Ausbau

Bundesnetzagentur: Deutschland ist mit LTE versorgt

Lizenzauflagen sind erfüllt, LTE aber nicht flächendeckend verfügbar
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Die Versorgungsauflagen für LTE sind erfüllt. Das gab die Bundesnetzagentur heute bekannt. Demnach würde die Versorgungspflicht für LTE im Frequenzband um 800 MHz nun auch in Brandenburg als letztem deutschen Bundesland erfüllt. Nur in diesem dünnbesiedelten Flächenland waren die Auflagen zuletzt noch nicht erfüllt. Die drei Netzbetreiber im 800-MHz-Bereich - Deutsche Telekom, Vodafone und o2 - dürfen die Netze nun ohne weitere Auflagen ausbauen.

Dass die Versorgungspflicht bereits jetzt erfüllt ist, ist auch aus Sicht von Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur, "ein großer Erfolg und ein wichtiger Schritt im Rahmen der Breitbandstrategie der Bundesregierung". Die Mobilfunknetzbetreiber hätten große Anstrengungen unternommen, "damit der heutige Erfolg so schnell erreicht werden konnte". Dabei reichte es aus, wenn nur ein Netzbetreiber die als unterversorgt geltenden Gebiete versorgte. Die Erfüllung der Versorgungspflicht galt dann für alle. Zudem mussten nur jene Gebiete versorgt werden, die von den Bundesländern als unterversorgt markiert wurden. In Nordrhein-Westfalen etwa war das, wie teltarif.de berichtete, auffallend wenig.

Nur LTE-Frequenzen im 800 MHz hatten Versorgungsauflagen

LTE-Netze sind entsprechend der Auflagen ausgebautLTE-Netze sind entsprechend der Auflagen ausgebaut Die Netzbetreiber waren verpflichtet, in den Bundesländern bei der Nutzung der 800-MHz-Frequenzen stufenweise die Städte und Gemeinden der einzelnen Prioritätsstufen mit Breitbandanschlüssen zu versorgen. Vorrangig sollten Städte und Gemeinden mit weniger als 5 000 Einwohnern (Prioritätsstufe 1) mit mobilem Breitband versorgt werden. Sobald diese Auflage im jeweiligen Bundesland erfüllt war, konnten die Zuteilungsinhaber die 800-MHz Frequenzen dort freizügig nutzen. Bei der Beurteilung, ob die Versorgungsauflage erfüllt ist, wurden alle eingesetzten Technologien, also auch DSL und Kabel, berücksichtigt.

Die Versteigerung der Frequenzen erfolgte im Mai 2010. Nur wenige Monate später errichtete die Telekom im brandenburgischen Kyritz medienwirksam den ersten LTE-Sender. Produkte für diesen Sender kamen jedoch erst später auf den Markt. Die deutschen LTE-Netze im 800-MHz-Bereich wurden vor allem von Telekom und Vodafone errichtet. o2 hat bislang lediglich LTE-Netze in Nürnberg, Dresden und München. Die Versorgungsauflagen galten nur für den Frequenzbereich um 800 MHz. Weitere Frequenzbereiche um 1,8 GHz, 2,0 GHz und 2,6 GHz dürfen auch für LTE genutzt werden, haben jedoch keine Auflagen. E-Plus hatte als einziger Netzbetreiber keine Frequenzen im 800-MHz-Bereich ersteigert.

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