Neue Bedrohungen

Kroes: Cyber-Angriffe erzeugen mehr Schaden als Drogenhandel

Experten warnen vor unkalkulierbaren Schäden gezielter Cyber-Attacken
Von mit Material von dpa und dapd
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Cyber-AttackenCyber-Angriffe: Experten warnen vor unkalkulierbaren Schäden Die für Internetsicherheit zuständige EU-Kommissarin Neelie Kroes fordert ein international abgestimmtes Vorgehen gegen Kriminelle im Internet. Cyberkriminalität richte heutzutage Schäden von jährlich einer Billion US-Dollar weltweit an, sagte Kroes heute auf der Münchner Sicherheitskonferenz. Die Bedrohung sei damit größer als die des Drogenhandels. Daher müssten die Staaten enger in der Verfolgung dieser Verbrechensart zusammenarbeiten.

Ex-CIA-Chef: Abschreckung gegen Cyber-Angriffe wertlos

Der frühere CIA- und NSA-Chef Michael Hayden fügte hinzu, im Cyberspace habe die traditionelle Abschreckung ihren Wert verloren. Cyberangriffe erfolgten in der Regel anonym. Wegen der Anonymität könnten die Staaten zur Abschreckung im Cyberspace "nicht mehr auf Vergeltung zurückgreifen".

Hayden verwies auf den Computerwurm Stuxnet, mit dem Mitte 2010 Zentrifugen des iranischen Nuklearprogramms zur Selbstzerstörung gebracht wurden. "Seither ist nichts mehr wie zuvor", sagte er. Stuxnet habe bewiesen, dass "physischer Schaden" per Informationstechnologie angerichtet werden könne. In solchen Situationen werde gerne nach der Regierung gerufen: "Aber wir haben uns noch nicht entschieden: Was soll unsere Regierung tun und was wollen wir unserer Regierung erlauben, zu tun? Darauf gibt es noch keine guten Antworten."

Kaspersky: Schäden eines Cyber-War wären unkalkulierbar

Auch der Chef des auf Virenschutz spezialisierten Unternehmens Kaspersky warnte vor der zunehmenden Bedrohung durch Cyber-Attacken. Die Schäden einer möglichen Kriegsführung mit Computertechnologie seien nach Ansicht von Jewgeni Kaspersky unkalkulierbar. "Weil wir gar nicht wissen, wie sehr wir von Informationstechnologie abhängig sind, wie stark Informationstechnologie in unser tägliches Leben eingreift", sagte er auf der Münchener Sicherheitskonferenz.

Werden Hacker zu Computer-Terroristen?

Eine Kriegsführung mit Computern (Cyber-War) würde vor allem Entwicklungsländer besonders stark treffen. "Sie hängen stärker als andere Länder von Computern und Netzwerken ab." Waffen der Informationstechnologie seien "relativ leicht zu entwickeln und einzusetzen". Hacker könnten schon heute "nicht nur Unternehmen, sondern Staaten stoppen": "Ich fürchte, dass einige der Hacker sich in der Zukunft zu Computer-Terroristen wandeln könnten."

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