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Branchenverband: Kostenlose Warteschleife kann Millionen kosten

"Runder Tisch" der Anbieter und Bundesnetzagentur geplant
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Hotline-Umstellungen können Millionen kostenHotline-Umstellungen können Millionen kosten Die Umstellung der Sonderrufnummern in Deutschland auf die neuen Vorschriften für die kostenlosen Warteschleifen kann den betroffenen Unternehmen unter Umständen mehr kosten als die Umstellung von D-Mark auf den Euro. Das zumindest sagt der Branchenverband DVTM (Deutscher Verband für Telekommunikation und Medien). Die Lobbyisten drängen seit langem auf einen Runden Tisch der Branche bei der Bundesnetzagentur. Diesen soll es nun geben, so der DVTM. Dabei geht es dem Verband darum, eine Lösung zu finden, "diese Millionenverluste in Krisenzeiten" zu vermeiden.

Ein Großteil der Kosten würde demnach dadurch entstehen, dass die Unternehmen mit einer Servicenummer diese unter Umständen wechseln müssten. "Jede Visitenkarte, Kundenkarten, Broschüren und Prospekte sowie alle Kommunikationsmittel eines Unternehmens: alles, worauf die bisherigen Servicerufnummern abgedruckt sind, muss neu erstellt werden", so Renatus Zilles, Vorstandsvorsitzender des DVTM. Das Problem ist, das die Umstellung von Nummern wie denen der 0180-Gasse nicht ohne Weiteres möglich ist und die Unternehmen die Nummern wechseln müssen - etwa zu den für Anrufer komplett kostenlosen 0800-Nummern oder zu Ortsnetznummern. Diese Nummern müssen dann neu kommuniziert werden.

Runder Tisch ist "letzte Chance enorme wirtschaftliche Schäden zu vermeiden"

Auf Drängen des DVTM ruft die Bundesnetzagentur jetzt Unternehmen und Netzbetreiber an einen Tisch, um eine umfassende Regelung zur Umsetzung der kostenlosen Warteschleife im Sinne einer nachhaltigen Branchenlösung zu finden, teilte der Branchenverband heute mit. Laut ihm ist der Runde Tisch am kommenden Montag "die letzte Chance, die enormen wirtschaftlichen Schäden zu vermeiden". Das liege daran, dass sich nun auch die betroffenen Unternehmen einbringen, die bislang außen vor waren. "Gelingt keine Branchenlösung, könnten etliche Arbeitsplätze verloren gehen und Investitionen zurückgehalten werden", befürchtet Zilles.

Gemeinsam diskutiert werden soll unter anderem das von BT Germany vorgestellte so genannte "BoVa-Modell". BoVa biete für alle von den Warteschleifenregelungen betroffenen Rufnummerngassen Umsetzungsmöglichkeiten, könne die erste Phase im Sinne des Verbrauchers individueller lösen und mache insbesondere die Migration in andere Rufnummerngassen und entsprechende Kommunikationskosten in Millionenhöhe überflüssig. BoVA ist laut DVTM eine IT-Vorleistungslösung aus der bestehenden Intercarrier-Abrechnungswelt, welche auch auf anderen Plattformen von anderen Carriern umgesetzt werden kann und daher durch den Verband unterstützt wird. Problematisch für die Anbieter ist vor allem die Regelung, dass ab kommendem Sommer auch Warteschleifen während einer Verbindung kostenlos sein müssen. Mit bestehender Abrechnungstechnik lässt sich dies nicht abbilden.

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