schnellen (Daten-)Mobilfunk
die Nase vorne haben könnte.
LTE: Verschiedenste Frequenzbänder verhindern weltweite Nutzung
LTE, landläufig als die vierte
Generation der Mobilfunknetze bezeichnet, arbeitet weltweit in
vielen verschiedenen Frequenzbändern. Die Frequenzen
werden zumeist von nationalen
Gremien vergeben, in Deutschland etwa von
der Bundesnetzagentur.
In Deutschland wurden im April und Mai 2010
Frequenzbänder rund um 800, 1800 und 2 600 MHz versteigert.
Deutsche Telekom,
Vodafone und o2 Germany
wurden danach Nutzungsrechte für Frequenzen zugeteilt.
 Nokia Lumia 900: LTE-Handy für die USA
Die 800-MHz-Frequenzbänder werden auch
digitale Dividende bezeichnet
und wurden früher zur analogen terrestrischen Ausstrahlung von
Fernsehsignalen oder vom Militär genutzt. Bei der Auktion galten sie
als besonders beliebt, weil hier das LTE-Netz mit vergleichsweise
geringem Aufwand aufgebaut werden kann. Regulierungsauflagen und
der Wille der Politik zwangen
in Deutschland die Netzbetreiber zuerst bislang mit Breitband-Internet
nicht versorgte, ländliche Gebiete - sogenannte weiße Flecken - auszubauen.
Erst danach sollte LTE in diesem Frequenzbereich
für echte mobile Anwendungen und
als Ergänzung der Mobilfunknetze bisheriger Technologie genutzt werden.
In den USA werden von den beiden größten und bedeutendsten
LTE-Anbietern wiederum Frequenzen um 700 MHz verwendet. Sowohl
AT&T als auch Verizon Wireless nutzen also andere Frequenzbänder
als in Europa üblich. AT&T verwendet darüber hinaus auch Spektren
um 1 700 und 2 100 MHz. Verizon und AT&T sind bereits
über mehrere Monate am Markt und erreichen bereits 200 bzw. 75 Millionen
US-Bürger. Sprint plant als dritter Mobilfunker in den
USA gerade den LTE-Start und will mit den vier Städten
Atlanta, Dallas, Houston und San Antonio beginnen. Anders als AT&T
und Verizon will Sprint erst das 2 500 MHz-Band und
dann 800 MHz-Frequenzen
nutzen.
In Asien, allen voran in Japan, werden nochmals
andere Frequenzbänder genutzt. Diese auch schon von
GSM und UMTS bekannte Zersplitterung der Mobilfunk-Technologien
und -frequenzen führt am Ende dazu, dass Geräte für den US-Markt
wie sie aktuell von Samsung,
Nokia, LG und anderen Herstellern
auf der 2012 International CES
in Las Vegas vorgestellt werden, nicht den Weg nach Europa und Deutschland
finden werden. teltarif.de wird daher auch die Berichterstattung der
zahlreichen LTE-Smarthones und
-Tablets auf ein oder zwei zusammenfassende
Meldungen beschränken. Dies betrifft etwa das neue Samsung Galaxy Note LTE,
das Nokia Lumia 900 oder das LG Spectrum.
Hersteller-Insider: "LTE ist Sache der Netzbetreiber"
Insider der koreanischen Hersteller bestätigten in Las Vegas die
Sichtweise von teltarif.de: "Der Start von LTE-Smartphones liegt
ganz in den Händen der Netzbetreiber." Würden diese entsprechende
Geräte nachfragen, so sei man binnen kurzer Zeit bereit zu liefern.
Wie so häufig heißst es bei den Herstellern weiter: "Ohne
Vertriebsbemühungen der Netzbetreiber wird es auch in Zukunft keine
LTE-Smartphones in Europa geben."
In diesem Sinne hoffen wir, dass es auch in Europa und im speziellen
in Deutschland bald mit dem Rollout von LTE als "echtes" Mobilfunknetz
losgeht und auch von dieser Seite ein weiterer Baustein geleistet
wird, die auch in Deutschland an der Kapazitätsgrenze arbeitenden
GSM- und UMTS-Mobilfunknetze zu entlasten.
Weitere Meldungen zur 2012 International CES 
LTE verspricht Internet-Bandbreiten von 100 MBit/s und mehr!
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