Netz-Fusion von E-Plus und o2: KPN-Chef Eelco Blok sieht Vorteile
15.11.2012 18:49
CEO der E-Plus-Mutter äußert sich ähnlich wie o2-Finanzchefin Empey
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 KPN-Chef Eelco Blok sieht Vorteile in einem gemeinsamen Mobilfunk-Netz von E-Plus und o2
Der Vorstandsvorsitzende der E-Plus-Mutter KPN, Eelco Blok, hat Spekulationen um eine gemeinsame Nutzung der
Mobilfunk-Netze von E-Plus und o2 neue Nahrung gegeben. o2-Finanzchefin Rachel Empey hatte diese Möglichkeit kurz vor dem Börsengang der deutschen
Telefónica-Marke ins Spiel gebracht. Nun äußerte sich auch KPN-Chef Blok
positiv über eine Fusion der beiden Mobilfunk-Netze, wie die deutsche Ausgabe des Wall Street
Journal ( WSJ) berichtet.
Blok bezeichnete demnach eine vollständig gemeinsame Nutzung der zwei Netze für beide Seiten als
vorteilhaft. Die Aussagen fielen auf einer Investorenkonferenz, die gestern in Barcelona stattfand. Um
Kosten einzusparen, prüft KPN dem Bericht zufolge die Zusammenlegung des E-Plus-Netzes mit dem von
o2.
o2-Finanzchefin Empey hatte Netz-Fusion ebenfalls ins Spiel gebracht
Ähnlich wie Eelco Blok hatte sich Ende Oktober auch Rachel Empey geäußert. Nachdem ein möglicher
Verkauf von E-Plus an Telefónica im Sommer dieses Jahres
gescheitert war - KPN wollte mit den Erlösen aus dem E-Plus-Verkauf
einen Einstieg von América Móvil verhindern -, könne eine Netz-Fusion
nun eine alternative Option darstellen. Empey: "Als ein potenzieller Zusammenschluss von Telefónica
Deutschland und E-Plus diskutiert wurde, gab es eine tiefere Analyse potenzieller
Netzwerk-Synergien. Eine ganze Menge dieser Synergien könnte durch eine gemeinsame Netznutzung
erreicht werden."
KPN-Chef Blok: Gemeinsames Netz macht (finanziell) Sinn
Der KPN-CEO sieht ebenfalls hohes Sparpotenzial - auch durch eine reine Netz-Fusion. Ein Großteil
der Einsparungen sei bei einer gemeinsamen Netznutzung immer noch erreichbar, soll Blok in Barcelona
gesagt haben. Es sei alles da, und Telefónica wisse das, so Blok weiter. Er glaube nicht, dass
wichtige KPN-Aktionäre etwas gegen eine Zusammenarbeit hätten. Auch der neue Großaktionär
América Móvil - das Unternehmen hält
28 Prozent der Anteile von KPN - würde eine gute Transaktion sicher
nicht blockieren, meinte Blok.
Telefónica hält sich bedeckt
Der ebenfalls auf der spanischen Investorenkonferenz anwesende Telefónica-Manager Angel Vila, der bei dem spanischen Konzern für Finanzen
und Unternehmensentwicklung zuständig ist, wollte sich laut des WSJ-Berichts nicht näher zu der
Angelegenheit äußern. Man sehe sich Kooperationen hinsichtlich einer gemeinsamen Netznutzung an -
das sei aber kein ungewöhnliches Vorgehen: "Wir schauen uns das in vielen Ländern an, das ist der
Weg vorwärts."
Das sagen KPN und o2 gegenüber teltarif.de
Bei o2 in München dementiert man derzeit konkrete Pläne hinsichtlich einer Zusammenlegung
des eigenen Netzes mit dem von E-Plus. Zwar prüfe man "stetig unterschiedliche Szenarien einer
Zusammenarbeit, um unser Leistungsspektrum weiter auszubauen. Dies schließt auch mögliche
Synergien im Netzwerkbereich ein", so Sprecher Ralf Opalka auf Anfrage unserer Redaktion.
Allerdings: "Konkrete Planungen liegen aktuell nicht vor."
KPN-Sprecher Stefan Simons betonte gegenüber teltarif.de, die Aussagen von Eelco Blok seien im
Rahmen einer Diskussion über künftige Geschäftsmodelle getätigt worden. Generell befinde man sich in
stetem Kontakt mit anderen Netzbetreibern - zu konkreten Gesprächen und Zeitplänen könne man sich
jedoch nicht äußern.
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