Kamera-Neuheiten

Trend auf der Photokina: Kameras mit Internet-Zugang

Grenzen zwischen Smartphone und Kamera verschmelzen
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Photokina 2012 in KölnPhotokina 2012 in Köln Bei bislang keiner Photokina hat das Thema Internet dermaßen im Fokus gestanden wie bei diesjährigen Auflage der weltgrößten Fotomesse. Mit der Digitalkamera schnell die Schnappschüsse auf Facebook stellen, mit dem kompatiblen Smartphone aus der Ferne den Auslöser drücken oder mit Zusatzprogrammen aus dem Netz das eigene Gerät verbessern - die Fotobranche hat die Sogwirkung des Internets für sich entdeckt. Das wird bei einem Rundgang auf der Photokina deutlich, die heute in Köln eröffnet wird.

Rund 1 160 Unternehmen aus 41 Ländern präsentieren auf der Messe bis 23. September die neuesten Trends zu Digitalkamera, Smartphone, Camcorder, Zubehör und Drucken. Eines ist klar: Nach einem jahrelangen Rennen um die meisten Pixel und die beste Auflösung setzt die Fotobranche nun auf jede Menge Servicefunktionen wie die Internetanbindung. Mit der WLAN-Funktion werden Kabel überflüssig. Ohne Zwischenschritt lassen sich Fotos und Videos mit nur wenigen Klicks in sozialen Netzwerken wie Facebook oder auf Youtube hochladen oder per E-Mail aus dem Urlaub verschicken. Auch der Drucker kann mit manchen Geräten über das Internet gestartet werden.

Smartphone lässt sich mit Kamera kombinieren

Ein weiterer Trend: Die internetfähigen Smartphones lassen sich immer häufiger mit Kameras kombinieren. "Smartphones, die neuen multimedialen Alleskönner, werden zum vielseitig nutzbaren Kamera-Zubehör", prognostiziert die Fotoindustrie. Mit bestimmten Programmen lassen sich aus den mobilen Endgeräten wie Smartphone und Tablet Fernbedienungen für den Fotoapparat machen. Auch als externe Monitore sind Smartphones nutzbar. Ein gutes Beispiel für die Zusammenarbeit der beiden Typen ist der Optikspezialist Carl Zeiss, der sich mit dem Handyhersteller Nokia verbündet hat. "Das Nokia Lumia 920 ist das erste Smartphone mit optischer Bildstabilisierung", sagt Marketingleiter Martin Dominicus. Carl Zeiss hat die Technik entwickelt, mit der verwackelte Fotos mit der "Immer-dabei-Kamera" der Vergangenheit angehören sollen.

Andersherum haben sich Kamerahersteller auch einiges bei den Handyherstellern abgeschaut. Der Touchscreen - also der Bildschirm zum Berühren - gehört inzwischen bei den ersten Kameras dazu. Die meist kostenlosen Applikationen für Smartphone und Tablet gibt es auch für Kameras. Nur Telefonieren kann man mit der Kamera noch nicht.

Neben unzähligen Zusatzfunktionen und mehr Service haben die Hersteller auch im Detail nachgerüstet: Canon bietet bei einem Gerät inzwischen einen 50-fach optischen und einen 200-fach digitalen Zoom an. Panasonic hat es auf Naturliebhaber abgesehen. Beim Auslösen macht es nicht mehr klick. "So sind lautlose Aufnahmen bei Tierfotografien möglich", sagt Markus Matthes von Panasonic und hält die Systemkamera Lumix G5 in die Höhe. Ein vibrierender Schutzfilter schüttele Staub von der Hülse. Ein Video lässt sich in Full-HD-Qualität drehen.

Action-Cam oder schickes Modeaccessoire

Ohnehin wird das Filmen mit der Fotokamera immer wichtiger. Nach Angaben des Photoindustrie-Verbandes sind Videos inzwischen mit fast allen Geräten möglich. Für Extremsportler hält die Industrie sogenannte Action-Cams bereit. Die Geräte sind robuster gebaut. Leichte Stöße, Schmutz und Wasserspritzer perlen am Gehäuse ab. Die Kameras lassen sich etwa an einem Motorrad oder Helm montieren und liefern so vollautomatisch Bilder - ob bei der Motorradtour, beim Surfen oder Klettern. Rund 150 000 dieser Geräte sollen in diesem Jahr verkauft werden. Das wären 400 Prozent mehr als im Vorjahr.

Der Gegensatz zur kompakten Action-Cam ist die Kamera als Modeaccessoire. "Das Design spielt eine ganz große Rolle", sagt Markus Hillebrandt von Nikon. Gerade einmal so groß wie eine Scheckkarte ist die von ihm präsentierte Nikon Coolpix S 01. Sie glänzt in silbernem Metall. Langweiliges Schwarz war gestern.

Ebenso soll es dem 0815-Bilderrahmen ergehen. Das Bild der Zukunft hängt nicht mehr an der Wand. Stattdessen kann man mit ihm kuscheln, daraus trinken oder es abbrausen. Der Schnappschuss lässt sich heute auf Teddybären, Tassen und Duschvorhänge drucken. Selbst überdimensionale Tapetendrucke sind möglich, wie Epson verspricht.

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