Augen auf

Fragwürdige Online-Shops: LKA-Chef warnt vor blauäugigem Kauf

Die Verfolgung der dubiosen Anbieter ist schwierig
Von dpa /
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Der Chef des Landeskriminalamtes Baden-Württemberg warnt vor blauäugigem Kauf von vermeintlich supergünstigen Angeboten im Internet. "Zurzeit boomt der Einkauf in den Online-Shops. Dies ruft viele Betrüger auf den Plan", sagte LKA-Chef Dieter Schneider in Stuttgart.

Augen auf beim Online-KaufAugen auf beim Online-Kauf Zum einen trieben sogenannte Fake-Shops (Betrugs-Geschäfte) ihr Unwesen, die Schnäppchen anbieten. "Den Betreibern dieser nur als Webseite existenten angeblichen Verkaufsshops geht es nur darum, ein schnelles Geschäft zu machen, um dann wieder von der Bildfläche zu verschwinden", sagte Schneider. Sie kassierten den Verkaufspreis, lieferten aber die bestellte Ware nicht oder nur minderwertige Ware. "Sobald man ihnen auf die Schliche kommt und ihre betrügerischen Verkaufsangebote vom Netz nimmt, machen sie mit einer neuen Webseite und einem neuen wohlklingenden Shopnamen sofort weiter."

Eine andere Variante des Warenbetrugs sei der Einzelverkäufer in Internetauktionshäusern oder mit Online-Kleinanzeigen, der unter falschen Namen auftrete. "Auch er bietet Waren zu supergünstigen, aber unrealistischen Preisen an und liefert meist ebenfalls nicht", sagte Schneider. In einem aktuell ermittelten Fall habe sich ein solcher Betrüger 30 falscher Identitäten bedient. Einer Umfrage des IT-Branchenverbands Bitkom zufolge wurde schon jeder achte Befragte (6,5 Millionen) Opfer eines Betrugs beim Online-Shopping.

Zahl der Anzeigen rückläufig, Betrug aber nicht

Die bei der Polizei angezeigten Betrügereien gingen zwar zurück, sagte Schneider. Aber: "Das entspricht nicht der realen Entwicklung. Wir müssen davon ausgehen, dass sehr viele Opfer den Schaden nicht melden." Dies sei Wasser auf die Mühlen der Betrüger, denn die machten ungehindert weiter. Dabei sei die Chance, Internetbetrügern das Handwerk zu legen, relativ hoch. "Rund 90 Prozent der angezeigten Internet-Betrugsfälle konnten aufgeklärt werden", sagte Schneider. Er riet Opfern, alle Unterlagen und Kontaktdaten zum Geschäft zu sichern und - wenn es geht - auch Screenshots zu machen.

Noch besser sei natürlich, sich vor dem Kauf über die Seriosität des Verkäufers zu erkundigen - zum Beispiel den Namen des Anbieters zu googeln. Es sei aber schwer, Fake-Shops zu erkennen. Schneiders wichtigste Empfehlung: "Lassen Sie sich nicht von besonders lukrativen Angeboten überrumpeln." Wenn technische Geräte in den Geschäften 5 000 Euro kosteten und im Internet für 2 000 Euro angeboten werden, stimme vielleicht etwas nicht. "Statt blindem Vertrauen ist der gesunde Menschenverstand und eine Portion Misstrauen gefragt."

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