Internet aus der Kabeldose liegt im Trend
Was lange als Nischentechnologie galt, ist nun der größte Wachstumsmarkt bei den
Breitband-Neuanschlüssen
in Deutschland. Die Branchenverbände Bitkom und
VATM kommen jeder für sich zu dem
Ergebnis, dass die meisten Neuanschlüsse für breitbandige Internetzugänge in den
TV-Kabelnetzen geschaltet werden.
Im vergangenen Jahr kamen ingesamt 1,2 Millionen neue Festnetz-Breitband-Anschlüsse hinzu,
davon jeweils 600 000 per DSL und 600 000 per TV-Kabel. Zu diesen Zahlen kommt der Bitkom.
Insgesamt gab es nach Zählungen des Verbandes
damit 23 Millionen DSL-Anschlüsse und 2,9 Millionen breitbandige TV-Kabelanschlüsse.
Insgesamt gab es Anfang 2011 insgesamt 26 Millionen Breitbandanschlüsse im Festnetz,
Bis zum Jahresende
rechnet der Bitkom mit einem Wachstum der Breitbandanschlüsse im
Festnetz um weitere sechs Prozent auf rund 28 Millionen.
Das Wachstum ist mit 26 Prozent im Bereich TV-Kabel am stärksten.
Die Anbieter von Internetanschlüssen per TV-Kabel konnten ihren Marktanteil
innerhalb von zwei Jahren von sieben Prozent auf elf Prozent steigern.
Bitstream-Anschlüss
Leicht andere, aber im Kern ähnliche Zahlen, legte unlängst der VATM vor. Demnach sind Ende des Jahres
knapp 13,1 Prozent der Breitbandanschlüsse auf Festnetzbasis Kabelanschlüsse.
Insgesamt läge die Zahl bei 3,6 Millionen, was einem Wachstum von 500 000 Anschlüssen binnen Jahresfrist
entspräche. Die alternativen DSL-Anbieter können in der gleichen Zeit nur 200 000 neue Nutzer begrüßen,
die Telekom 300 000. Allerdings lässt auch aus der Statistik der geschalteten Breitband-Neuanschlüsse noch eine
Zahl ablesen: 600 000 neue Anschlüsse wurden in diesem Jahr über Bitstream-Access geschaltet.
Bei Bitstream-Anschlüssen handelt es sich um Anschlüsse von Alternativanbietern, die zwar einen direkten Vertrag mit dem Endkunden haben,
aber in seinem Anschlussbereich nicht selber ausgebaut haben. Sie nutzen den Bitstrom-Zugang, um das
Signal des Kunden auf einer der Vermittlungsstelle
nachgelagerten Instanz ins eigene Netz zu holen. Ein Großteil dieser
Nutzer hatte vermutlich vorher einen Resale-Anschluss. Deren Anteil ist nämlich um 500 000 auf einen Marktanteil
von nur noch 1,8 Prozent gefallen. 2006 hatte DSL-Resale einen Marktanteil von 21,2 Prozent.