Neustart

Kim Dotcom startet neuen Filesharing-Dienst Mega

Plattform lehnt an das Vorgängermodell Megaupload an
Von / mit Material von dpa
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Kim Dotcom startet neuen Filesharing-Dienst MegaFilesharing-Dienst Mega ist gestartet Der wegen Betrugs angeklagte Internet-Unternehmer Kim Dotcom hat ein Jahr nach der Razzia auf seinem Anwesen in Neuseeland seine neue Daten-Plattform Mega gestartet. Nach seinen Angaben registrierten sich 100 000 Nutzer in weniger als einer Stunde. "250 000 Nutzer registriert. Serverkapazität ist am Limit", twitterte Dotcom heute. Mittlerweile sei die Zahl sogar auf über 500 000 Registrierungen angestiegen. Er feierte den neuen Dienst am Samstag-Abend mit einer Riesenparty auf seinem Anwesen.

Auf der Plattform können Nutzer wie beim Vorgängermodell Megaupload Dateien hochladen und austauschen. Den Dienst nutzten in Spitzenzeiten bis zu 50 Millionen Menschen am Tag. Die US-Behörden nahmen Megaupload vor einem Jahr vom Netz und werfen dem gebürtigen Kieler Betrug im großen Stil vor. Auf der Plattform seien durch Copyright geschützte Filme und Musik illegal getauscht worden. Sie beziffert den Schaden auf eine halbe Milliarde Dollar. Die USA haben seine Auslieferung beantragt. Dotcom kämpft dagegen. Er war mehrere Wochen in Untersuchungshaft und steht jetzt unter Hausarrest. Die nächste Anhörung in dem Fall setzte das zuständige US-Gericht auf Ende März 2013 fest. Kim Dotcom beschrieb diesen Termin im Sommer 2012 als "schmutzige Verzögerungstaktik.

Nach der Einstellung von Megaupload und dem hohen Medieninteresse reagierten einige Filesharing-Anbieter mit Unsicherheit. Obwohl diese Dienste von Grund auf keineswegs illegal sind, wurde vielen der Stempel der "illegalen Tauschbörsen" aufgedrückt. Die Folge war die Einstellung einiger Dienste oder der Einbau von Filtern, mit denen der illegale Austausch von Musik- oder Film-Dateien zwischen Internetnutzern verhindert werden sollte.

Neuer Dienst Mega laut Dotcom völlig legal

Kim Dotcom startet neuen Filesharing-Dienst MegaDas Gebühren-Modell von Mega Kim Dotcom gibt sich bis heute überzeugt, dass Megaupload sich nichts zu Schulden kommen ließ. Der neue Dienst Mega sei auch völlig legal, betont Dotcom. Nutzer könnten die Daten "auf militärischem Niveau" verschlüsseln. "Die Verschlüsselung ist nicht ein Mäntelchen, hinter dem wir uns verstecken, um legal zu sein", sagte Dotcom. Sie sorge aber dafür, dass niemand in den Dateien herumschnüffeln könne.

Im Interview mit dem Handelsblatt übte der Megaupload-Gründer scharfe Kritik an dem Vorgehen der Justiz. Die Schließung der Plattform zu Beginn des vergangenen Jahres sei illegal gewesen. "Wir haben uns an die Gesetze gehalten. Wir haben die Dokumente, die uns als Urheberrechts-Verfehlungen gemeldet wurden, immer runtergenommen," so Dotcom gegenüber der Zeitung. Medienunternehmen hätten zudem über einen "Direct-Delete"-Anschluss selbst Inhalte löschen können. Gleichzeitig schließt der Dotcom jedoch nicht aus, dass über Megaupload illegale Kopien verbreitet wurden, bestreitet jedoch, die Piraterie mit einem Belohnungsprogramm gefördert zu haben.

Zweifel an der Legalität soll es bei der neuen Plattform Mega nicht geben, so der Betreiber. "Wenn wir von Rechteinhabern informiert werden, dass sich auf Mega illegale Inhalte befinden, dann werden die natürlich runtergenommen", sagte Dotcom.

Nach Angaben seines Mitarbeiters Finn Batato gibt es 50 Gigabyte Speicherplatz umsonst. Eifrige Nutzer könnten ein Abo für 9,99 Euro im Monat oder bis zu vier Terabyte Speicher für rund 30 Euro kaufen. Mega plane auch Anzeigen, aber nicht in naher Zukunft. Wie viel in das neue Projekt investiert wurde, verrät Batato nicht. Die Server stünden in mehreren Ländern, nicht aber in den USA. "Wir tolerieren keine Piraterie", sagte Batato. "Es gibt strikte Auflagen und wir werden alle Gesetze einhalten."

Ein erster Eindruck von teltarif.de

Kim Dotcom startet neuen Filesharing-Dienst MegaÜberlastung: Dateien können derzeit nicht hochgeladen werden In einem ersten Test der teltarif.de-Redaktion gelang die Anmeldung bei Mega problemlos. Nutzer müssen nur ihren Namen und eine E-Mail-Adresse eingeben, die sie anschließend duch den Klick auf einen zugesendeten Link bestätigen müssen. Beim ersten Login wird dann zudem der Verschlüsselungscode generiert, wie eine Animation illustrieren will.

Auch mehrere Stunden nach der Anmeldung war es uns jedoch auf der ansich schnell erscheinenden Weboberfläche nicht gelungen, Daten hochzuladen. Die Dateien stehen lediglich in einer Warteschlange, werden aber nicht hochgeladen. Zu vermuten ist, dass der Ansturm an Kostenlos-Nutzern auf den Speicherservern zu groß ist, daher gilt abzuwarten wie sich der Dienst in den nächsten Tagen entwickelt. Dadurch, dass Desktop-Programme und Smartphone-Oberflächen fehlen, ist Mega nach dem ersten Eindruck kein vollwertiger Ersatz für Dropbox oder Strato HiDrive - zumal nicht bekannt ist, in welchen Ländern Kim Dotcom die Mega-Server stehen hat.

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