Büro-Paket

LibreOffice für Android: Programmierung startet ab März (Update)

Auf dem PC nutzen es viele gerne, nun soll es auf Smartphone und Tablet kommen: LibreOffice wird auf Android portiert. Was es schon gibt und wann das komplette Paket verfügbar sein könnte, erläutern wir hier.
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LibreOffice Viewer für AndroidErstes Ergebnis: LibreOffice Viewer für Android Seit LibreOffice im Jahr 2010 als Abspaltung aus OpenOffice hervorgegangen ist, erfreut sich das Büropaket bei vielen Nutzern einer wachsenden Beliebtheit. Seit der ersten Version vom Januar 2011 betrachten es viele Nutzer als eine willkommene, kostenlose Alternative zu Microsoft Office auf dem Computer.

Doch der Erfolg mobiler Geräte, insbesondere mit den Plattformen iOS und Android, zwingt "The Document Foundation" - als Herausgeber der Software - zum Umdenken. Seit einigen Monaten existiert ein Plan, LibreOffice auf Android zu bringen, und zwar mit annähernd demselben Komfort wie die Desktop-Version. In den vergangenen Tagen gab es dazu zwei Neuigkeiten.

Erstes Ergebnis: LibreOffice-Viewer im Play Store verfügbar

Das erste Ergebnis der Bemühungen befindet sich seit gut einer Woche im Google Play Store - die LibreOffice Viewer Beta. Wie der Name schon sagt, handelt es sich dabei erst einmal um einen kostenlosen Viewer für Office-Dokumente, mit dem diese allerdings nicht weiterbearbeitet werden können. Die App ist noch in der Entwicklung und läuft noch nicht stabil. Momentan zeigt sie Open-Document- und Microsoft-Office-Formate an.

Verwendet wird jetzt schon dieselbe Engine wie bei LibreOffice für Windows, Linux und Mac OS. Im nächsten Schritt soll die App dann auch interaktive Elemente wie URLs oder den Zugriff auf Speicherkarten im Smartphone ermöglichen. Innerhalb der ersten Woche haben bereits rund 10 000 Nutzer den Viewer heruntergeladen.

Geplant für März: Komplettes Office-Paket für Android

Vor wenigen Stunden hat "The Document Foundation" nun bekannt gegeben, wie der weitere Fahrplan für die Android-Version aussieht. Die Programmierer wollen nun die Entwicklung des Editors in Angriff nehmen, damit auch unter Android Office-Dokumente erstellt und bearbeitet werden können. Die Gesellschaft finanziert sich überwiegend durch Spenden, und ab jetzt soll bewusst ein Teil der Spenden in diese Entwicklung investiert werden.

Mit einem ersten Ergebnis rechnet die Gesellschaft im März. Eingebunden werden in die Entwicklungsarbeit auch andere Unternehmen, momentan sind schon die Firmen Collabora und Igalia an Bord. Das Ziel bleibt, alle Programmmodule, also Writer, Calc, Impress, Draw und Math auf Android zu bringen. Außer den üblichen Funktionen wie Texterstellung und -formatierung soll das Büropaket auch Tabellen unterstützen. Die Nutzer sollen aus der App heraus Dokumente in ihren bevorzugten Cloud-Speicher hoch- und von dort wieder herunterladen können. Außerdem sollen die Anwender dazu in der Lage sein, aus der App heraus ein Dokument über das E-Mail-Programm des Smartphones oder Tablets zu verschicken. Darüber hinaus sind Toolbars zu programmieren und das Kontextmenü des Smartphones sinnvoll zu konfigurieren.

Update 17:00 Uhr: Programmierung startet ab März - keine fertige App

In Reaktion auf unsere Berichterstattung hat ein Sprecher der "Document Foundation" mitgeteilt, dass im März nicht mit einer fertigen und benutzbaren Android-App von LibreOffice zu rechnen ist. Im März würde das technische Framework stehen, sodass ab diesem Zeitpunkt mit der Programmierung begonnen werden kann. Die Organisation weist darauf hin, dass die Hauptarbeit bei der Programmierung von Freiwilligen erledigt wird, denen man natürlich keinen festen Zeitrahmen aufzwingen kann. Von daher gebe es keinen konkreten Erscheinungstermin für die Android-Version von LibreOffice. Ende des Updates.

Erfolgsaussichten: Die Konkurrenz ist schon da

Mit der Entwicklung eines Office-Pakets für Android sind die Macher von LibreOffice relativ spät dran. Denn einige Platzhirsche bieten bereits sinnvoll nutzbare Office-Apps und -Pakete für Android. Vielen Nutzern reichen Quickoffice oder Docs von Google, die beide für Android erhältlich sind. Microsoft hat kürzlich sein Office-Paket für Android für alle Nutzer kostenlos gemacht, nur ein Microsoft-Account wird zur Registrierung benötigt. Viele der bereits erhältlichen Apps können auch PDF-Dateien anzeigen und beherrschen die Integration in Cloud-Services.

Mit Softmaker Office für Android steht ein umfangreiches und voll Microsoft-kompatibles Office-Paket zur Verfügung, das speziell für die Nutzung auf Smartphones angepasst wurde und seit neuestem ebenfalls gratis ist. Die Variante Softmaker Office HD für Tablets ist allerdings kostenpflichtig. Auf vielen Smartphones ist das Polaris Office vorinstalliert, auch OfficeSuite, QuickOffice, WPS Office (Kingsoft), Docs To Go und Smart Office haben sich bereits einen Namen gemacht. LibreOffice wird also beweisen müssen, dass es seinen Nutzern auf Android mehr bieten kann als diese bereits umfangreiche Konkurrenz.

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