Kabel Deutschland schränkt Angebot bei ARD und ZDF ein
07.01.2013 16:48
Lokalfenster der Dritten Programme und Bandbreiten werden reduziert
Von
 Kabel Deutschland zieht bei einigen Lokalfenstern den Stecker
Kabel Deutschland
macht Ernst mit der Drohung,
das Angebot der öffentlich-rechtlichen Sender
ohne bestehenden Vertrag mit den Sendern nicht unverändert fortzuführen.
Der Anbieter wird ab morgen die regionale Varianten Dritter Programme
nur noch in den jeweiligen Ländern verbreiten. Damit werden zahlreiche regionale
Varianten außerhalb des jeweiligen Sendegebietes gestrichen. In
der Praxis bedeutet das, dass zwar beispielsweise in Hamburg noch der NDR
mit dem Hamburger Lokalfenster zu sehen ist, nicht aber mehr die Fenster aus
Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern
und Niedersachsen.
Alle Dritten Programme werden aber weiter bundesweit
ausgestrahlt, teilte das Unternehmen mit. Allerdings gelte auch hier,
dass es nur noch eine Variante der Sender gibt. So werde vom WDR
beispielsweise nur noch das Kölner Lokalfenster übertragen, andere
Lokalstudios sind nicht zu empfangen. Welche Lokalstudios in anderen Bundesländern
von den jeweiligen Landessendeanstalten zu empfangen sind, sei abhängig von
lokalen Gegebenheiten und der jeweiligen technischen Zuführung,
wie ein Sprecher gegenüber teltarif.de sagte. Zuschauer, die bislang ein nun nicht mehr
ausgestrahltes Lokalfenster gespeichert haben, sehen ab morgen nur
noch eine Informationstafel und müssen den neuen Hauptsender einprogrammieren.
HDTV und alle weiteren Sender bleiben bestehen
Senderstreichungen soll es in diesem ersten Schritt nicht geben.
So können die Kunden von Kabel Deutschland weiterhin die HDTV-Varianten
von ARD und ZDF (nicht aber die der Dritten Programme) empfangen und
auch Zusatzkanäle wie zdf.kultur oder EinsFestival bleiben bestehen.
Kabel Deutschland senkt außerdem die Bandbreite für die digitale
Übertragung von öffentlich-rechtlichen Programmen auf den für alle
Sender üblichen Standard. Bisher wurden die beiden Hauptprogramme
mit einer höheren Datenrate übertragen, so dass die Bildqualität auch ohne HDTV
höherwertiger war als bei anderen Programmen. Das werde nun auf
das übliche Maß zurückgeschraubt, da es für diese
Mehrleistung keinen Vertrag mehr gebe.
Kabel Deutschland vermutet jedoch, dass diese Umstellung kaum ein
Zuschauer bemerken werde.
Sender hatten Vertrag mit Kabel Deutschland gekündigt
Hintergrund des Streits ist eine Kündigung der öffentlich-rechtlichen Sender
über die Einspeisung der eigenen Sender. Sie sind der Auffassung,
dass sie nicht für die Ausstrahlung zahlen müssen. Alleine
Kabel Deutschland hat bislang
27 Millionen Euro bekommen.
Die öffentlichen-rechtlichen wollen aus ihrer Sicht nicht für
etwas zahlen, zu dem die Anbieter ohnehin verpflichtet sind. Kabel
Deutschland argumentiert hingegen, dass der Zwang für den Kabelanbieter,
bestimmte Inhalte zu verbreiten, auch eine Zahlungsverpflichtung der Sender
beinhaltet. Zudem würden die Sendeanstalten auch für die Ausstrahlung
per Satellit oder DVB-T zahlen.
In einer weiteren Meldung lesen Sie, wie Sie trotz der Abschaltung weiterhin alle Lokalfenster sehen können.
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