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webOS 3.0: Die alte Palm-Software bekommt den Google Play Store

Smart-TV-Geräte mit webOS sollen Zugriff auf den Google Play Store bekommen, so dass sich Android-Apps nutzen lassen. Unangenehme Nachrichten hält LG, das die webOS-Plattform betreibt, für Besitzer älterer Fernseher bereit.
Von der CES in Las Vegas berichtet
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LG stellt webOS 3.0 vorLG stellt webOS 3.0 vor Palm hatte webOS einst entwickelt, um im Smartphone-Markt wieder Fuß zu fassen. Das alte Palm OS war gegenüber den Neueinsteigern Android und iOS - ähnlich wie auch das Symbian-Betriebssystem von Nokia - nicht mehr konkurrenzfähig. webOS wurde von der Fachwelt gelobt, doch die Smartphones wie das Palm Pre und das Palm Pixi lagen wie Blei in den Regalen der Mobilfunk-Shops.

HP, das Palm schließlich samt webOS aufkaufte, stellte das Projekt ein, noch bevor es richtig gestartet war. Schlussendlich wurde die Software an LG veräußert. Anstelle von Smartphones und Tablets statten die Koreaner aber Smart-TV-Geräte mit webOS aus. Viel mehr als der Kernel ist von der alten Palm-Firmware nicht übriggeblieben. Dafür entwickelt LG das Betriebssystem konsequent weiter.

Lupe für das Fernsehbild

Auf der Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas präsentiert das Unternehmen webOS in der Version 3.0. Dabei bringt die Software auch einige neue Funktionen mit sich. So bieten die smarten Fernseher künftig unter anderem eine Art Lupe für das Fernsehbild, so dass Zuschauer die Möglichkeit haben, selbst ausgewählte Bildausschnitte vergrößert darstellen zu lassen.

Die LG-Mitarbeiter, die das Feature am Messestand gezeigt haben, räumten ein, dass dies sicher nichts für Kinofilme ist. Denkbar sei aber beispielsweise, dass Fußballfans genau nachsehen wollen, ob die Entscheidung des Schiedsrichters korrekt war. Selbst das erscheint aber wenig praktikabel. Schließlich bieten die Fernsehsender selbst in der Regel Wiederholungen in allen möglichen Einstellungen an.

Android-Apps auf dem Smart-TV mit webOS

Google Play Store auf dem Fernseher mit webOSGoogle Play Store auf dem Fernseher mit webOS Deutlich spannender ist da schon der auf die webOS-Plattform portierte Google Play Store. Damit haben Besitzer eines kompatiblen Fernsehers die Möglichkeit, Android-Apps zu nutzen. Allerdings ist genau dieses Feature vorerst nur für den amerikanischen Markt gedacht. Wann die Google-Dienste auch in Deutschland auf den webOS-TV-Geräten verfügbar sein werden, ist noch unklar.

Als weiteres Feature können die Anwender ihr Smartphone-Display auf dem Fernseher spiegeln. Dabei wird die Verbindung zwischen den beiden Geräten per Bluetooth oder WLAN hergestellt. Kompatibel sind nicht etwa nur LG-Handys. Vielmehr soll die Kopplung per App mit allen Android-Smartphones und mit dem iPhone möglich sein.

Kein Update für ältere Geräte

Nicht zuletzt kann der Musik-Player für webOS 3.0 auch dann genutzt werden, wenn das Display des Fernsehgeräts ausgeschaltet ist. Schlechte Nachrichten gibt es hingegen für Besitzer eines bestehenden Smart-TVs mit webOS. Ein Update auf die neue Betriebssystem-Version wird voraussichtlich nicht angeboten. Nach LG-Angaben ist die ältere Hardware nicht mit der neuen Software kompatibel.

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