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| Festnetz | Internet | Mobilfunk | Handy & Co. | Meldung | Meinung | Service | 28.05.2012 |
Editorial: Das Ende der Gleichheit21.05.2010
14:16 Auktionsergebnis bietet viele Chancen für die Mobilfunkanbieter
Es fing an, richtig teuer zu werden. Am Mittwoch überschritt die
aktuelle Mobilfunkauktion in Runde 215
die 4-Milliarden-Euro-Grenze. Und Runde für Runde kamen über
50 Millionen Euro hinzu, weil in jeder Runde einer der
vier Auktionsteilnehmer gezwungen war, diese Summe zusätzlich für einen
der sechs verfügbaren Frequenzblöcke der
Digitalen Dividende
zu bieten, um einen
soeben verlorenen Block zurückzuerobern. Denn die vier Bieter hätten
zusammen gerne sieben Blöcke ersteigert, aber es waren nur sechs
verfügbar.
nächste Seite: Mehr Daten mit neuer Technik
Und so zog E-Plus am Donnerstag in Runde 222 die Notbremse und bot nicht erneut für einen Block der digitalen Dividende, sondern für einen zusätzlichen Block aus dem UMTS-Frequenzbereich. In Runde 223 lieferten sich Vodafone und T-Mobile noch ein kleines Scharmützel um mehrere ungepaarte (und daher vor allem für Datendienste gut geeignete) Frequenzblöcke im hohen 2,6-GHz-Bereich, dann war Schluss: Keine neuen Gebote in Runde 224. Viele Gewinner
So investieren o2, Vodafone und T-Mobile jeweils nur etwa ein Sechstel des Betrages von damals und erhalten dafür allein die dreifache Menge an gepaarten LTE-Frequenzen (nämlich je zwei Blöcke der Digitalen Dividende bei 800 MHz, und je vier Blöcke im 2,6-GHz-Bereich) wie damals an gepaarten UMTS-Frequenzen, sowie je nach Anbieter einige weitere Blöcke. Freilich war es in absoluten Zahlen für die genannten Anbieter mit 1,3 bis 1,42 Milliarden Euro auch nicht gerade billig. o2 bezahlt für die Frequenzen beispielsweise mehr als einen ganzen Jahresgewinn! Zu den Gewinnern zählt aber auch E-Plus: Diese sparen durch den Verzicht auf die digitale Dividende über eine Milliarde Euro im Vergleich zu den drei vorgenannten Anbietern. Und sie konnten sich den UMTS-Frequenzen sogar am meisten Blöcke sichern. So ersteigerte E-Plus insgesamt sechs gepaarte Frequenzblöcke. Zum Vergleich: o2 kommt auch nur auf sieben gepaarte Blöcke, trotz des vielfachen Einsatzes. Schließlich gewinnt auch der Markt - und damit alle Nutzer - dadurch, dass die vier Bieter zwar in Summe etwa gleich viele, im Detail aber stark unterschiedliche Frequenzblöcke erworben haben. Wir werden daher in Zukunft noch stärker unterschiedliche Netzaufbaustrategien sehen als bisher. Im Sinne dessen, dass auch die Kunden unterschiedliche Anforderungen haben - etwa an Verfügbarkeit von Sprach- und Datendienste, an erreichbaren Datenraten, an Preise oder an Inklusivleistungen bei Flatrates - ist das nur gut. Mehr Daten mit bestehender TechnikWie schon erwähnt konnte E-Plus zwei der vier verfügbaren Blöcke der von Quam und MobilCom zurückgegebenen UMTS-Frequenzen ersteigern. Damit verdoppelt E-Plus seine Frequenzausstattung im derzeit größten Wachstumsmarkt für mobile Internetzugänge. Sie können die neuen Frequenzen auch sofort nutzen. Oft ist nicht einmal die Installation neuer Antennen nötig, um die Kapazität einer Basisstation zu erhöhen. Einfach ein zusätzlicher Transceiver für die neuen Bänder und gut ist. Und selbstverständlich sind die "neuen" Frequenzen kompatibel mit allen bestehenden UMTS/HSPA-Handys und -Datenkarten.
Freilich wird auch E-Plus nicht ohne größere Investitionen in sein
Netz auskommen. Ohne HSPA werden die UMTS-Frequenzen nicht sonderlich
effizient genutzt. Die weitere Bandbreitensteigerung per
HSPA+
setzt auch auf MIMO, was zusätzliche Antennen erfordert. Und schließlich
ist da noch das große Thema der Backbone-Anbindung, die immer dicker
werden muss, damit die vielen Bits, die die Antennen einer Basisstation
abstrahlt, überhaupt aus dem Internet geliefert werden können.
Bei Nutzung der vollen 20 MHz kommt eine
Ultra High Site mit zwölf Sektoren und
der bestmöglichen Modulation (64QAM) auch ohne MIMO bereits auf
eine Brutto-Datenrate von über 1000 MBit/s, die "in die Luft
gepumpt" werden können.
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